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FC Basel verdarb den St.Gallern die frühe Meisterfeier
publiziert: Freitag, 12. Mai 2000 / 21:45 Uhr / aktualisiert: Samstag, 13. Mai 2000 / 10:36 Uhr

Basel - Siegessicher kamen einige hundert St. Galler Fans im Bahnhof SBB in Basel an. Sie waren gekommen, um mit einem Sieg gegen den FCB den Meistertitel zu feiern. Doch daraus wurde nichts. Die Basler zeigten dem kommenden Schweizer Meister zumindest in diesem Spiel den Meister. Der FCB gewann 3:1

Jubelnd kamen die St. Galler nach Basel. Zum Schluss jubelten aber die Basler.
Jubelnd kamen die St. Galler nach Basel. Zum Schluss jubelten aber die Basler.
Siegessicher zogen einige Hundertschaften von St. Gallern im Bahnhof Basel ein und machten sich auf den Weg auf die Schützenmatte. Die Euphorie aber wurde durch das offensive Spiel des FCB in den ersten Minuten nach Spielbeginn arg gedämpft.
Die St. Galler trafen auf einen FCB, wie man ihn selten gesehen hat. Bereits in der 7. Minute schoss der Franzose unter den Baslern, Didier Tholot, das erste Tor. Kurz zuvor hatte er einen Ball und die erste Chance zum Führungstreffer knapp verfehlt. Die St. Galler hatten in der ersten Halbzeit drei ganz dicke Chancen. Contini schoss allein vor FCB-Goali Zuberbühler an die Latte. Zweimal rette Zuberbühler gegen einen St. Galler Stürmer in Extremis.
Gegen das zwischenzeitliche 1:1 durch Amoah war die Basler Abwehr chancenlos. Amoah tanzte seine Gegner auf engstem Raum aus und erzielte ein sehenswertes Tor.
Den 10'500 Zuschauern auf der Schützenmatte wurde grossartiger Fussball gezeigt. Bundesliga-Trainer Friedel Rausch bezeichnete es als "Weltklasse". Vor allem in der ersten Halbzeit bestimmten die Basler das Tempo und die St. Galler hatten grosse Mühe, mitzuhalten.

Offener Schlagabtausch
Der offensive Schlagabtausch brachte die Zuschauer von Beginn weg in Stimmung. Die 20 Startminuten brachten drei sehenswerte Tore. Der Franzose Tholot traf für Basel aus der Drehung genau in Stiels tiefe Ecke zum 1:0 (7.). Mit einem phantastischen Slalomlauf glich Amoah aus (17.). Sein 24. Saisontor verdiente das Prädikat "Weltklasse". Unwiderstehlich lief der Ghanaer der gesamten Basler Abwehr davon und schob gelassen ein. Basels sofortige Reaktion war erstaunlich. Von Cantaluppi bedient, lief Savic einige Schritte und drückte aus knapp 20 Metern mutig ab. Der Ball fuhr, unhaltbar für Stiel, genau ins Lattenkreuz zum 2:1 (20.).

Continis Meisterball
20 Minuten waren gespielt, und die rasante Gangart der beiden Spitzenteams nahm ihre Fortsetzung. Vor allem Basler gab sich mit dem Erreichten nicht zufrieden. Energisch setzten sie jedem Ball nach, erkämpften sich praktisch alle Abpraller und schossen aus allen Lagen. Yakin verfehlte zweimal knapp. St. Gallen war vorab mit Abwehraufgaben beschäftigt. Bis unmittelbar vor der Pause. Da eröffnete der sonst ausgezeichnete Zuberbühler mit einer missglückten Fussabwehr den St. Gallern die Ausgleichschance. Amoah schoss den Ball präzis in die linke Ecke, doch Zuberbühler wehrte reflexschnell ab, und Contini hämmerte den Nachschuss freistehend an die Latte. In dieser und auch in der nächsten Szene vor der Halbzeit verpasste es Contini, dem Match noch eine Wende zu geben.

Die Auferstehung des Didier Tholot
In der zweiten Spielhälfte kamen die Ostschweizer zu keinen Torgelegenheiten. Obwohl Trainer Koller seine Offensive zahlenmässig mit Gane und Müller aufstockte, waren keine Lücken mehr in Basels Abwehr zu finden. Der Heimklub spielte nun konzentrierter und stand näher an den St. Galler Angreifern, die sofort energisch gestört wurden. Nach 57 Minuten war die Partie ohnehin entschieden. Tholot, der erstmals in dieser Finalrunde reüssierte, nahm eine Flanke volley ab und traf unhaltbar zum 3:1. Basels Anhänger applaudierten und bereiteten dem wirbligen Franzosen bei seiner vorzeitigen Auswechslung eine "standing ovation".
Basel deckte St. Gallens Limiten auf. Vor allem aus dem Mittelfeld kamen zu wenig Impulse. Einige, wie Winkler, Guido und Colacino waren zu nervös, und Jairo gelang nicht viel. Basel wurde zu viel Raum gewährt, so dass St. Gallens Abwehr unter fast permanentem Druck geriet.

Nun gegen die Leuchten
Die Ostschweizer haben den ersten Matchball zur Meisterschaft nicht verwertet. Die Niederlage gilt es zu analysieren und zu verkraften. Auch Luzern wird am kommenden Freitag gewillt sein, den Leader zu stoppen und sich für die 1:7-Schlappe im Espenmoos zu revanchieren.

Tabelle

1. St. Gallen 10 7 2 1 27:11 46 (23)*
2. Basel 10 5 4 1 15: 9 38 (19)
3. Lausanne 9 4 2 3 11: 8 32 (18)
4. Grasshoppers 9 4 3 2 20:15 32 (17)
5. Luzern 9 4 0 5 12:23 26 (14)
6. Servette 9 3 1 5 17:15 24 (14)
7. Yverdon 9 2 0 7 8:17 21 (15)
8. Neuchâtel Xamax 9 1 2 6 8:20 19 (14)

* = in Klammern halbierte Punkte aus der Qualifikation (bei Punktgleichheit entscheidet die Rangierung in der Qualifikation)

Spieltelegramm

Basel - St. Gallen 3:1 (2:1)

Schützenmatte. -- 10 550 Zuschauer. -- SR Busacca. -- Tore: 7. Tholot 1:0. 17. Amoah 1:1. 20. Savic 2:1. 57. Tholot 3:1.

Basel: Zuberbühler; Ceccaroni, Knez, Kreuzer, Cravero; Kehrli, Murat Yakin, Cantaluppi, Savic (68. Güner); Tholot (80. N'Tiamoah), Koumantarakis.

St. Gallen: Stiel; Zellweger, Zwyssig, Mazzarelli, Dal Santo (60. Gane); Winkler (65. Müller), Guido (77. Imhof), Jairo, Colacino; Amoah, Contini.

Bemerkungen: Basel ohne Huggel (gesperrt), Barberis, Häberli und Güntensperger (alle verletzt). St. Gallen ohne Pinnelli und Zinna (beide verletzt). 8000 Eintrittskarten im Vorverkauf abgesetzt; rund 3000 St. Galler im Stadion. 44. Lattenschuss von Contini. 89. Lattenkopfball von Kreuzer ans eigene Tor. Verwarnungen: 32. Mazzarelli, 49. Jairo, 55. Cantluppi, 66. Müller, 77. Kehrli (alle Foul).

(klei/news.ch)

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