Kritik am verdeckten Geldfluss im Wahlkampf
FDP-Wahlkampfleiter kritisiert Geldfluss bei der SVP
publiziert: Montag, 31. Jan 2011 / 09:32 Uhr
Vincenzo Pedrazzini ist Wahlkampfleiter der FDP Schweiz, sowie Präsident der FDP Schwyz.
Vincenzo Pedrazzini ist Wahlkampfleiter der FDP Schweiz, sowie Präsident der FDP Schwyz.

Luzern - Vincenzo Pedrazzini, Wahlkampfleiter der FDP Schweiz, macht sich Sorgen um die Demokratie. Seiner Ansicht nach haben in der SVP einige wenige Superreiche das Sagen, und sie drücken ihre Meinung mit ihrem Geld in der ganzen Schweiz durch.

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Es sei hinlänglich bekannt, dass die SVP von einigen wenigen Milliardären und Millionären wie Christoph Blocher, Rudolf Matter und Walter Frey finanziert werde, sagt Pedrazzini in einem Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung» vom Montag.

«Ich habe manchmal das Gefühl, dass da ein paar Superreiche ihre eigene Partei aufgebaut haben und dank grossen Finanzmitteln ihre Meinung gesamtschweizerisch durchdrücken können», so Pedrazzini. Wenn soviel Geld von so wenigen Personen komme, fehle die breite Abstützung. Das sei gefährlich und bereite ihm Sorgen.

Zweistelliger Millionenbetrag

Während bei der FDP mit einem derzeitigen Wahlkampfbudget von 2,6 Mio. Franken Transparenz herrsche, weiss laut Pedrazzini niemand genau, wie viel die SVP aufwendet. Es sei mit Sicherheit ein zweistelliger Millionenbetrag.

In einer Replik bezeichnet Christoph Blocher die Aussage Pedrazzinis als «dummes Zeug». «Ich finanziere die Partei nicht mit Spenden, denn die SVP darf nicht von einzelnen Geldgebern abhängig werden», wird Blocher in der «Neuen Luzerner Zeitung» zitiert.

(dyn/sda)

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Wunder Punkt 2
An den diversen Kommentaren sieht man bestens, dass hier ein wunder Punkt getroffen wurde.

Es ist egal ob jetzt die FDP dieses Thema auf das Parkett gebracht hat, wäre es die SP gewesen, hätten auch alle aufgeschrien.

Tatsache bleibt, keine andere Partei wird so von wenigen Reichen gestützt wie die SVP.
Keine andere Partei hat auch nur annähernd soviel Geld zur Verfügung für Wahlkampf, Propaganda und Meinungsmache.
Das ist nicht demokratisch. Eine Parteifinanzierungs-Reform ist dringend notwendig.
Die Schweiz hat ein Parteispendensystem
welches sich von den anonymen Spenden der Maifa in nichts unterscheidet.
Bei uns ist es sogar möglich, die Partien mit Schwarzgeld zu finanzieren und keiner würde es merken oder wollen.
Mir ist egal von wem die Aussage ist, denn sie ist traurige Realiät
Ausgerechnet die FDP
Wie verzweifelt muss die FDP sein, dass sie ausgerechnet gegen die einzige Partei agiert, die man noch als bürgerlich bezeichnen kann. Nur zur Information, die höchsten Einkommen werden in der SP erzielt und die kann sich das Geld sogar sparen, da sie den Schweizer Zentralsender bereits weitgehend gestaltet.
Eine eigene Meinung bilden
Ihre Gedanken kann ich weitestgehend nachvollziehen und unterstützen. Mir fällt auch auf, dass insbesondere vor Abstimmungen (z.B. Waffeninitiative) viele linke Positionen von den Redaktionen der Zeitungen in nicht zu übersehenden Berichterstattungen zum Besten gegeben werden. Aber alle Medienberichte als links abzustempeln greift doch etwas kurz. Da würden die Zeitungsabonnements noch schneller schmelzen als Eis an der Sonne und die Einschaltquoten bei SF oder DRS würden noch weiter sinken. Ich konsumiere die Berichte mit einer gewissen Skepsis und bilde mir mein eigenes Urteil. Das tue ich übrigens auch, wenn gewisse Artikel rechtslastig sind. Zugegeben, es ist manchmal äusserst schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen, d.h., es ist oft nicht einfach, Berichte auf ihren objektiven Gehalt hin zu prüfen. Ich finde es gut, dass die Parteien finanziell unterstützt werden. Dass halt eine Partei wie die SP oder Grünen da weniger Erfolg haben, müssen sie sich selbst zuschreiben. Welche Firma spendet denn, wenn der Empfänger den Kapitalismus abschaffen oder eine Wirtschaftsdemokratie einführen will, oder z.B. einen Lohn für alle verlangt, ohne die entsprechende Gegenleistung zu fordern usw. usw. Abschliessend: es ist jedem unbenommen, seine eigene Meinung zu bilden. Da braucht es weder das Geld der "Bürgerlichen" noch die Dogmen der Linken und Grünen.
Filzokraten
In Sachen Einflüsse von aussen ist die FDP mit an der Spitze.

