FCB schlägt Spartak Moskau 2:0 und ist nun Zweiter
publiziert: Dienstag, 5. Nov 2002 / 20:37 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 5. Nov 2002 / 21:51 Uhr

(Si) Basel hat die gute Ausgangslage in der Champions League noch besser gemacht. Dank des 2:0 bei Spartak Moskau hievte sich der FCB vor Liverpool auf den 2. Platz der Gruppe. Die Tore bei arktischen Temperaturen schossen Rossi (18.) und Gimenez (89.).

Archivbild: Julio Hernan Rossi ebnete den Weg für den Sieg des FCB in Moskau
Archivbild: Julio Hernan Rossi ebnete den Weg für den Sieg des FCB in Moskau
Nach diesem Erfolg -- es war nach Lausannes Sieg im UEFA-Cup gegen Torpedo Moskau vor zwei Jahren erst der zweite einer Schweizer Equipe auf russischem Boden -- genügt dem FCB im abschliessenden Gruppenspiel am kommenden Dienstag zuhause gegen Liverpool ein Unentschieden, um in die Zwischenrunde vorzustossen. Eines ist den Baslern aber jetzt schon gewiss: der 3. Platz und damit der Verbleib auf der internationalen Bühne -- zumindest im UEFA-Cup -- ist der Equipe von Trainer Christian Gross nicht mehr zu nehmen.

Julio Hernan Rossi wird immer mehr zu Basels "Mister Champions League". Mit dem vierten Treffer in der Königsklasse brachte der 25-jährige Südamerikaner den Schweizer Meister schon früh auf die Siegesstrasse. Rossi schob im zweiten Versuch den Ball ins Tor, nachdem er von Tum mit einem geschickten Rückpass angespielt worden war. Gegen die noch immer punktelosen Russen war dieser Treffer bereits die Vorentscheidung, denn Spartak zeigte lediglich zu Beginn der beiden Halbzeiten einige gefährliche Angriffe. Die auf dem holperigen Boden spielerisch ebenfalls enttäuschenden Basler hielten den Kontrahenten jedenfalls ohne grosse Probleme unter Kontrolle. Die besten Ausgleichschance Spartaks hatte Alexander Danischewski, der seinen Schuss in der 65. Minute aus wenigen Meteren jedoch kläglich verzog.

Basler Torchancen waren jedoch auch rar. In der zweiten Halbzeit wurde bis zu Gimenez Kontertor zwei Minuten vor dem Abpfiff, von den Bebbi keine Aktion gefährlich bis in den gegnerischen Strafraum vorgetragen. Vor der Pause hatten Tum und Hakan Yakin immerhin noch zwei ausgezeichnete Gelegenheiten, den Sieg frühzeitig zu sichern.

Diese beiden Gelegenheiten konnten indes nicht kaschieren, dass der FCB auch in der ersten Halbzeit kaum einmal eine Linie in sein Offfensiv-Spiel brachte. Überraschen vermochte dies allerdings nicht, denn bei Temperaturen, die unter dem Gefrierpunkt lagen und einem entsprechend harten Boden, war ein gepflegter Aufbau schier unmöglich. Dennoch müssen sich die Basler den Vorwurf gefallen lassen, vor allem in der Starphase zu viele Bälle leichtfertig verloren und dem Gegner -- zumindest im Ansatz -- so zu gefährlichen Aktionen verholfen zu haben. Gegen die harmlosen Spartak-Akteure führten diese Konzentrationsfehler aber glücklicherweise nicht zu Gegentoren.

Schon in den ersten fünf Minuten gelangten die Russen nämlich zu vier Torschüssen, wobei der letzte dieser Startoffensive zum Führungstreffer der Moskowiter hätte führen müssen. Der Ukrainer Alexander Pawlenko schoss jedoch aus wenigen Metern am verlassenen Tor vorbei. Danach erlosch dieses Feuer im Spiel Spartaks bereits wieder. Und kaum hatten die Basler die Ordnung gefunden, traf Rossi zum 1:0. Ein optimaler Abschluss und guter Basler Lohn einer an sich verpatzten Startphase.

Wenn auch die konstruktiven Momente selten blieben, ist doch der solidarische Auftritt sowie der Kampf und die Aggressivität der Basler zu loben. Hakan Yakin beispielsweise, dem nach vorne nur wenig gelang, rannte mehr als in den letzten Partien. Ein Sonderlob hatte Gross nach der Partie für Tum bereit, dem er -- wohl stellvertretend für die Mannschaft -- eine kämpferisch überragende Leistung zum Wohle der Equipe attestierte. Gross hatte den Kameruner überraschend für Gimenez nominiert, der nach einer Adduktorenverletzung zunächst auf der Bank Platz nahm. Der Beste aber war einmal mehr Murat Yakin. Dem Captain unterlief nach wenigen Sekunden zwar der erste Fehler in der problematischen Startphase, doch in der Folge wirkte er in der Innenverteidigung souverän und verlor kaum einen Zweikampf.

Für Spartak Moskau war diese Niederlage der Auftakt zu einer 24 stündigen Phase, die dem erfolgsverwöhnten Verein wohl noch einen zweiten herben Rückschlag bringen wird. Gegen Basel wurde im 16. sieglosen Champions-League-Auftritt in Serie die Chance verpasst, vielleicht doch noch in den UEFA-Cup zu kommen, und heute Abend könnte Stadtrivale Lokomotive Moskau mit einem Sieg im Nachtragsspiel gegen Wladikawkas die letzte Hoffnung Spartaks auf eine erfolgreiche Titelverteidigung in der Meisterschaft zerstören. Wer die Mannschaft Oleg Romantsews sah, ist über die schwache Saison nicht erstaunt. Einige persönliche Efforts Bestschastnichs oder des jungen Danischewskis genügen nicht, um in der Champions League zu Punkten zu kommen oder im Championat die nationale Konkurrenz hinter sich zu lassen.

Tabelle:

1. Valencia 5 4 1 0 14: 4 13 2. Basel 5 2 2 1 9: 9 8 ------------------------------------- 3. Liverpool 5 2 1 2 9: 5 7 ------------------------------------- 4. Spartak Moskau 5 0 0 5 1:15 0

(fest/sda)

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