FC Basel unter enormem Zugzwang
publiziert: Donnerstag, 19. Okt 2006 / 07:30 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 19. Okt 2006 / 08:57 Uhr

Der FC Basel steht nach der Blamage gegen Schaffhausen unter enormem Druck. Die Unruhe Umfeld lässt sich heute Abend im St. Jakob-Park (ab 20.15 Uhr) nur mit einem Sieg gegen Feyenoord Rotterdam zum Auftakt der UEFA-Cup-Gruppenphase mildern.

Trainer Christian Gross steht nach der Pleite (Bild) gegen Schaffhausen unter Druck.
Trainer Christian Gross steht nach der Pleite (Bild) gegen Schaffhausen unter Druck.
«Wir wollen mit drei Punkten anfangen», sagte Basels in die Kritik geratener Trainer Christian Gross. «Wer im UEFA-Cup überwintern will, muss vor allem die beiden Heimspiele gewinnen. Um als Aussenseiter zu bestehen, müssen wir das Szepter in die Hand nehmen, dominant und aggressiv auftreten und den Gegner zu Fehlern zwingen.»

Der FC Basel hat seit der Champions-League-Saison 2002/2003 stetig an Qualität verloren. Die wegen (zu) zahlreicher Transfers immer wieder umgebaute Mannschaft sucht Identität und Stabilität. Selbiges gilt allerdings auch für Feyenoord. Die Glanzzeiten des 14-maligen holländischen Champions, Meistercup-Siegers 1969/70 und zweifachen Gewinners des UEFA-Cups (1973/74 und 2001/02) sind vorbei.

Das Team von Trainer Erwin Koeman befindet sich nach dem Abgang der Spitzenstürmer Salomon Kalou und Dirk Kuijt im Umbau und tritt ebenfalls nicht gefestigt auf. Feyenoord, das mit Ajax Amsterdam und dem PSV Eindhoven zu den renommiertesten Vereinen Hollands gehört, nimmt nach sieben Meisterschaftsspielen mit 11 Punkten und einem Torverhältnis von 11:10 nur den 7. Platz in der «Eredevisie» ein.

Offensivprunkstück Charisteas

Davon, dass Feyenoord spielerisch noch immer einiges zu bieten hat, konnte sich Basels Chefscout Ruedi Zbinden am Sonntag in Waalwijk (2:2) überzeugen. «Die Angriffe werden weiterhin typisch holländisch gepflegt von hinten aufgebaut. Im Mittelfeld wird im Rhombus agiert, und im Sturm erweisen sich der Marokkaner Boussaboun und der Grieche Charisteas als torgefährlich. Man muss sie stören, um zu bestehen». Angelos Charisteas, der Torschütze zum 1:0 Griechenlands im EM-Final 2004 gegen Portugal, fand von Werder Bremen via Ajax Amsterdam zum Arbeiterklub Feyenoord.

Feyenoords Mannschaft besitzt indes nicht mehr die Klasse des Teams von Trainer Ruud Gullit, das dem FC Basel vor 22 Monaten in der UEFA-Gruppenphase durch einen Treffer von Cesar Carignano mit 0:1 unterlag. An das Ensemble, das den FCB in der 2. Runde des UEFA-Wettbewerbs 2000/01 im St.Jakob-Park (1:2) und im De Kuip (0:1) besiwegte, kommt die aktuelle Formation schon gar nicht heran. Trainer Gross relativierte jedoch: «Feyenoord ist schwierig einzustufen und daher unberechenbar».

Nur Chipperfield blieb übrig

Vom FCB-Team, das am 16. Dezember 2004 gegen Feyenoord triumphierte, taucht heute nur noch Scott Chipperfield in der Startelf auf. Der grosse Rest hat sich ins Ausland abgesetzt, ist verletzt (Carignano) oder Ersatz (Sterjovski). «Nun müssen uns eben andere Leadertypen führen», bemerkte Gross.

«Das Potenzial ist da. Es gilt, dieses abzurufen. Wir spüren aber noch die Nachwehen der WM. Zahlreiche Spieler haben ihren Höhepunkt erreicht und sind etwas ausgelaugt, andere wie Majstorovic müssen noch die Enttäuschung über die Nichtberücksichtigung verarbeiten».

Der FCB-Abwehrchef, der 18 Monate bei Twente spielte, verfügt wie der Stürmer Cristiano (je vier Saisons für Breda und Roda Kerkrade mit 52 Toren in 170 Spielen), über Holland-Erfahrung. Seit zwei Wochen ist der Brasilianer Eduardo wieder im Training. Ein Teileinsatz des Punchers scheint möglich.

Erstmals seit dem 13. Mai und den Ausschreitungen nach dem verlorenen Meisterschaftsfinal gegen den FCZ werden im Stadion wieder alle Plätze zur Verfügung stehen. Auch die Muttenzer Kurve dürfte nach der Beendigung des Boykotts wieder voll besetzt sein. Bis Dienstagmittag wurden 14 500 der rund 30 000 verfügbaren Sitzplatz-Karten abgesetzt.

Die voraussichtlichen Startformationen

Basel: Costanzo; Zanni, Majstorovic, Nakata, Chipperfeld; Kuzmanovic, Bah, Ergic, Buckley; Cristiano, Petric. -- abwesend: Smiljanic, Carignano, Dzombic (alle verletzt), Caicedo (keine Spielbewilligung).

Feyenoord Rotterdam: Timmer; Buijs, Greene, Saidi, Drenthe; De Guuzman, Lucius, Hofs, Pardo; Boussaboon, Charisteas/van Hooijdonk. -- abwesend: Castelen und Collen (beide verletzt).

Schiedsrichter: McDonald (Scho)

(Peter Wyrsch, Basel/Si)

 
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