Beau mit Schönheitsfehlern
Fahrbericht: VW Passat Alltrack
publiziert: Dienstag, 5. Feb 2013 / 18:09 Uhr
Ein Mittelklasse-Kombi macht auf SUV.
Ein Mittelklasse-Kombi macht auf SUV.

Das Wort «Freilauf» im Instrumentendisplay des VW Passat Alltrack erscheint irgendwie passend. Löst es doch Gedankenverknüpfungen aus wie «Freiheit» und «Laufen lassen». Schliesslich ist der Mittelklasse-Kombi zumindest ansatzweise optisch und technisch fürs Gelände geeignet.

2 Meldungen im Zusammenhang

 In Wahrheit informiert die Anzeige jedoch, dass der Motor auf den sogenannten «Segelmodus» schaltet - sprich das Aggregat vom Getriebe abgekoppelt wird. Das soll den Verbrauch senken. Doch Spritsparen ist eine Tugend, die der etwas rustikalere Wolfsburger nicht wirklich hat.

Die Stärken des 4,77 Meter lange Passat Alltrack liegen eher in einem wirklich guten Aussehen, gepaart mit der Gewissheit, dass man auch bei widrigen Wetter- und Strassenverhältnissen sicher unterwegs ist. Für die gelungene Optik ist ein wenig mehr Bodenfreiheit ebenso verantwortlich wie die mit Kunststoffteilen verkleideten Kotflügel, wuchtige Stossfänger und Beplankungen an den Seiten.

Allradantrieb und ein Offroad-Fahrprogramm machen es möglich, dass sich die Fahreigenschaften des Kombis an die Bedingungen abseits asphaltierter Strassen anpassen. Für den Fahrer erfolgt das vollkommen unbemerkt. Eine Veränderung des Regelintervalls des ABS führt beispielsweise dazu, dass vor dem Reifen auf Schnee oder Geröll kleine Haufen zusammengeschoben werden. Das erhöht die Bremsleistung. Ferner regeln die Chips bei Bedarf, dass die Gasannahme sensibler reagiert oder die elektronischen Differentialsperren sprechen schneller an. Ab einem Gefälle von zehn Grad wird eine Bergabfahrhilfe aktiv, die die Geschwindigkeit selbstständig hält, ohne dass man als Fahrer den Fuss auf der Bremse hat.

Erschrecken beim Blick auf die Benzinuhr

Doch auch unter ganz normalen Umständen gibt es keinerlei Kritik am Fahrverhalten des Kombis. Spurtreu und ohne jegliche Wankbewegung zieht der Wagen durch die Kurven. Das Handling ist spielerisch leicht und die Lenkung präzise. Das alles passt bestens zu den Eigenschaften des 170 PS starken Zweiliter-Diesels, der mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe gepaart ist. Leise und laufruhig bietet der Selbstzünder in jedem Drehzahlbereich reichlich Durchzugsvermögen und viel Agilität. Es macht wirklich Spass mit dem Alltrack unterwegs zu sein.

Zumindest solange man nicht auf die Verbrauchsanzeige schaut. Ein durchschnittlicher Bedarf von gut zehn Litern (10,3 Liter) Diesel bei einer Mischung aus zügigen Autobahnfahrten, gemächlichen Landstrassenstrecken und Stadtverkehr ist dann wohl mehr als erwartet. Schliesslich gibt Volkswagen nur 5,9 Liter in den Datenblättern an. Weder die serienmässige Start-Stopp-Automatik noch der bereits erwähnte «Freilauf» scheinen da wirklich wirksam zu sein.

Tadellose Innenarchitektur

Letzterer führt sogar zu einer kurzfristigen Verringerung des Fahrspasses. Will man nach dem Segelmodus nämlich wieder volle Fahrt aufnehmen, dann fühlt es sich ganz und gar nicht nach Freiheit an, sondern eher als würde man an einem Gummiband gehalten. Das Triebwerk gönnt sich einen langen Moment Pause bis es die Leistung wieder wie gewohnt überträgt.

Gewohnt gut im Passat ist hingegen die Atmosphäre im Innenraum. Für alle Passagiere besteht reichlich Platz. Fahrer und Beifahrer können sich auf bequem geschnittenen Sportsitzen in Lederausführung über guten Halt freuen. Alles wirkt hochwertig und elegant - und doch so funktionell wie man es sich wünscht. So liegen alle Instrumente in bewährter Volkswagenmanier da, wo man sie erwartet - und lassen sich ebenso intuitiv bedienen. Für Kleinigkeiten gibt es ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten, darunter ein Staufach für Ein-Liter-Flaschen in den Seitenverkleidungen der Türen. Der Kofferraum fasst mühelos selbst grösseres Reisegepäck. Verzurrschienen sorgen für eine gute Ladungssicherung. Komfortabel ist die in zwei Stufen zu öffnende Gepäckraumabdeckung. Noch komfortabler, aber ebenfalls mit Aufpreis verbunden ist das elektrische Öffnen der Heckklappe mit Fernentriegelung.

Auf der Liste der Zusatzoptionen finden sich unter anderem auch jede Menge Assistenzsysteme, die die Fahrt sicherer und entspannter machen sollen. Doch schon die Serienausstattung kann sich beim Passat Alltrack sehen lassen. Leichtmetallfelgen, Dachreling und diverse Chromelemente gehören ebenso zum Lieferumfang wie Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, Parkpilot, Müdigkeitserkennung, Regensensor und Radio-CD-Anlage.

(li/dapd)

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