FC Zürich unter Zugzwang - Gelassenheit in Basel
publiziert: Dienstag, 27. Okt 2009 / 19:50 Uhr

Für die beiden im Europacup engagierten Schweizer Mannschaften geht es Schlag auf Schlag. Am Mittwoch stehen sich der FC Zürich und der FC Basel im Topspiel der 14. ASL-Runde gegenüber. Vor allem für den FCZ geht es um einiges.

Blockaden kennt Challandes nicht.
Blockaden kennt Challandes nicht.
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Nicht nur vor dem Klassiker gegen den FCB sprudelt Bernard Challandes wie eine frische Bergquelle. Der Romand erläutert und erklärt, er doziert über Taktik und rudert mit den Händen. Sein Redefluss ist beeindruckend. Von nichts lässt er sich ablenken -- nicht einmal vom Sturz eines Journalisten, der mit laufender Kamera vor die Füsse des FCZ-Trainers fällt. Challandes spricht weiter; nein, die Worte quellen aus ihm heraus.

Blockaden kennt Challandes nicht. Oder er diskutiert sie weg. Auch die miserable Serie gegen Basel (seit 12 Spielen sieglos) will Challandes nicht überbewerten. Liegt ein mentales Problem vor? Verkrampft sich die Equipe gegen den Rivalen? «Ich weiss es nicht. Darüber möchte ich nicht zu viel sprechen. Wir müssen spielen, kämpfen», wich er 24 Stunden vor dem kapitalen Spiel aus.

Die Geschichte mit Basel sei aber schon speziell, gibt auch Challandes zu; und offenbar sind seit dem 26. November 2006 (3:2) auch ein paar Ungerechtigkeiten passiert. «Es ist nie für uns gelaufen. Im Cup der erfundene Penalty, die speziellen roten Karten.» Challandes anerkennt aber auch die Qualität des FCB. Das Sturm-Duo Streller/Frei. «Sie sind effizient und wollen etwas beweisen, haben Vergnügen im Spiel.»

Bernard Challandes´ OM-Video

Zürichs Anhang vergnügte sich in St. Gallen (3:1) auch weit besser als in der schwachen CL-Partie gegen Marseille (0:1). Challandes «rotierte» seine Equipe mit fünf Wechseln in der Startformation zum Erfolg. Die Doppelbelastung erfordere Änderungen, erklärte Challandes. Und: «Konkurrenz ist positiv. Jeder bekommt eine Chance. Eine gute Bank gibt Alternativen.» Für Challandes sind (unerwartete) Rochaden auch «kleine Provokationen» -- Margairaz und Vonlanthen hätten sie verstanden. «Sie gaben eine gute Antwort.»

Verstanden haben die Professionals vermutlich auch die Video-Sequenzen, die ihnen vom Coach vorgeführt worden sind. Grundlage der TV-Lektion war der missratene Auftritt gegen Marseille. «41 Bälle haben wir verloren. Unglaublich, 41 Bälle. Ball erobert, Ball verloren, Ball erobert, Ball verloren.» Auch eine Woche nach der schwachen Vorstellung gerät er noch in Rage. Er weiss genau: Gegen Basel benötigt der FCZ bedeutend mehr Qualität, um die Negativserie zu beenden.

Problemzone Innenverteidigung

In Basel kann man dem Klassiker in aller Ruhe entgegenblicken. Mit neun Siegen aus den letzten zehn Pflichtspielen weist der FCB nach einem mühevollen Saisonstart eine exzellente Bilanz auf. Und das 5:4 am Sonntag gegen Luzern hat die Moral der Basler nochmals gestärkt, selbst wenn Thorsten Fink nicht nur Freude am Gezeigten hatte: «Für einen Coach ist ein 5:4 nicht so schön. Denn es beweist, dass gewisse Sachen nicht geklappt haben.»

Euphorische Worte muss man von Fink nicht erwarten. Der Deutsche ist ein Anhänger von Sätzen wie «Wir nehmen Spiel für Spiel.» Grund für schlagzeilenträchtige Aussagen gibt es auch nicht. In der Meisterschaft reihte der FCB fünf Siege aneinander und jetzt wartet mit dem FC Zürich so etwas wie der Lieblingsgegner, gegen den aus den letzten zwölf Spielen acht Siege und vier Remis´ resultierten. Einziger Wermutstropfen vor dem Gang in den Letzigrund ist die lange Verletzungsliste. Diese zwingt Fink, seine Mannschaft umzustellen.

