Ex-Polizist verweigert Abschiebung
publiziert: Freitag, 30. Jul 2010 / 10:01 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 21. Sep 2010 / 21:05 Uhr
Eigentlich hätte der Mann nach Italien geflogen werden sollen.
Eigentlich hätte der Mann nach Italien geflogen werden sollen.

Nach der Ablehnung seines Asylantrags in der Schweiz sollte ein ehemaliger chinesischer Polizist nach Italien abgeschoben werden. Er weigerte sich aber, das Flugzeug zu betreten.

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Als Mitglied einer Sondereinheit hatte der Mann laut seinen Angaben in der Provinz Xinjiang Häftlinge im Todestrakt begleitet und wurde dabei nach eigenen Angaben Zeuge von Organhandel. Laut einem Bericht der Zeitung «Le Temps» vom Mittwoch war der Uigure 2007 aus China nach Europa geflohen. Nach Aufenthalten in Italien und Norwegen reiste er im November 2009 illegal in die Schweiz ein und lebte in einem Asylbewerberheim im Kanton Neuenburg.

Der Neuenburger Regierungsrat Frédéric Hainard bestätigte auf Anfrage, dass der Mann am Dienstagmorgen verhaftet worden sei. Laut einem Sprecher des Bundesamts für Migration (BFM) hätte er eigentlich noch am Donnerstag nach Italien geflogen werden sollen, wo er zuerst eingereist war.

Zwei Möglichkeiten

Doch weigerte sich der Mann nach Angaben des BFM, in das Flugzeug zu steigen. Nun gebe es zwei Möglichkeiten, erklärte der Sprecher. Entweder organisiere die Schweiz zusammen mit Italien einen neuen Flug oder es komme zu einem Asylverfahren nach Schweizer Recht.

Der Flüchtling war nach eigenen Angaben von 1993 bis 1997 Zeuge von schrecklichen Vorkommnissen in einer Haftanstalt in Urumqi, der Hauptstadt von Xinjiang. Die autonome Region im Nordwesten Chinas wird mehrheitlich von muslimischen Uiguren - einer ethnischen Minderheit - bewohnt.

Organe nach der Exekution entfernt

Den Häftlingen seien noch vor dem klinischen Tod Herz, Nieren und Augen entfernt worden, um sie später zu verkaufen, sagte der Asylbewerber bei seiner Befragung durch die Migrationsbehörden in der Schweiz. Ein Auszug aus dem entsprechenden Protokoll wurde von «Le Temps» publik gemacht.

Der Ex-Polizist berichtet darin von einer bis neun Exekutionen pro Monat. Dabei würden die zum Tode Verurteilten jedoch nur angeschossen. Anschliessend fahre man die schwerverletzten Gefangenen in einer Ambulanz ins Spital und entnehme ihnen die Organe.

Er sei aus der Polizeieinheit ausgetreten, weil er die Arbeit nicht mehr ertragen habe. Nach der Kündigung habe man ihm schwere Konsequenzen angedroht, sollte er über das Erlebte sprechen. Gemäss «Le Temps» fühlt er sich auch in Europa durch chinesische Agenten bedroht.

(fkl/sda)

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