FC Wils historischer NLA-Aufstieg ist perfekt
publiziert: Samstag, 4. Mai 2002 / 20:36 Uhr / aktualisiert: Samstag, 4. Mai 2002 / 22:10 Uhr

Wil - Was sich seit Wochen abzeichnete, ist am vorletzten Spieltag der Auf-/Abstiegsrunde Tatsache geworden: Der FC Wil sicherte sich mit einem 1:1-Remis in Winterthur die erste NLA-Promotion seiner 102-jährigen Vereinsgeschichte.

Im Ringen um den letzten verbleibenden Platz in der Elite hat sich die Situation zu Ungunsten des FC Aarau verändert. Mit einem 1:2 in Delsberg manövrierte sich die nur noch fünftklassierte Equipe von Trainer Rolf Fringer in eine heikle Lage und unter den Trennstrich.

Der Sturz in die Zweitklassigkeit nach 21 Jahren in der höchsten Liga ist für Aarau in bedrohliche Nähe gerückt; die achte Verbannung in die Auf-/Abstiegsrunde könnte im sportlichen (und längerfristig wohl auch finanziellen) Fiasko enden.

Zum vorläufigen Profiteur avancierte Thun. Nach dem 3:3 beim Absteiger Luzern reihten sich die punktgleichen Berner Oberländer dank der um einen Treffer besseren Tordifferenz auf Position 4 ein. Eine noch vorzüglichere Ausgangslage verpasste Thun wegen eines höchst vermeidbaren Gegentreffers: Zwanzig Sekunden vor dem Abpfiff nützte Luzerns Andreoli die späte Desorientierung Thuns in der 93. Minute zum glückhaften 3:3.

Thuns Vorteil

Trotz dem ärgerlichen Punktverlust auf der Luzerner Allmend liegen die Aufstiegstrümpfe am letzten Spieltag am Dienstag ausschliesslich in den Händen der Thuner: Die Berner Oberländer empfangen den abgeschlagenen Letzten Winterthur, Aarau trifft im Brügglifeld auf den Leader Xamax.

Bestenfalls theoretischer Natur sind die Aufstiegschancen der SR Delémont. Mit ihrem Heimsieg gegen Aarau haben die unberechenbaren Jurassier die Schlussphase der Meisterschaft zwar mit Würze versehen, den Zweipunkterückstand auf das Duo Thun und Aarau werden sie aber kaum mehr wettmachen, zumal der Gang zum geretteten Lausanne ansteht.

Festivitäten in Winterthur

Selbst Nenys Ausgleich in der 82. zum 1:1, nachdem Felix Mordeku 18 Minuten zuvor mit seinem sechsten Treffer in der Auf-/Abstiegsrunde die Wiler Führung ermöglicht hatte, mochte den stattlichen Ostschweizer Anhang nicht mehr zu betrüben. Die rund 400 mitgereisten Anhänger erfreuten sich am erstmaligen, gesamthaft gesehen höchst verdienten Aufstieg ihrer Lieblinge.

Nicht überschwänglich, aber doch mit grosser Genugtuung durfte Wils österreichischer Coach Heinz Peischl resümieren, dass sein Team in dieser Saison «läuferisch und technisch von Spiel zu Spiel Fortschritte erzielt hat». Er, der im Sommer anstelle des unverhofft nach Frankfurt abgesprungenen Martin Andermatt zum Verein gestossen war, lobte die Vereinsleitung: «Ich habe eine ideale Plattform vorgefunden, das Umfeld war pefekt organisiert. Und das ist nicht selbstverständlich.»

Im Gegensatz zu anderen B-Ligisten strebte Wil den Aufstieg von Beginn weg konsequent und überlegt an. Sportchef Armando Müller stellte mit geschickten Transfers eine kompetitive Equipe zusammen. Sie verfügten über 20 taugliche Spieler, stellte Müller stolz fest. «Der Erfolg ist hart erarbeitet», konterte Müller den (unangebrachten) Vorwurf, sich den Aufstieg nur erkauft zu haben. A propos Finanzen: In der NLA wollen die Ostschweizer mit gegen vier Millionen wirtschaften.

Melunovics verhängnisvolles Foul

Bis zur 87. Minute hielt Aarau den Schaden trotz fehlerhafter Vorstellung begrenzt, dann allerdings bremste Elvir Melunovic Delémonts Stürmer Biancavilla im Strafraum regelwidrig. Der 21-jährige Andreas Heiniger liess sich die Penaltychance nicht entgehen, womit er die enttäuschenden Gäste unter den Trennstrich beförderte.

Fringers Team offenbarte insbesondere im Mittelfeld arge Probleme. Keiner war in der Lage, die Offensive mit brauchbaren Bällen zu versorgen und Ordnung in den chaotischen Aufbau zu bringen. Zu viele Eigenfehler hätten sie begangen und «immer wieder quer gespielt», bemängelte Trainer Fringer. Es deutete wenig darauf hin, dass Aarau am Dienstag Xamax bezwingen könnte.

(kil/sda)

 
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