Die Innenverteidigung muss wegen den Absenzen von David Abraham (verletzt) und Atan Cagdas (gesperrt) vollkommen umgestellt werden. Es ist damit zu rechnen, dass Cabral und Benjamin Huggel im Zentrum der Abwehr zum Einsatz kommen. «Die neuen Leute werden sich beweisen wollen», ist Fink überzeugt. Dennoch sagt er auch, dass aufgrund der vielen Absenzen ein Remis kein schlechtes Reaultat wäre. Mit einem Sieg allerdings würde der FCB seinen Rivalen um neun Punkte distanzieren.

ASL, 14. Runde:
Zürich - Basel (bisheriges Duell in der laufenden Saison: 1:1). -- Mittwoch, 19.45 Uhr. -- Absenzen: Tihinen (gesperrt), Hassli, Chikhaoui (beide verletzt); Cagdas (gesperrt), Abraham, Carlitos, Constanzo, Marque, Schürpf (alle verletzt). -- Fraglich: keiner; Ferati. -- Statistik: Der FC Zürich wartet seit November 2006 auf einen Sieg gegen Basel. Seither verlor er achtmal und kam zu vier Remis. Nicht nur die letzten Direktbegegnungen, sondern auch die Formkurve spricht für den FCB. Zuletzt feierte er fünf Siege in Folge und schoss dabei 19 Treffer. Zürich kam am Wochenende immerhin zum ersten Auswärtssieg der Saison; daheim hat er in der laufenden Meisterschaft zweimal verloren und damit bereits so oft wie in der gesamten letzten Saison.

St. Gallen - Grasshoppers (3:1). -- Mittwoch, 19.45 Uhr. -- Absenzen: Koubsky (gesperrt), Haas, Caceres, Muntwiler, Kollar, Winter (alle verletzt); Lulic (gesperrt), Rennella, Colina (beide verletzt). -- Statistik: Nach einem ansprechenden Saisonstart ist St. Gallen nun seit sechs Partien ohne Sieg. Seit dem letzten Punktgewinn (1:1 gegen Sion) am 12. September kassierten die Ostschweizer vier Niederlagen und 14 Gegentreffer. GC läuft es besser: Aus den letzten vier Spielen resultierten 10 Punkte.

Aarau - Sion (1:1). -- Mittwoch, 19.45 Uhr. -- Absenzen: Bengondo, Müller, Alexejew (alle verletzt); Alioui (gesperrt), Adeshina, Mpenza, Obradovic, Sarni, Servin, Yusufi (alle verletzt). -- Statistik: Seit dem 11. Juli und dem Auftakterfolg gegen GC (1:0) konnte sich der FC Aarau nur zwei Punkte sichern. Auch der Trainerwechsel hat bisher punktemässig nichts gebracht. Unter Martin Andermatt gab es Niederlagen gegen Biel (im Cup) und gegen Bellinzona (am letzten Wochenende). Das Hauptmanko der Aargauer ist das Toreschiessen. In 13 Runden haben sie nur achtmal getroffen.

Bellinzona - Young Boys (2:4). -- Donnerstag, 19.45 Uhr. -- Absenzen: keine; Regazzoni (gesperrt), Raimondi (rekonvaleszent). -- Statistik: Die Young Boys bezogen am Wochenende die zweite Saisonniederlage. Bellinzona hat derweil einen guten Lauf. In den letzten beiden Runden (gegen Zürich und Aarau) feierten die Tessiner ihre Saisonsiege 2 und 3.

Neuchâtel Xamax - Luzern (1:2). -- Donnerstag, 19.45 Uhr. -- Absenzen: Besle (gesperrt), Geiger (rekonvaleszent); Ferreira, Wiss, Lambert (alle verletzt), Seoane (gesperrt). -- Statistik: Neuchâtel Xamax verlor seit 1993 nur einmal daheim gegen Luzern (am 3. Februar 2008). In dieser Saison kassierten die Xamaxiens erst drei Niederlagen, darunter eine im Hinspiel in Luzern und eine am Sonntag gegen Sion. Das Sturmduo Brown/Gavranovic wartet seit 206 Spielminuten auf einen Treffer. Luzern, das auswärts zuletzt zweimal ungeschlagen blieb, muss die spektakuläre 4:5-Pleite gegen Basel verarbeiten.

Rangliste (je 13 Spiele):
1. Young Boys 31. 2. Neuchâtel Xamax 24 (29:15). 3. Basel 24 (29:19). 4. Luzern 20. 5. Zürich 18 (26:24). 6. Sion 18 (22:25). 7. Grasshoppers 17. 8. St. Gallen 13. 9. Bellinzona 12. 10. Aarau 5.

(smw/Si)

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