Bitte «LIKE» drücken!
Facebook-Spammer scheffeln jährlich 185 Mio. Franken
publiziert: Donnerstag, 29. Aug 2013 / 14:55 Uhr
Schwarzmarkt im Web 2.0: Links führen zu fremden Webseiten.
Schwarzmarkt im Web 2.0: Links führen zu fremden Webseiten.

London - Das Posten von Spam-Links auf Facebook ist zu einem einträglichen Geschäft geworden. Jährlich verdient die zwielichtige Branche damit rund 150 Mio. Euro, wie italienische IT-Experten herausgefunden haben.

3 Meldungen im Zusammenhang
Das Team unter der Leitung von Andrea Stroppa und Carlo De Micheli haben hunderttausende Facebook-Postings analysiert und ihren Fokus auf das Identifizieren von Spam gelegt. Dem sozialen Medium sind diese Störenfriede ein gehöriger Dorn im Auge. Sie tragen nichts zu den Einnahmen des Konzerns bei und untergraben die Glaubwürdigkeit der dargebotenen Inhalte. Hinzu kommt, dass laut den geltenden AGB Links von Drittparteien ohne ausdrücklicher Zustimmung verboten sind.

Google verdient mit

Zuckerberg ist darum bemüht, sein Biotop so sauber wie möglich zu halten. Nicht zuletzt deswegen, weil man sich nicht die eigenen Kunden vergraulen will, die ihre Werbung auf Facebook schalten. Gegenüber dem Guardian erklärt ein Sprecher des Unternehmens: «Für uns hat es oberste Priorität, unsere User zu schützen. Wir haben eine Reihe automatisierter Systeme entwickelt, die potenziell schädliche Links identifizieren und ihre Weiterverbreitung stoppen.» Zu diesem Massnahmenpaket zählt auch der kürzlich vorgestellte Filter, der den Facebook News Feed von Spam entrümpeln und für mehr Qualität sorgen soll. Bei den ominösen Links handelt es sich meist um URLs, die mithilfe von Bitly oder Tinyurl gekürzt wurden und somit User vermutlich leichter draufklicken lassen. Der Vorteil an den gekürzten Adressen ist, dass Interessierte deren Verbreitung abfragen können.

Die Links führen zu Webseiten von Drittparteien. Diese wiederum profitieren von dadurch generiertem Traffic, der die Erlöse von Werbeanzeigen nach oben klettern lässt. Die Ausformungen sind freilich unterschiedlich. Neun Prozent der Spam-Links auf Facebook führen auf Seiten, die Werbung mittels AdSense schalten, dem Anzeigenprogramm von Google. Der Suchmaschinen-Riese und Facebook-Rivale verdient dadurch auch mit - ein weiterer Grund für Zuckerberg, den Spammern den Garaus zu machen. Es kann aber auch sein, dass der Link zu einem YouTube-Video führt, das so eingestellt ist, dass es beim Aufruf der Seite automatisch zu laufen beginnt. Der Clou: Das Video ist monetarisiert und mit Werbeanzeigen bestückt. Ergebnis: Der Rubel rollt - auch für Google.

Die Macht der Fanpage-Besitzer

In vielen Fällen gehen Spammer auf Facebook selbst in die Offensive und gründen eine Fanpage. Haben sie erst einmal genug «Gefällt mir» eingeheimst und verfügen über eine grössere Anhängerschaft, bieten sie anderen Spammern das Posten ihrer Links auf der Fanpage an - gegen Geld. Den Akteueren geht es dabei um den blanken Profit, wie unlängst eine zu diesem Zweck gegründete Gedenkseite für die Opfer des Bombenattentats in Boston gezeigt hat.

Im Gespräch mit den italienischen Experten betont ein Spammer unterdessen, dass er mit seiner Tätigkeit das Social-Media-Netzwerk unterstütze. «Facebook sperrt uns deshalb nicht, da wir Content generieren. Jeden Tag poste ich lustigen und interessanten Content, der tausendfach geteilt und geliked wird.» Ohne Fanpages würde Facebook ein leerer Raum sein sein. Laut Stroppa und De Micheli kostet ein Posting auf einer Fanpage mit 30'000 Fans umgerechnet knapp zehn Euro. Für ein Posting auf Seiten mit 100'000 Fans muss man schon tiefer in die Tasche greifen - es kostet 53 Franken.

Ähnlich ist es bei Fake-Accounts. Auch deren Preis wird von der Quantität bestimmt. Doch nicht nur Facebook hat damit Probleme. Auch der Kurznachrichtendienst Twitter kämpft gegen gefakte Accounts. 1000 Follower kosten ungefähr einen Dollar (0,9 Franken), eine Mio. Follower kosten 928 Franken, so die Schätzung. In den vergangenen Jahren ist dieser Schwarzmarkt im Web 2.0 für viele zu einer veritablen Einkommensquelle geworden.

(dap/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Facebook San Francisco - Das Onlinenetzwerk Facebook hat in den ersten sechs Monaten ... mehr lesen
Facebook kooperiert weltweit mit der Polizei und den Geheimdiensten.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Ohne Social Media geht es nicht
Ohne Social Media geht es nicht
Publinews Horisen AG  Soziale Netzwerke gehören zum modernen Marketing-Alltag längst dazu. Deshalb hast du vermutlich auch schon einmal darüber nachgedacht, dir eine eigene Facebook-Seite zuzulegen, oder? Wir können dir nur empfehlen, diese Chance für dein Unternehmen zu nutzen. mehr lesen  
US-Technologie-Unternehmen machen gemeinsame Sache  Bangalore - Microsoft und Facebook bauen gemeinsam ein neues Transatlantik-Datenkabel. Das Projekt mit dem Namen «Marea» solle im August in Angriff genommen und im Oktober 2017 ... mehr lesen
Der Speck war nach der Werbeaktion nahezu ausverkauft.
Wirbel um Werbetafel in Australien  Der australische Fleischer Jeff Rapley hat mit einer kontroversen Werbetafel im Schaufenster seines ... mehr lesen  
Veränderungen stehen an  Washington - Eine interne Untersuchung hat nach Angaben von Facebook keinerlei Hinweise auf ... mehr lesen  
Facebook plant einige Veränderungen.
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 12°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 13°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 11°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern 13°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 13°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 17°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten