Exodus aus Flüchtlingslager im Nordlibanon
publiziert: Mittwoch, 23. Mai 2007 / 10:47 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 23. Mai 2007 / 20:52 Uhr

Beirut - Die Massenflucht aus dem umkämpften palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al-Bared im Norden Libanons geht weiter. Nach inoffiziellen Schätzungen hat seit Beginn der Feuerpause am Dienstagabend die Hälfte der rund 40 000 Bewohner das Lager verlassen.

Im Lager habe es zuletzt nicht mehr genug Nahrungsmittel gegeben.
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Wie aus Regierungskreisen in Beirut verlautete, verhandelt die Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora inzwischen mit der Palästinenser-Fraktion Fatah darüber, ob 300 ihrer Kämpfer in das Flüchtlingslager geschickt werden sollen.

Diese sollen dort die Milizionäre der Extremisten-Gruppe Fatah al-Islam, die sich in dem Lager verschanzt haben, in die Enge treiben. Die libanesische Armee hat zu den zwölf palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon keinen Zutritt.

Schwierige Zustände

Palästinenser in Nahr al-Bared sagten, ihre Kinder hätten während der Kämpfe tagelang ohne Essen auskommen müssen. Zahlreiche Zivilisten seien getötet worden. Palästinenser, die das Lager verliessen, erklärten, in Nahr al-Bared seien Verwundete gestorben, weil keine Ambulanzen in das Lager hätten fahren können.

Nach einem Waffenstillstandsangebot der Armee hatte die Fatah al-Islam am Dienstag eine Feuerpause aus humanitären Gründen angekündigt. Seit Dienstagabend fiel rund um das Lager, das in der Nähe der Stadt Tripoli liegt, kein Schuss mehr.

Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, die Armee habe die Menschen, die über einen Ausgang auf der Südseite aus dem Lager geflohen seien, genau kontrolliert und durchsucht. Bei den Gefechten zwischen der Armee und Milizionären der Islamisten-Gruppe Fatah al-Islam waren seit Sonntag rund 80 Menschen getötet worden.

(bert/sda)

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