Facebook-User sind eher narzisstisch
publiziert: Montag, 30. Aug 2010 / 17:24 Uhr
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Narzissten verbringen mehr Zeit auf Facebook und überprüfen im Vergleich zu anderen Nutzern öfter am Tag ihre Profilseite.
Narzissten verbringen mehr Zeit auf Facebook und überprüfen im Vergleich zu anderen Nutzern öfter am Tag ihre Profilseite.

Ontario - Facebook ist ein Ort der Selbstdarsteller und Narzissten. Das geht aus der Studie «Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking. Self-Presentation 2.0: Narcissism and Self-Esteem on Facebook» der Psychologin Soraya Mehdizadeh hervor.

2 Meldungen im Zusammenhang

Insgesamt wurden 100 College-Studenten zu ihren Aktivitäten auf Facebook befragt. Ergebnis: Junge Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitsmerkmalen nutzen Facebook zum Zweck der Eigenwerbung.

Identität wird getestet

«Die Forschung hat in der Tat schon herausgearbeitet, dass das Social Web im Allgemeinen und Facebook im Besonderen dem Identitätsmanagement, aber auch dem Beziehungs- und dem Informationsmanagement dient», so Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung an der Universität Hamburg.

Laut der Studie, die auf veröffentlicht ist, wird Narzissmus definiert als «ein durchdringendes Muster an Grandiosität, das Bedürfnis nach Bewunderung sowie übertriebenes Gefühl der eigenen Wichtigkeit». Für einen durchschnittlichen Narzissten ist Facebook eine Plattform für oberflächliche Beziehungen. Der Nutzer kann selbst kontrollieren, wie er sich den anderen gegenüber präsentiert und von ihnen wahrgenommen wird.

Aktive Narzissten

Junge Narzissten sind aktiver als der durchschnittliche Nutzer. Sie setzen ihre Aktivitäten für die Eigenwerbung ein. «Es ist zunächst einmal allen Menschen eigen, dass sie sich gern selbst bespiegeln und sich in gutem Licht zeigen. Insofern haben viele Aktivitäten auf Facebook sicherlich narzisstische Züge, ohne dass alle Facebook-Nutzer Narzissten sind», so der Experte im Gespräch. Diese Etikettierung ist laut Hasebrink nur dann angebracht, wenn die Selbstdarstellung eine derartige Eigendynamik hat, dass andere Komponenten des Sozialverhaltens, etwa der Aufbau und die Pflege von Beziehungen, keine Rolle mehr spielen.

Narzissten verbringen mehr Zeit auf Facebook und überprüfen im Vergleich zu anderen Nutzern öfter am Tag ihre Profilseite. Narzisstische Männer werben mit dem Feature «Über mich» für sich selbst. Narzisstische Frauen tun dies mit Fotos, die ihre Attraktivität in den Mittelpunkt rücken. Laut dem Studienmacher vermischt sich die Online-Identität verstärkt mit dem realen Leben.

(fest/pte)

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