FCB in Deutschland auf Prestige-Tour
publiziert: Donnerstag, 20. Dez 2007 / 00:00 Uhr

Vier Tage vor Weihnachten bestreitet der FC Basel in Hamburg sein letztes Spiel des überaus erfolgreichen Jahres. Das UEFA-Gruppenspiel gegen Leader HSV erachtet Coach Christian Gross als wichtige PR-Aktion für seinen Verein.

Christian Gross hofft auf einen sportlich erfolgreichen Jahresabschluss.
Christian Gross hofft auf einen sportlich erfolgreichen Jahresabschluss.
«Ich bin froh, müssen wir hier keine Punkte mehr holen», sagte Gross gestern Mittag kurz nach der Landung im nebelverhangenen Hamburg. Er nimmt damit viel Druck von seinen Spielern.

Der HSV und der FCB haben sich schon vor dem letzten Gruppenspiel für die Sechzehntelfinals von Mitte Februar qualifiziert; für beide Vereine geht es in erster Linie um den perfekten Abschluss eines erfolgreichen Jahres.

«Hier in diesem fantastischen Stadion spielen zu dürfen, ist für uns ein Highlight. Dank den Live-Übertragungen im Fernsehen soll es auch eine PR-Aktion für uns ein. Der FCB ist auf Prestige-Tour.»

Gleiche Erfolgskurve

Die Erfolgskurve der beiden Rivalen von heute Abend (20.45 Uhr/live auf SF2) im Jahr 2007 verlief mehr oder weniger parallel von unten nach oben. Der HSV stieg als Bundesliga-17. mit nur 13 Punkten und lediglich einem einzigen Sieg in die Rückrunde der Saison 2006/07.

Unter Doll-Nachfolger Huub Stevens war der Abstieg schon bald kein Thema mehr; der Holländer führte die Hamburger gar noch in den UI- und über diesen Umweg in den UEFA-Cup, in dem das Abenteuer nach sechs Siegen und einem Unentschieden noch lange nicht zu Ende scheint.

In der Meisterschaft liegt der HSV auf Platz 3, im Cup wartet der Achtelfinal gegen Rot-Weiss Essen, und in der UEFA-Cup-Gruppenphase ist der Verein zusammen mit Panathinaikos Athen und dem FCB das einzige Team ohne Gegentor.

Imposant ist auch die Bilanz des FC Basel. In der Meisterschaft setzte es in 36 Partien nur gerade drei Niederlagen ab, im Cup ist der Titelverteidiger seit zwei Jahren und zehn Spielen ungeschlagen. Im Europacup ist der FCB heuer in sieben Partien ohne Niederlage geblieben (6 Siege/1 Unentschieden) und kassierte inklusive Qualifikation nur gerade zwei Gegentore.

Stevens verlässt HSV

Während Christian Gross der Sechzehntel-Auslosung vom Freitag in Nyon keine grosse Bedeutung zumisst («Wir nehmen es, wie es kommt») und keinen Unterschied zwischen dem ersten und zweiten Schlussrang in der Gruppe sieht, wollen die Hamburger das Jahr unbedingt als ungeschlagener Gruppensieger abschliessen.

Der heutige Sieger ist Gruppenerster, bei einem Unentschieden bleibt der HSV vorne.

«Wir wollen einen perfekten Jahresabschluss», sagt Trainer Stevens, der den HSV am Saisonende aus privaten Gründen verlässt und Trainer des PSV Eindhoven wird.

Vorteile in Auslosung

Der Gruppensieger wird in den Sechzehntelfinals (13./14. und 21. Februar) einem Gruppendritten zugelost und geniesst im Rückspiel Heimrecht.

Die Gruppenzweiten treffen auf einen Gruppendritten der Champions League. Sie dürfen eenfalls im Rückspiel zu Hause antreten.

Die möglichen Gegner der Gruppenzweiten stehen mit Benfica Lissabon, Eindhoven, Glasgow Rangers, Marseille, Rosenborg Trondheim, Slavia Prag, Sporting Lissabon und Werder Bremen bereits fest.

Ohne Streller und Chipperfield

Auch weil er nicht mit seiner Bestformation antreten kann (Cesar Carignano, Scott Chipperfield, Koji Nakata und Marco Streller fehlen verletzt), schiebt Gross dem HSV die klare Favoritenrolle zu: «Wir sind krasser Aussenseiter. Es wird unheimlich schwierig werden, gegen diese technisch starke Mannschaft mit ihren sehr guten Individualisten und den dribbelstarken Stürmern zu Chancen zu kommen.»

Der HSV hat in der Bundesliga erst 13 Gegentore zugelassen; nur die Bayern sind defensiv noch stärker.

Leaderfigur Rafael van der Vaart war an zwölf der 24 HSV-Tore beteiligt und liegt in der Torschützenliste mit neun Treffern gleichauf mit dem Trio Luca Toni, Miroslav Klos (beide Bayern) und Diego (Bremen).

Wiedersehen mit Atouba

Für die Basler gibt es in der mit 51 500 Zuschauern (unter ihnen 4000 bis 5000 Basler) wohl ausverkauften HSH Nordbank-Arena ein Wiedersehen mit dem kamerunischen Aussenverteidiger Thimothée Atouba, der zwischen 2002 und 2004 die Basler Fans mit seinen Finten und Flügelläufen begeisterte.

Ebenfalls im Stadion wird der langjährige HSV-Söldner Raphaël Wicky sein.

Der an beiden Knöcheln operierte Schweizer Internationale weilt seit Freitag zu Therapiezwecken in Hamburg und wird vor dem Anpfiff vom HSV verabschiedet.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Hamburger SV: Rost; Boateng, Reinhardt, Mathijsen, Atouba; Jarolim, de Jong; Trochowski, van der Vaart, Olic; Guerrero.

Basel: Costanzo; Zanni, Majstorovic, Marque, Hodel; Huggel; Carlitos, Ergic, Eduardo; Derdiyok, Caicedo. -- Verletzt: Carignano, Chipperfield, Nakata, Streller.

SR: Vollquartz (Dä).

(von René Baumann, Hamburg/Si)

 
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