Facebook unterstellt Usern politische Gesinnung
publiziert: Montag, 16. Jul 2012 / 08:19 Uhr
Facebook-Nutzer, die von den politischen Botschaften im Namen ihrer Freunde genervt sind, haben kaum eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen.
Facebook-Nutzer, die von den politischen Botschaften im Namen ihrer Freunde genervt sind, haben kaum eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen.

Menlo Park - Wer eine Internetseite bei Facebook mit einem «Like» bedenkt, muss damit rechnen, dass der eigene Name im Zusammenhang mit Postings dieser Website im Facebook-Nachrichtenstrom von Freunden auftaucht, wie zdnet.com berichtet.

1 Meldung im Zusammenhang
In den USA gibt es Beschwerden von Facebook-Usern, die irgendwann auf einer Seite Like geklickt haben und unter deren Namen anschliessend politisch kontroverse Postings auf den Pinwänden ihrer Facebook-Freunde auftauchten. So kann ein Like für eine Seite wie ForAmerica schnell dazu führen, dass der eigene Username in Zusammenhang mit der Mobilmachung gegen die Reform des Gesundheitssystems auftaucht.

«Wer viel mit sozialen Medien arbeitet, kennt den Unterschied zwischen Likes und Gesinnung. Geteilte Inhalte und Personen dürfen nicht vorbehaltlos gleichgesetzt werden. Oft werden Seiten nur geliked, um Informationen zu bekommen. Die User müssen sich aber überlegen, wo sie auf 'Gefällt mir' klicken. User, die Likes aktiv managen, geraten nicht in Verdacht, rechtsextrem zu sein, auch wenn sie vielleicht zur Informationsbeschaffung einer Seite folgen. Der Kontext ist entscheidend», stellt Kommunikationsberater Klaus Eck http://pr-blogger.de im Gespräch mit pressetext klar.

Keine Werbung

Bei den politisch motivierten Postings handelt es sich nicht um Werbung, weshalb sie auch nicht von den Einstellungen zur Verwendung von Likes zu Reklamezwecken betroffen sind. Laut Facebook handelt es sich um ein Feature, das Menschen helfen soll, neue Seiten, Veranstaltungen oder Informationen zu finden, indem es die Aktivität von Inhalten, die von Freunden mit einem Like versehen wurden, in den Informationsstrom der User drückt. Die Postings erscheinen dann unter der Überschrift «Max Mustermann likes Seite XY», gefolgt von Inhalten der Webseite XY.

«Es kann schwierig werden, einmal gemachte Likes zu verwalten, wenn Facebook die Spielregeln nachträglich ändert», sagt Eck. User, die einer Seite irgendwann per Klick ihre Zustimmung ausgedrückt haben, müssen auch Monate später damit rechnen, mit den Inhalten in Verbindung gebracht zu werden. So tauchen Usernamen unter Umständen auch im Zusammenhang mit politisch rechts- oder linksstehenden Botschaften auf, die sie gar nicht unterstützen. Viele der Seiten, die nach einer Sympathiebekundung Usernamen für eindeutige politische Statements nutzen, sind auf den ersten Blick gar nicht verdächtig.

Hartnäckige Postings

Facebook-Nutzer, die von den politischen Botschaften im Namen ihrer Freunde genervt sind, haben kaum eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen. Verbannen sie den Freund aus ihrem Nachrichtenstrom, erscheinen die Nachrichten der von ihm mit «Like» bedachten Seiten trotzdem. Nur eine knallharte Entfreundung schafft hier Abhilfe. Wer die Facebook-Kontakte vor einer Flut nerviger Botschaften schützen möchte, sollte seine Likes kontrollieren und verdächtige Seiten rauswerfen.

«Genervte Nutzer können versuchen Einfluss auf Facebook zu nehmen. In der Vergangenheit hat das teilweise funktioniert.Mehr Transparenz würde dem Netzwerk nicht schaden, zumindest eine Opt-out-Möglichkeit sollte es geben», sagt Eck. Dann ist das Problem behoben. Seiten, die im Verdacht stehen könnten, politisch motiviert zu sein, sollten User, die ihre persönliche Gesinnung aus Facebook raushalten wollen, von vornherein nicht mit Facebook-Interaktionen belohnen. «User können ihre politische Meinung in sozialen Medien kundtun, je nach Beruf sollten sie aber Vorsicht walten lassen, um sich nicht zu schaden», so Eck.

(knob/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Social Media Berlin - Neonazi-Gruppen versuchen, Jugendliche im Internet zu ködern. Getarnt mit einem modernen Erscheinungsbild ... mehr lesen
Mit 7000 rechtsextremen Angeboten im Internet war ein Zuwachs von 50 Prozent zum Vorjahr zu verzeichnen. (Symbolbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Ohne Social Media geht es nicht
Ohne Social Media geht es nicht
Publinews Horisen AG  Soziale Netzwerke gehören zum modernen Marketing-Alltag längst dazu. Deshalb hast du vermutlich auch schon einmal darüber nachgedacht, dir eine eigene Facebook-Seite zuzulegen, oder? Wir können dir nur empfehlen, diese Chance für dein Unternehmen zu nutzen. mehr lesen  
Wirbel um Werbetafel in Australien  Der australische Fleischer Jeff Rapley hat mit einer kontroversen Werbetafel im Schaufenster seines Geschäfts in Narooma im australischen New South Wales einen Shitstorm ausgelöst. mehr lesen  
Facebook plant einige Veränderungen.
Veränderungen stehen an  Washington - Eine interne Untersuchung hat nach Angaben von Facebook keinerlei Hinweise auf ... mehr lesen  
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 19
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 16°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 16°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 15°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Bern 15°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 17°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter freundlich
Genf 14°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten