Ex-Spion - Strahlenspuren in Flugzeugen gefunden
publiziert: Mittwoch, 29. Nov 2006 / 22:30 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 29. Nov 2006 / 22:53 Uhr

London - In der Affäre um den Gifttod von Alexander Litwinenko gibt es eine neue Spur nach Moskau. An Bord von zwei Passagierflugzeugen der British Airways wurden Spuren einer radioaktiven Substanz entdeckt.

Zwei Maschinen des Typs Boeing 767 wurden aus dem Verkehr gezogen.
Zwei Maschinen des Typs Boeing 767 wurden aus dem Verkehr gezogen.
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Die beiden Fluzeuge waren auf der Strecke London-Moskau im Einsatz. Die Fluglinie British Airways betonte, dass an Bord der beiden Maschinen nur «sehr niedrige» radioaktive Spuren entdeckt worden seien. Das Risiko für Unbeteiligte sei «gering».

Die zwei Flugzeuge vom Typ Boeing 767 seien aber ebenso wie eine dritte verdächtige Maschine, die noch in Moskau steht, vorsichtshalber ausser Betrieb genommen worden. Zugleich bat British Airways die Passagiere von vier Verbindungen in der Zeit vom 25. Oktober bis 3. November, sich zu melden.

Zahlreiche Theorien

Der im britischen Exil lebende Litwinenko war vorige Woche in London an Vergiftungserscheinungen gestorben. In seiner Leiche wurden grosse Mengen des radioaktiven Stoffes Polonium 210 gefunden. Auch an sieben Stellen in London waren Spuren des Stoffes nachgewiesen worden.

Inzwischen kursieren zahlreiche Theorien, in wessen Auftrag der mutmassliche Giftanschlag verübt worden sein könnte. Auch eine Selbst-Vergiftung oder ein Unfall beim Hantieren mit radioaktivem Material werden für möglich gehalten. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben in verschiedene Richtungen.

Scaramella verdächtigt

Die Theorie eines möglichen Unfalls erhielt durch Äusserungen des italienischen Geheimdienst-Experten Mario Scaramella neue Nahrung, mit dem sich Litwinenko am 1. November getroffen hatte.

Scaramella behauptete in einem Interview der Tageszeitung «The Independent», dass Litwinenko beim Treffen gestanden habe, früher im Auftrag des russischen Geheimdienstes in den Schmuggel mit radioaktivem Material verwickelt gewesen zu sein. Scaramella selbst wird von britischen Medien zu den Verdächtigen gezählt.

(ht/sda)

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