Studie
Facebook macht arm und erhöht Schulden
publiziert: Mittwoch, 14. Nov 2012 / 11:37 Uhr
Facebook, das weltweit grösste Social Network.
Facebook, das weltweit grösste Social Network.

Kreditkarte und Body-Mass-Index leiden unter Social-Media-Konsum.

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Der Gebrauch von Facebook und anderen sozialen Netzwerken hat negative Auswirkungen auf den Schuldenstand der eigenen Kreditkarte und erhöht gleichzeitig den Body-Mass-Index. Davon besonders betroffen sind User, die mithilfe von Social Media mit engen Freunden kommunizieren und gute Beziehungen auch zu ihren anderen «Online-Freunden» pflegen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der Professoren Andrew Stephen und Keith Wilcox von den Universitäten Pittsburgh und Columbia.

Kontrolle geht verloren

Die beiden Forscher haben im Zuge ihrer Arbeit 541 Facebook-Nutzer in den USA auf ihr Verhalten, ihre Finanzen und ihre Gesundheit hin untersucht. Das Resultat: Je mehr Zeit man auf Facebook verbringt, desto tiefer im Minus befindet sich das Kreditkarten-Konto. Einer Umfrage zufolge waren die US-amerikanischen Haushalte im vergangenen September mit durchschnittlich 6.700 Dollar in den Miesen auf ihrem Konto. Die Staatsverschuldung der USA selbst beläuft sich auf rund 15 Bio. Dollar.

Stephen und Wilcox haben zudem herausgefunden, dass Facebook-Konsum die Selbsteinschätzung der User stärkt. Dies habe wiederum negative Auswirkungen auf die Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, heisst es. Daraus resultiert - so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler - eine geringere Selbstkontrolle, die übermässigen Konsum und Gewichtszunahme begünstigen.

Expansion hält an

Dass Facebook den Ruf einer «Zeitvernichtungsmaschine» hat und mittlerweile zu einer bestimmenden Freizeitbeschäftigung unter jungen Menschen geworden ist, ist bekannt, aber dass es arm und dick macht, nicht. Doch welche Auswirkungen das Surfen auf dem in blau gehaltenen Netzwerk nun wirklich hat, ist unter Forschern umstritten. So sagt Alex Jordan, Psychologe von der Universität Stanford, dass Facebook vor allem dazu führt, dass sich seine User deprimiert und wertlos fühlen wenn sie sich mit anderen Freunden online vergleichen.

Wie der Konsum von Facebook die Nutzer beeinflusst, wird auch in Zukunft Gegenstand zahlreicher Umfragen und Untersuchungen sein. Eines steht jedoch jetzt schon fest: Die Anzahl aktiver «Facebooker» wird weiter steigen. Erst im vergangenen Oktober konnte Gründer Mark Zuckerberg mit seiner Firma den milliardsten User begrüssen. Laut unternehmenseigenen Angaben sind 71,2 Prozent der US-amerikanischen Internet-User auch Mitglied bei Facebook. Im Durchschnitt verbringt jeder von ihnen acht Stunden pro Monat in dem Netzwerk, hauptsächlich aus Langeweile.

(bert/pte)

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