Fabian Kauter wird Profi-Fechter
publiziert: Freitag, 21. Sep 2012 / 17:31 Uhr
Fabian Kauter ist derzeit die Nummer 4 in der Weltrangliste.
Fabian Kauter ist derzeit die Nummer 4 in der Weltrangliste.

Der Degenfechter Fabian Kauter will seine Karriere als Profi fortsetzen. Eine der Voraussetzungen dazu wäre, dass der Berner als Zeitsoldat angestellt wird - wie Max Heinzer, der seit zwei Jahren bereits Profi-Fechter ist.

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Entsprechende Bemühungen, unter anderem beim Bundesamt für Sport, laufen. Per Ende April hatte der heute Samstag 27 Jahre alt werdende Fabian Kauter im Hinblick auf die Olympischen Spiele in London seine 60-Prozent-Stelle als Privatbanker gekündigt. Kauter, im Frühjahr kurzzeitig die Nummer 1 der Welt, sagt: «Ich suche immer noch nach persönlichen Sponsoren.» Durch die Tatsache, dass er bei seinen Eltern in Bern lebt, kann er seine Ausgaben tief halten. Zudem kann er kostenlos einen Wagen eines Automobil-Herstellers steuern. Etwas Geld kommt für den letztjährigen WM-Dritten zudem durch seine Auftritte als Hobby-Rapper YuRi zusammen.

Kauter hatte wie Heinzer bei den Olympischen Spielen in London enttäuscht; beide waren in den Achtelfinals gescheitert. Der Schwyzer Heinzer wird in der Weltrangliste derzeit als Nummer 2, Kauter als Nummer 4 geführt. Im Hinblick auf die Spiele 2016 in Rio de Janeiro gilt das Augenmerk der Schweizer der Qualifikation mit dem Team, die gleichbedeutend mit drei Startplätzen im Einzel-Wettkampf wäre. In London figurierte der Männerdegen-Teamwettbewerb ausnahmsweise nicht im Programm. Das Schweizer Team wurde im Juni in Legnano (It) Europameister.

Strukturen um Nationalteam verstärkt

Die Rahmenbedingungen für das Degen-Nationalteam werden für den neuen Olympia-Zyklus wie angekündigt verbessert. Die vor eineinhalb Jahren als Spitzenfechterin zurückgetretene Sophie Lamon-Fernandez wurde in Bern von Swiss Fencing in ihrer neuen Funktion vorgestellt. Die 27-Jährige übernimmt in der Neuausrichtung von Swiss Fencing den neu geschaffenen Posten einer «Managerin Spitzensport».

Lamon-Fernandez war an der EM in Legnano (It) bereits Schweizer Delegationschefin. Die Walliserin, die in Sydney 2000 als damals 15-Jährige mit dem Gewinn von Team-Silber zur jüngsten Schweizer Olympia-Medaillengewinnerin aller Zeiten avanciert ist, übernimmt sukszessive die Aufgaben des bisherigen Leistungssportchefs Gabriel Nigon, der sich nach 20 Jahren (ehrenamtlicher) Tätigkeit bei Swiss Fencing zurückziehen will.

Als dritter Nationaltrainer für den Bereich bis U23 hat der Franzose Hervé Faget (früherer Trainer von Lamon-Fernandez und Laura Flessel-Colovic, der erfolgreichsten Degenfechterin aller Zeiten - Red.) seine Tätigkeit bereits aufgenommen. Chef-Nationaltrainer Angelo Mazzoni (51) bleibt für einen weiteren Olympia-Zyklus, Co-Nationaltrainer Gianni Muzio (65) wird sein Pensum etwas reduzieren und mithelfen, die Trainerausbildung aufzubauen.

Daneben ist ein italienischer Athletik-Trainer im Mandatsverhältnis verpflichtet worden, der bereits mit den aktuellen Nationaltrainern in Italien zusammen gearbeitet hatte. Zudem stellt Swiss Fencing per 1. Januar 2013 einen Administrativdirektor an.

(bg/Si)

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