Studie sieht kaum Verdrängung Einheimischer aus Stadtzentren
Fachkräftemangel als Motor der Zuwanderung
publiziert: Freitag, 14. Sep 2012 / 17:09 Uhr / aktualisiert: Freitag, 14. Sep 2012 / 18:00 Uhr
Falls die Zuwanderungs-Entwicklung der letzten zehn Jahre in Zukunft anhält, wird der Ausländeranteil bis 2030 auf 50 Prozent angestiegen sein.
Falls die Zuwanderungs-Entwicklung der letzten zehn Jahre in Zukunft anhält, wird der Ausländeranteil bis 2030 auf 50 Prozent angestiegen sein.

Zürich - Die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte in den Kanton Zürich hat nicht zu Verdrängungskämpfen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt geführt. Zu diesem Schluss kommen zwei neue Studien, die am Freitag in Zürich präsentiert wurden.

7 Meldungen im Zusammenhang
Beide Studien wurden vom kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) in Auftrag gegeben. Die erste, vom Büro Bass erarbeitete Untersuchung kommt zum Schluss, dass der Fachkräftemangel im Kanton Zürich der eigentliche Motor für den Zuzug von Ausländern ist. Insbesondere der Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften ist in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen.

Der Anteil an hochqualifizierten Schweizerinnen und Schweizern hat in diesem Zeitraum jedoch nicht im gleichen Masse zugenommen, wie Heidi Stutz vom Büro Bass vor den Medien erklärte. Viele Unternehmen hätten deshalb Schwierigkeiten, die benötigten Arbeitskräfte zu finden und rekrutierten deshalb aktiv im Ausland.

Für die Studie wurden 685 Unternehmen und 666 im Jahr 2010 nach Zürich immigrierte Personen befragt. Demnach haben 41 Prozent der zugewanderten Arbeitskräfte ein Stellenangebot eines Unternehmens erhalten. Sie suchten also nicht aktiv nach Arbeit im Kanton.

Der heutige Anteil an Ausländern im erwerbsfähigen Alter beträgt laut Stutz 31 Prozent. Falls die Entwicklung der letzten zehn Jahre in Zukunft anhält, rechnet sie damit, dass der Ausländeranteil bis 2030 auf 50 Prozent ansteigen wird.

Urban und kinderlos

Die meisten der Zugewanderten seien «sehr urban orientiert», sagte Stutz. Vier von fünf wohnten in der Stadt Zürich, seien kinderlos und pendelten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. «Sie belasten die Strassen also eher unterdurchschnittlich.»

Dass es aufgrund der Zuwanderung zu einer Verdrängung der einheimischen Bevölkerung aus den städtischen Zentren kommt, lässt sich gemäss der zweiten Untersuchung der Büros Raumdaten/Sotomo nicht bestätigen. Auch bei der Wohnqualität hätten die Schweizerinnen und Schweizer keine Einbussen hinnehmen müssen.

Ein gewisser Verdrängungseffekt lässt sich zwar auf dem Neubauwohnungsmarkt beobachten, wie Corinna Heye von Raumdaten/Sotomo sagte. Dieser findet jedoch nicht in den Städten, sondern vor allem an den peripheren Lagen statt. Auch seien davon mehr die traditionellen Einwanderergruppen als Schweizerinnen und Schweizer betroffen.

Von den gestiegenen Preisen auf dem Immobilienmarkt profitiert laut Heye insbesondere die Schweizer Bevölkerung. Weil sie durchschnittlich länger in einer Liegenschaft wohne, bezahle sie auch weniger. Die hochqualifizierten Zuwanderer könnten zwar als Preistreiber auf dem Wohnungsmarkt bezeichnet werden. Sie seien aber auch diejenigen, welche die höheren Preise zum grössten Teil zahlen müssten.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Um den Mangel an Fachkräften in technischen Berufen oder in der ... mehr lesen
Bundesrat Johann Schneider-Ammann.
Bern - Die Attraktivität der Schweiz bleibt für Ausländer ungebrochen: Ende des vergangenen Jahres haben 1,825 Millionen ... mehr lesen 3
Immer mehr Ausländer kommen in die Schweiz.
Bern - Dass immer mehr Menschen in die Schweiz einwandern, lässt vor allem im Raum Zürich und am Genfersee die Mieten ... mehr lesen
Mieterverband verlangt Massnahmen gegen «explodierende» Mieten.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Das Angebot kann trotz vieler neuer Wohnungen nicht mit der Nachfrage mithalten.
Grenchen - Im vergangenen Jahr ist die Suche nach einer Mietwohnung noch ... mehr lesen 2
Bern - In den Führungsetagen der Westschweizer KMU sind 57 Prozent der Chefs der Zuwanderungs-Initiative der SVP ... mehr lesen 1
Kleinunternehmen sind anfälliger für die negativen Folgen der Personenfreizügigkeit.
Veränderte Raumstruktur.
Veränderte Raumstruktur.
Statistik  Bern - Die Schweiz ist auf einen Schlag städtischer geworden. 84 Prozent der Bevölkerung leben in städtischen Gebieten, ganze 11 Prozent mehr als im Jahr 2000. Verantwortlich für den sprunghaften Anstieg sind der Bauboom, das Bevölkerungswachstum und eine neue BFS-Definition. 
Ackerland wird immer mehr verbaut - Kantone regeln die Grundsätze der Planung in Richtplänen.
Kompensationspflicht für verbautes Ackerland Bern - Die Bevölkerung wächst, immer mehr Kulturland wird zugebaut, für Strassen, Schienen und Leitungen fehlt der Platz. ...
Barrikaden in Berlin, Mai 1929: Vom Crash zur Katastrophe war es kein langer Weg.
Dschungelbuch «Il Quarto Reich» heisst der politische Bestseller in Italien. Unterdessen machen sich tatsächlich Tausende auf deutschen ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1095
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... Sa, 22.11.14 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 51
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... Sa, 22.11.14 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1095
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 51
    Inquisition Reloaded Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, ... Fr, 21.11.14 13:45
  • jorian aus Dulliken 1531
    Die verdammten Fakten Warum heisst Grönland Grönland? Warum kann man in Schottland keinen ... Fr, 21.11.14 04:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1095
    Ideologische Scheuklappen? Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass ... Do, 20.11.14 18:34
  • Kassandra aus Frauenfeld 1095
    Das kann ich aus meinem Berufsleben unbedingt bestätigen. Mitarbeiter im Verkauf und den ... Do, 20.11.14 00:51
  • LinusLuchs aus Basel 51
    Neoliberalismus keine Ideologie? Patrik Etschmayer war bei diesem Satz wohl einen Moment etwas ... Mi, 19.11.14 13:18
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 5°C 6°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 5°C 8°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 6°C 10°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 6°C 11°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 7°C 14°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 7°C 12°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 2°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten