FARC beschuldigen Bewacher von Betancourt des Verrats
publiziert: Freitag, 11. Jul 2008 / 21:04 Uhr / aktualisiert: Freitag, 11. Jul 2008 / 21:57 Uhr

Bogota - Die kolumbianische FARC-Guerilla ist nach eigenen Angaben bei der Befreiung von 15 Geiseln, darunter Ingrid Betancourt, von eigenen Kämpfern hintergangen worden. Die FARC beschuldigten die Bewacher der Geiseln des Verrats.

Die FARC beschuldigten die Bewacher der Geiseln des Verrats.
Die FARC beschuldigten die Bewacher der Geiseln des Verrats.
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«Die Flucht der 15 Kriegsgefangenen am 2. Juli war die direkte Folge des verächtlichen Verhaltens von César und Enrique, die ihr revolutionäres Versprechen und das in sie gesetzte Vertrauen verraten haben», teilten die FARC in einem Communiqué mit.

«César» und «Enrique» waren die persönlichen Bewacher der prominenten Geisel Betancourt. Sie wurden bei der Befreiungsaktion angeblich überwältigt.

Die Umstände der Befreiung sind aber weiterhin umstritten. Die kolumbianischen Streitkräfte sprechen von einer äusserst geschickt eingefädelten Täuschung, die es ermöglichte, Betancourt und die anderen aus dem Dschungel auszufliegen und die Geiselnehmer ohne Blutvergiessen zu verhaften.

Kein Lösegeld

Berichte, die Verschleppten seien mit einem umfangreichen Lösegeld freigekauft worden, wiesen die Militärs zurück. Betancourt war nach mehr als sechsjähriger Geiselhaft befreit worden. Sie hält sich derzeit in Frankreich auf und erklärte gut eine Woche nach ihrer Befreiung, sie sei am Ende ihrer Kraft.

«Ich glaube, das wird mein letztes Interview sein», sagte Betancourt dem französischen Radiosender Europe 1. «Ich glaube, ich bin wirklich am Ende meiner Kraft.»

Sie sei müde und müsse sich «ein wenig zurückziehen», sagte die ehemalige Präsidentschaftskandidatin der kolumbianischen Grünen. «Ich brauche jetzt Zeit.»

(smw/sda)

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