Explosion bei Staatsfeier in Weissrussland - 50 Verletzte
publiziert: Freitag, 4. Jul 2008 / 10:45 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Jul 2008 / 12:28 Uhr

Minsk - Bei einem Bombenanschlag während eines Openair-Konzerts sind im Zentrum der weissrussischen Hauptstadt Minsk mindestens 50 Menschen verletzt worden.

«Es gibt einige Schwerverletzte, aber keine Toten», sagte der weissrussische Innenminister Wladimir Naumow nach Angaben der Agentur Interfax. Mehrere Opfer seien operiert worden.

Nach ersten Angaben der Ermittler soll ein Unbekannter kurz nach Mitternacht (Ortszeit) einen selbst gebastelten Sprengsatz unter den Zuschauerinnen und Zuschauern eines Konzerts bei den Feiern zum weissrussischen Unabhängigkeitstag gezündet haben.

Staatspräsident nachts zum Tatort

Staatspräsident Alexander Lukaschenko besuchte noch in der Nacht den Tatort neben einem Denkmal für die Heldentaten der Minsker Bürger im Zweiten Weltkrieg.

Augenzeugen berichteten, dass am Ort der Explosion Schrauben und andere Metallteile verstreut lagen, mit denen die Zerstörungskraft einer Bombe erhöht werden kann.

Viele der Opfer erlitten Verletzungen an Armen und Beinen. Die Polizei vermutet einen Einzeltäter hinter der Explosion. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es vorerst nicht.

Weiterer Sprengsatz entdeckt

Die Behörden entdeckten einen weiteren Sprengsatz. Durch die Untersuchung der zweiten, nicht detonierten Bombe erhofften sich die Ermittler Hinweise auf den Täter, sagte der weissrussische Innenminister Wladimir Naumow nach Angaben der Agentur Interfax.

Weissrussland feiert seit Mitte der 1990er Jahre seinen Unabhängigkeitstag am 3. Juli im Gedenken an die Befreiung der von der Wehrmacht besetzten Sowjetrepublik durch die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg.

(dl/sda)

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