FIFA soll Zwangsprostitution verurteilen
publiziert: Montag, 15. Mai 2006 / 15:50 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Mai 2006 / 16:14 Uhr

Paris - Rund vier Wochen vor Beginn der Fussball-WM hat der Europarat erneut die FIFA zu einer klaren Verurteilung von Frauenhandel und Zwangsprostitution aufgefordert.

Werden tausende Frauen für nur 6 Wochen zur Prostitution nach Deutschland geschleust?
Werden tausende Frauen für nur 6 Wochen zur Prostitution nach Deutschland geschleust?
Ruth-Gaby Vermot-Mangold wandte sich auch an die Spieler - und an Angela Merkel. Alle Spieler und Schiedsrichter sollten eine weisse Schleife als Symbol gegen die Gewalt gegen Frauen tragen, forderte die Berner SP- Nationalrätin und Europaratsabgeordnete Vermot-Mangold bei einem Treffen des Gleichstellungsausschusses der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Paris.

«Am besten wäre es, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel auch eine weisse Schleife trüge», ergänzte sie. Bereits Mitte April hatte die Parlamentarische Versammlung des Europarates die FIFA in einer Resolution aufgefordert, «die Ausbeutung von Frauen, die manchmal leider in Zusammenhang mit Sportveranstaltungen stattfindet,» zu verurteilen.

Vor allem Vermot-Mangold wehrte sich als Berichterstatterin dagegen, «dass die FIFA Menschenhandel als eine Art Kollateralschaden betrachtet, den man einfach hinnehmen muss». Die FIFA und ihr Präsident Joseph Blatter müssten Verantwortung übernehmen.

Der Weltfussbandverband sieht jedoch keine Möglichkeit, eine gesonderte Kampagne gegen Frauenhandel zu lancieren, wie die FIFA- Verantwortlichen erklärten.

Nach Schätzungen von Nichtregierungsorganisationen sollen bis zu 60 000 Frauen und junge Mädchen hauptsächlich aus Osteuropa zur sexuellen Ausbeutung während der WM nach Deutschland geschleust werden. Viele deutsche Behörden halten diese Zahlen jedoch für zu hoch.

(fest/sda)

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