FC St. Gallen sucht Spender
publiziert: Freitag, 13. Feb 2009 / 00:01 Uhr / aktualisiert: Freitag, 13. Feb 2009 / 00:27 Uhr

Sportlich präsentiert sich St. Gallens Ausgangslage wenige Tage vor dem Start zur Challenge-League-Rückrunde gut. Das Team ist topklassiert. Im finanziellen Bereich hingegen fehlen die Mittel. Die Eigenkapital-Basis ist rund 800'000 Franken zu tief.

St.Gallens VR-Präsident Michael Hüppi. (Archivbild)
St.Gallens VR-Präsident Michael Hüppi. (Archivbild)
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«Uns fehlen derzeit zwischen 700'000 und 800'000 Franken», bekannte St. Gallens VR-Präsident Michael Hüppi. Sollten die Ostschweizer in den kommenden Wochen keine neuen Geldgeber finden, droht ihnen im schlimmsten Fall die Deponierung der Bilanz und wohl auch die Verweigerung der Lizenz durch die Liga.

Per Ende Dezember schloss die AG des Klubs dank ausserordentlichen Erträgen von 700'000 Franken mit einer ausgeglichenen Rechnung. Der neue Vorstand um Hüppi trat im Sommer eigenen Angaben zufolge ein schwieriges Erbe an. Das Eigenkapital war vor dem Amtsantritt um 5,5 Millionen auf 0,5 Millionen gesunken.

Hüppi und seine neue Crew steht nun vor dem Problem, dass die Kosten nach dem Abstieg aus der Axpo Super League gleich hoch (oder gar höher) waren. «Dazu sind die Betriebskosten des neuen Stadions auch grösser, die Einnahmen in der Challenge League aber kleiner.» Die TV-Gelder sind spürbar geringer, die Werbeerträge sanken, und die Zuschüsse der Liga sind ebenfalls wesentlich tiefer.

«Die weltweite Finanzkrise schlägt ebenfalls bereits voll durch. Die Spendenfreude lässt spürbar nach. Davon sind auch die anderen Klubs im Land betroffen», führte Hüppi aus. In der aktuellen Situation gestalte sich die Suche nach Sponsoren oder Investoren als ausgesprochen schwierig. Noch ist der sportliche Betrieb nicht tangiert, noch peilt der FCSG die Rückkehr in die Eliteliga an.

Bemühungen im Fanwesen

Obschon die Ostschweizer kostensparend wirtschaften müssen, haben sie ihre Anstrengungen im Zuschauerbereich verstärkt. Die Probleme mit gewalttätigen Fans nimmt die Vereinsleitung ernst. «Der FCSG und die BAG (Betriebs AG AFG Arena) räumen der Sicherheit einen sehr hohen Stellenwert ein und nehmen die diesbezügliche Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und den friedlichen Fans wahr», lobte der Stadtrat in einem mehrseitigen Schreiben.

Die Stadt selber toleriert Gewalt innerhalb und ausserhalb des Stadions nicht. «Gegen Straftäter wird konsequent vorgegangen. Gewalt im Sport führt zu einem Imageproblem -- für den FC, die Fans selber, die Stadt und auch die Polizei. Wir wollen das nicht», betonte der St. Galler Stadtrat Nino Cozzio im Rahmen einer Informationsveranstaltung.

Der Verein kooperiert seit den schweren Ausschreitungen nach dem letzten Spiel in der Abstiegssaison enger mit einflussreichen Fan-Vertretern. «Die Fans fühlen sich ernst genommen», bestätigte Urs Baumgartner, einer der St. Galler Fan-Betreuer. Mit über 12 000 Anhängern im Schnitt lockt der FCSG auf zweithöchster Stufe mehr Publikum an als der ASL-Leader Zürich.

St. Gallen unterstützt «Sicherheit im Sport»

Deshalb werden die Ostschweizer auch das Swiss-Olympic-Projekt «Sicherheit im Sport» (SIKO) tatkräftig unterstützen. Die noch unter Alt-Bundesrat Samuel Schmid intiierte Gruppe befasst sich mit den Ursachen der Gewaltexzesse im Umfeld von Fussball- und Eishockey-Veranstaltungen.

Bis Ende Jahr will der Bund, die kantonalen Justiz- und Polizeidepartemente in Zusammenarbeit mit den betroffenen Sportverbänden (und den SBB) Massnahmen prüfen und auswerten. Ende Jahr will der SIKO-Präsident Pius Valier den Ligen (Fussball und Eishockey) entsprechende Modelle empfehlen.

(von Sven Schoch (Si), St. Gallen/Si)

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