FCZ-Profi Silvan Aegerter zum Schlussprogramm
publiziert: Freitag, 22. Mai 2009 / 11:38 Uhr

Beim Leader FCZ verliert Silvan Aegerter die Fassung nur ganz selten. Der 29-jährige Ex-Thuner spielt im Schlussprogramm der Liga eine zentrale Rolle. Seine unaufgeregte Art kommt an - ebenso wie seine Botschaft an gewalttätige Fussball-Rowdies.

Silvan Aegerter ist der ruhige Pol im Team.
Silvan Aegerter ist der ruhige Pol im Team.
Zur Frustbewältigung benötigten die Zürcher nach dem bitteren 1:3 gegen Basel mehr als 24 Stunden. Das stellt keiner der Spieler in Abrede. Aber ebenso sehr ist spürbar, dass sie beim FCZ nun nicht alles hinterfragen.

Silvan Aegerter, der ruhige Pol im Team, fasst die aktuelle Ausgangslage ziemlich pragmatisch zusammen: «Mit zwei weiteren Siegen stehen wir am Ende oben.»

Aegerter lässt sich die Hektik nicht einreden. Am Nervenspiel des Kontrahenten nimmt der defensive Mittelfeldspieler nicht teil: «Wir wissen selber, dass wir in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt und Basel zu viel Raum überlassen haben. Danach waren wir klar besser, verpassten es aber, das 2:1 zu schiessen.» Von verschobenen Vorteilen hat er nichts bemerkt: «Es ändert eigentlich nichts. Wir sind immer noch einen Punkt vor dem FCB.»

Sie hätten eine Chance verpasst, die Entscheidung vorzeitig zu erzwingen. «Basel hatte das Messer am Hals und musste unbedingt gewinnen.» Trotz des vergebenen Matchballs hätten sie alles in den eigenen Händen. «Und das ist auch gut so. Gewinnen wir die restlichen Spiele, stehen wir Ende der Saison zuoberst. Basel ist auf einen Ausrutscher von uns angewiesen. Aber den Gefallen werden wir ihnen nicht machen.»

Aegerter strahlt Zuversicht aus. Seine positive Haltung wirkt aber keinesfalls aufgesetzt. Er hat kein Phrasenbuch gelesen. Der Mann aus Grenchen verliert weder nach einem Coup noch nach einer Enttäuschung das Augenmass. Sein Gefühl für die richtige Balance kommt dem Team auch auf dem Rasen zupass. Aegerter beschleunigt das Spiel selten im falschen Moment.

Er ist der Garant dafür, dass der FCZ (im Gegensatz zum FCB) die Mittelschicht der Super League in dieser Saison kaum je unterschätzt hat. Aegerter ist quasi die Verbindungsstelle zwischen der Künstler-Fraktion Dusan Djuric, Yassine Chikhaoui, Almen Abdi oder Xavier Margairaz und der Abwehrreihe. Und der frühere Thuner Champions-League-Held ist der konstanteste FCZ-Professional: 2753 Minuten -- so oft wie kein anderer der 23 eingesetzten Feldspieler - stand er im Einsatz.

Zu wichtig nimmt er sich und seine Position nicht: «Es sollte ja eigentlich nicht sein, dass die gesamte Mannschaft darunter leidet, wenn einer ausfällt. Klar bin ich eine zentrale Figur, die viele Löcher stopft, welche die Offensiven hinterlassen.» Aber die Breite im Kader sei durchaus vorhanden, Ausfälle zu kompensieren. Als Beispiel nennt der Routinier den 18-jährigen Verteidiger Philippe Koch: «Er ersetzt Stahel sensationell.»

«Vollidioten, die Menschenleben gefährden»

Rund um die Partie gegen Basel sorgten Hooligans und Krawalltouristen für fast gleich grosse Schlagzeilen wie die Sportler selber. Aegerter missfällt dieses kriminelle Rahmenprogramm sehr: «Es ist für mich auch ein gesellschaftliches Problem -- und zwar weltweit. Heutzutage wird immer hemmungsloser gehandelt. Die Konsequenzen sind aber zu wenig hart, um solche Aktionen zu unterbinden.»

Für die als Fans getarnten Gewalttäter, die am vergangenen Sonntag das Publikum mit Leuchtraketen beschossen und später am Bahnhof stundenlang randalierten, hat Aegerter nur Verachtung übrig: «Das sind Vollidioten, die Menschenleben gefährden.» Er habe vor dem Spiel gegen Basel beobachtet, wie Hooligans einen Familienvater mit drei Kindern verfolgt hätten. «Das kann nicht sein!»

(Sven Schoch /Si)

 
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