Betrugsfall bei Luxushotelkette

Ex-Kempinski-Chef soll 6 Millionen Franken veruntreut haben

publiziert: Sonntag, 8. Nov 2015 / 14:04 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Nov 2015 / 14:38 Uhr
Ex-Kempinski-Chef Reto Wittwer wird verdächtigt, in betrügerischer Absicht Gelder aus dem Unternehmen geschleust zu haben. (Symbolbild)
Ex-Kempinski-Chef Reto Wittwer wird verdächtigt, in betrügerischer Absicht Gelder aus dem Unternehmen geschleust zu haben. (Symbolbild)

Genf - In die Affäre um den mutmasslichen Betrug von Ex-Kempinski-Chef Reto Wittwer kommt Licht: Neuen Angaben zufolge soll der Schweizer Hotelier 6 Millionen Franken aus dem Konzern geschleust haben.

3 Meldungen im Zusammenhang
Die internationale Luxushotelkette mit Sitz in Genf bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda den in der «SonntagsZeitung» genannten Betrag. Kempinski bestätigte zudem einen Medienbericht, wonach Wittwer die Gelder 2004 mittels Provisionen abgezogen haben soll.

Solche Provisionen sind zwar branchenüblich und wurden im konkreten Fall für die Vermittlung von Projektpartnern für neue Hotels im Nahen Osten und in Afrika gezahlt. Allerdings soll Wittwer gemäss Informationen des deutschen Fachmagazins «fvw» an der Empfängergesellschaft Reincke's Son mit Sitz auf den British Virgin Islands beteiligt gewesen sein. Dadurch hätte er direkt von den Provisionen profitiert.

Strafanzeige eingereicht

Vergangene Woche hatte Kempinski mitgeteilt, bei der Generalstaatsanwaltschaft Genf Anzeige gegen Wittwer eingereicht zu haben. Dieser werde verdächtigt, in betrügerischer Absicht Gelder aus dem Unternehmen geschleust und dabei alle internen Kontrollmechanismen umgangen zu haben, hiess es. Die Entscheidung, rechtliche Schritte einzuleiten, sei aufgrund einer internen Untersuchung getroffen worden.

Die Hotelkette wird seit dem 29. Oktober 2014 von Alejandro Bernabé geführt. Der Chefwechsel wurde damals mit der langfristigen Nachfolgeplanung begründet. Reto Wittwer trete in den Ruhestand, hiess es lediglich. Unmittelbar nach dem Chefwechsel war aber eine externe Firma mit der Untersuchung gegen Wittwer beauftragt worden.

Der Zürcher stand fast 20 Jahre an der Spitze der älteste Luxushotelgruppe Europas. Das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» kürte ihn 2013 zum «mächtigsten Schweizer Luxushotelier der Welt». Derzeit ist Wittwer beim World Tourism Forum Lucerne als Vorsitzender des Advisory Board tätig.

Die Kempinski-Gruppe betreibt heute 73 Fünfsterne-Hotels in 31 Ländern. Mit dem Grand Hotel des Bains in St. Moritz, dem Grand Hôtel Kempinski und dem Le Mirador in Mont-Pèlerin (VD) ist Kempinski auch in der Schweiz vertreten.

(asu/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Das Kempinski Grand Hotel des Bains in St. Moritz.
Genf - Die internationale Luxushotelkette Kempinski hat gegen ihren ehemaligen Präsidenten und Konzernchef Anzeige bei der Schweizer Strafbehörde eingereicht. Reto Wittwer soll die ... mehr lesen
Genf - Doch kein Kempinski-Hotel in Pjöngjang: Vor dem Hintergrund der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel begräbt die Hotelgruppe ihr Projekt eines Luxushotels in der nordkoreanischen Hauptstadt. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Der Jugendliche sammelt durch das Fahren mit dem eigenen Mofa frühzeitig viele Erfahrungen im Strassenverkehr.
Der Jugendliche sammelt durch das Fahren mit dem ...
Publinews Jugendliche schätzen Aktivität und Mobilität. Statt ständig auf Eltern oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein, lohnt es sich, über den Besitz eines eigenen Mofas nachzudenken. Schliesslich bietet es mehr Flexibilität und Unabhängigkeit. mehr lesen  
Musikstreaming-Apps im App Store  Brüssel hat Apple mit einer Geldstrafe in Höhe von 1,8 Milliarden Euro belegt. Laut einer Untersuchung der EU-Kommission hat das US-Unternehmen seine dominante Stellung durch bestimmte ... mehr lesen
Apple hatte Musikstreaming-Konkurrenten im App Store benachteiligt.
Publinews In der sich ständig weiterentwickelnden Welt der Technik gewinnen Anwendungen oft ... mehr lesen  
Der Weg für Peppr war mit Hindernissen gepflastert.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 1°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Basel 2°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer wolkig, aber kaum Regen
Bern 0°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Luzern 2°C 9°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Genf 2°C 10°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 6°C 17°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten