FBI nutzt Handy als Wanze
publiziert: Montag, 25. Dez 2006 / 11:21 Uhr

Das FBI nutzt bei der Verfolgung von Straftaten offenbar die Möglichkeit, die Mobiltelefone mutmasslicher Täter als sogenannte Wanzen einzusetzen. Dabei spielen die immer weiter ausgereiften technischen Möglichkeiten der Handys eine entscheidende Rolle.

Eingesetzt wurden vermutlich vermeintliche Programm-Updates.
Eingesetzt wurden vermutlich vermeintliche Programm-Updates.
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Das geht aus einem Bericht der Lokalzeitung The Star Ledger hervor. Demnach sind im Zuge eines Prozesses gegen zwei mutmassliche Straftäter sowohl ein Handy von Typ Motorolas RAZR als auch ein Modell von Samsung zu Wanzen umgerüstet worden.

Das FBI will die angewandte Technik nach eigenen Aussagen zwar nicht offen legen, aber nach Meinung von Sicherheitsexperten wurde dabei vermutlich das so genannte over-the-air programming (OTA) eingesetzt. Damit werden bei kompatiblen Endgeräten automatische Updates der Handy-Firmware oder bestimmter Inhalte drahtlos aus der Ferne über das Mobilfunknetz möglich: Was nach Aussage der Hersteller eigentlich als ein besonderer Komfort für die Nutzer gedacht ist, wird somit nach Meinung vieler Datenschützer zu einer grossen Sicherheitslücke.

Ursprünglich sollte die drahtlose Programmiertechnik dazu dienen, dass ein Gerät für ein Update der Firmware nicht mehr extra eingeschickt und vom Kunden entbehrt werden muss. Doch genau dadurch entsteht ebenso die Möglichkeit, die Handysoftware quasi unbemerkt zu ersetzen. Da das Mobiltelefon augenscheinlich normal funktioniert, merkt der Anwender in der Regel nichts. Sogar, wenn das Telefon nicht benutzt wird, kann es so weiterhin als Wanze dienen. Auch die hohen Akkulaufzeiten leisten dazu ihren Beitrag.

Die Kehrseite moderner Technologien

«Die Möglichkeiten der neuen Telefone haben eben ihren Preis. Auf dem gleichen Weg wie die aktuellen Börsenkurse finden auch unerwünschte Eindringlinge Zugang zu den Handys», erklärte der Sicherheitsberater James M. Atkinson von der Granite Island Group dem «Star Ledger». Wenn solche Türen geöffnet werden, besteht in den Augen vieler Verbraucherschützer die grosse Gefahr des Missbrauchs. Zwar versichern Ermittlungsbehörden, dass mit einer offiziellen Genehmigung möglichst nur die Teile von Gesprächen herausgefiltert werden, die für die Strafverfolgung relevant sein könnten, Sicherheitsexperten kritisieren dennoch die Bereitstellung derartiger Technologien. So soll es beispielsweise im Internet ausführliche Erklärungen von Hackern geben, wie man solche Sicherheitslücken ausnutzt und Nutzer entsprechender Handys ausspionieren kann.

«Angesichts der zahlreichen Mikrophone und Kameras in Alltagsprodukten, entstehen Überwachungs- und Missbrauchspotentiale bislang unbekannter Dimension», warnt etwa der Anwalt Kevin Bankston von der Electronic Frontier Foundation. Einige Mobiltelefonhersteller verzichten offenbar zugunsten der Sicherheit auf unsichere Übertragungswege. Im Fall von Nokia kann ein Firwareupdate bei Handys nach eigener Aussage nur durch autorisiertes Fachpersonal vor Ort und nicht drahtlos aus der Ferne durchgeführt werden.

(Steffen Prey/teltarif.ch)

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