«Facebook-Junkies» werden süchtiger
publiziert: Dienstag, 27. Apr 2010 / 11:46 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 27. Apr 2010 / 12:02 Uhr
Der Verzicht auf soziale Netzwerke kann bei einigen schon zu suchtartigen Entzugserscheinungen führen.
Der Verzicht auf soziale Netzwerke kann bei einigen schon zu suchtartigen Entzugserscheinungen führen.

Washington D.C./Zürich - Soziale Netzwerke sind für ihre Nutzer bereits so wichtig, dass ein Verzicht suchtartige Entzugserscheinungen hervorrufen kann. Das behaupten US-Forscher von der University of Maryland.

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Entzug wie bei Alkoholsucht

«Wir waren überrascht, wie viele zugaben dass sie unglaublich abhängig von Medien sind. Bei vielen ist der Verzicht darauf nicht eine Frage des Wollens, sondern des Könnens», wird Studienleiterin Susan D. Moeller in der Pressemeldung zitiert. Häufig war das verzweifelte Verlangen danach, doch wieder online zu kommen, viele berichteten von Unruhe, extremer Nervosität, Spannung und Verrücktheit, was ähnliche Zeichen wie bei Entzug von Alkohol- und Drogensüchtigen sind.

Besonders bei Social Networks und SMS fiel der Verzicht schwer, zeigten die sehr ausführlichen Rückmeldungen. 18- bis 21-jährige Studenten nutzen heute laut Studie ständig Facebook, Anrufe und E-Mail sind mit grossem Abstand zweitrangige Wege, um in Kontakt mit Freunden und informiert zu bleiben. Moeller geht soweit, das Leben ohne Social Media in der heutigen Welt mit dem «Leben ohne Freunde und Familie» gleichzusetzen.

Läuterung durch längeren Verzicht

In einer ähnlichen Schweizer Studie verzichteten «Facebook-Junkies» kürzlich ein ganzes Monat lang auf ihre Gewohnheit - für eine Belohnung von 300 Franken. Studienleiter Dominik Orth sperrte dazu vor den Augen den Probanden deren Facebook-Passwörter. «Besonders der Anfang des Verzichts ist sehr emotionsgeladen. Manche sagten, sie fühlten sich als sei die Mutter gestorben, als würde der Wohnungsschlüssel abgenommen oder als würde am Flughafen persönliches Gepäck inspiziert», berichtet der Psychologe bei der Agentur Rod.

Auch wenn im Schweizer Versuch andere Medien erlaubt waren, fühlten sich die Probanden von der Welt abgeschnitten und sozial ausgegrenzt, besonders gegenüber den noch Eingeloggten. «Die meisten berichteten aber auch von Vorteilen im Verlauf der Studie. Das Selbstbild wurde wichtiger als das Fremdbild, sie fühlten sich im Alltag ruhiger und nutzten die gewonnene Zeit», so Orth. Die meisten gaben nach dem Monat an, sie würden Facebook nun effizienter nutzen und sich «in weniger dekadent häufiger Form» einloggen. Ganz auf Facebook verzichten wollte aber niemand

Verpflichtung zum Einloggen

In der Schweiz verfügen 70 bis 80 Prozent aus der Gruppe der 15- bis 30-Jährigen über ein Facebook-Konto, was Orth als «enormen Standortvorteil» des sozialen Netzwerkes bezeichnet. Zur Sucht trage vor allem das Gefühl der Nutzer bei, zum zumindest täglichen Einloggen verpflichtet zu sein. Dieses sei ein Ritual, das den Alltag stabilisiere. «Damit ist Facebook jedoch nicht nur Entertainment, sondern auch ein hoher Stressfaktor», so der Schweizer Studienleiter.

(ade/pte)

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