Wer erinnert sich nicht daran, in welcher Partei die Wirtschaftscliquenbrüder mehrheitlich sassen, die selbstzufrieden die Swissair und die UBS in den Boden fuhren.
Man traf sich im Militär und den Wirtschaftstreffen und bestätigte sich gegenseitig, wie klug man doch sei.
Der ehemalige UBS Mitarbeiter Ex-BR Merz aus der FDP klang zu Beginn des leidigen UBS Gerangels wie der Pressesprecher der UBS.

Nein. Die FDP hat wenig Grund, Geldflüsse zu kritisieren.

Wenn ich von mir ausgehe, kann ich sagen, dass die Wahlplakate der SVP keinen Einfluss auf meine Meinung hatten.
Die SVP hat einfach die richtigen Themen zur Abstimmung vorgegelegt.

Sie packt heisse Eisen auch dann an, wenn diese von der SP/Grünen mit einem Denk- und Darübersprechverbot belegt wurden.

Etwas, was die CVP nicht mehr kann, da sie auf die Stimmen der SP angewiesen ist und etwas, dass die FDP nicht tut, weil sie glaubt, davon profitieren zu können, wenn die SVP die schweisstreibende Arbeit macht und sie sich als destingierte Alternative zur hemdsärmeligen Rethorik der SVP präsentieren kann.

Mich würde eigentlich weniger interessieren, wieviel Geld in die Parteien fliesst. Da sehe ich wie gesagt zum jetzigen Zeitpunkt weniger ein Problem, obwohl es durchaus interessant wär zu wissen, woher es stammt.

Als demokratiegefährdend seh ich eher die Berichterstattung in den öffentlichen Medien. Ein Grossteil der Journies sind linkslastig und finden das sexy.
Das schlägt sich dann in Berichten und Reportagen nieder, die in ihrer offensichtlichen Einseitigkeit manchmal kaum zu ertragen sind.
Vor allem vor Abstimmungen wird gerne hie und da noch eine kleine Reportage eingeflochten, die die gewünschte Kernaussage transportiert.

Man kann also sagen, die SP/Grünen haben ihre eigenen Propagandasender und Meinungsverstärker zur Verfügung.
Das ganze finanziert von den Billagzahlern.
Das waren seit 1998 rund CHF 11.7 Milliarden, wenn meine Zahlen stimmen.

Mit Weck ist neu jemand an der Spitze von SFDRS, der offen zugibt, kein Freund der direkten Demokratie zu sein. Jemand, der bei verlorenen Abstimmungen nach Brüssel vor Gericht ziehen will.
Jemand, der keine Diskussion aufkommen lassen will, die kontrovers geführt werden könnte und deshalb die Arena in ihrer alten Form abschafft.

Ich seh da eher eine Gefahr für die Demokratie, als in den noch zu deklarierenden Geldern von Pharma, Industrie, Banken etc. Meist sind diese eh auf mehrere Parteien gestreut. In der SVP weiss man immerhin, dass die EMS - Chemie ein grosser Spender ist.

Beim LDU war's einseitiger. Die Basis der SVP ist immerhin breiter.
Unberechtigte Sorgen
Ihre Sorgen, Herr Pedrazzini sind unberechtigt.Sie müssen ihre berechtigten FDP- Ängste vor den kommenden Wahlen nicht mit Angriffen auf die SVP behandeln.
Nicht Geld bestimmt die zunehmende Wählerschaft derr SVP, sondern die moralische Basis unserer Landesverteidigung.
Solange ihr Frauen wie Markwalder- bekennende EU-Turba- in die Wahlen schickt, werdet ihr noch mehr Wählerstimmen von FDP und CVP, vorallem in der Innerschweiz verlieren. Viele sind noch traditionelle Mitglieder ihrer Parteien, wählen aber SVP wenn unsere Werte gefährdet sind. Nämlich :"FRIEDEN IN FREIHEIT UND VORALLEM IN UNABHÄNGIGKEIT.
FDP mit F wie Filz
Und dieser Vorwurf kommt ausgerechnet von der FDP, wo das F für Filz steht. Wie steht es denn um die Abhängigkeit der FDP von den Banken und sonstigen Grossunternehmen? Zudem ist es sehr naiv zu glauben, dass das Volk mit einem teuren Wahlkampfbudget überzeugt werden kann. Ich kann in diesem Punkt zwar nur für mich persönlich sprechen; für mich zählt die Leistung und nicht teure Plakate usw.
Wunder Punkt
Da hat Pedrazzini wohl einen wunden Punkt bei Blocher getroffen.

Es ist doch ein offenen Geheimnis wie die SVP finanziert wird.

Mit Geld lassen sich Wahlen auf jeden Fall gewinnen. Aber nicht immer. Dafür gibt es genügend Beispiele.

Die Parteienfinanzierung ist aber auf jeden Fall einer der ganz dringenden reformbedürftigen Dinge in Bundesbern.
 
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