Ex-Militärs wegen Völkermord verurteilt
publiziert: Montag, 17. Jan 2005 / 21:18 Uhr

Den Haag - Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien hat zwei frühere Militärs der bosnischen Serben zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die Richter stuften Vidoje Blagojevic nicht als Haupttäter ein. (Bild: Archiv)
Die Richter stuften Vidoje Blagojevic nicht als Haupttäter ein. (Bild: Archiv)
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Der Ex-Oberst Vidoje Blagojevic muss wegen Beteiligung an Völkermord für 18 Jahre ins Gefängnis, der mitangeklagte frühere Major Dragan Jokic wegen anderer Verbrechen für neun Jahre.

In dem Verfahren ging es um die Ermordung von etwa 7000 bosnischen Moslems im Jahr 1995 in der Region Srebrenica. Frauen und Kinder waren gewaltsam vertrieben, die Männer von ihnen getrennt und später ermordet worden.

Keine Führer-Rolle

Der damalige Oberst Blagojevic kommandierte eine Brigade, die an der Unterwerfung Srebrenicas massgeblich beteiligt war. Das Gericht befand, er habe gewusst, dass das Vorgehen der bosnischen Serben in Srebrenica zum Ziel hatte, die Bevölkerungsgruppe der Moslems auszulöschen.

Allerdings stuften die Richter den früheren Oberst nicht als Haupttäter ein, die vielmehr im Stab des immer noch flüchtigen Generals Ratko Mladic zu suchen seien. Auch der mitangeklagte Ex-Major Jokic habe keine führende Rolle bei den Verbrechen in Srebrenica gespielt.

Jokic habe vor allem Pioniereinheiten geschickt, um Massengräber auszuheben und die Ermordeten zu begraben. Daher sei er der Mitwirkung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit und an Mord schuldig. Jokic hatte sich im August 2001 selbst dem Gericht gestellt, sich aber ebenso wie Blagojevic als unschuldig bezeichnet.

(sl/sda)

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