Bombenattrappe der US-Botschaft verbreitet Angst in Oslo
Falscher Bombenalarm in Oslo
publiziert: Dienstag, 31. Jul 2012 / 19:48 Uhr
Die norwegische Polizei war in höchster Arlarmbereitschaft.
Die norwegische Polizei war in höchster Arlarmbereitschaft.

Oslo - Gut ein Jahr nach den Terroranschlägen in Norwegen hat ein falscher Bombenalarm die Hauptstadt Oslo in Angst und Schrecken versetzt. Auslöser war die US-Botschaft mit einer «vergessenen» Bombenattrappe unter einem Dienstwagen. Rund anderthalb Stunden dauerte es, bis die Entwarnung kam.

4 Meldungen im Zusammenhang
Peinlich für die Vertretung der USA fiel aus, was die Polizei anschliessend als Hintergrund nannte: Das fragliche Auto sei für eine interne Sicherheitsübung in der US-Botschaft genutzt worden, und der Fund des bombenähnlichen Gegenstands «hängt damit zusammen».

Die Polizei entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten. Es sei jedoch wichtig gewesen, den Fall so zu behandeln, als bestehe eine «reelle Gefahr». Die US-Botschaft äusserte sich zunächst nicht darüber, wie es zu dem Fehler kommen konnte.

Der Radiosender NRK berichtete, dass die Stadtverwaltung Schadenersatz von den USA verlangen wolle, weil durch den kompletten Stillstand des öffentlichen Verkehrs in Oslo und einen umfassenden Polizeieinsatz hohe Kosten entstanden seien.

Öffentliches Leben steht still

Nach dem Auslösen des Alarms liessen die Behörden neben der US-Botschaft auch umliegende U-Bahnstationen und eine zentrale S-Bahnstation räumen. Die Polizei forderte während des Alarms alle Menschen zum Verlassen einer Zone im Umkreis von 500 Metern rund um die amerikanische Botschaft auf.

Der Verkehr mitten im Zentrum der norwegischen Hauptstadt stand völlig still. Zahlreiche Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge sowie Spezialisten zur Entschärfung von Bomben waren im Einsatz.

Die US-Botschaft liegt in einer touristischen Gegend der Osloer Innenstadt. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Königspalast. Dort wurden wegen des Alarms keine Besucher mehr eingelassen, wie ein Palastsprecher sagte. Mitglieder der Königsfamilie befanden sich demnach nicht in dem Gebäude.

Ständige Alarmbereitschaft

Norwegen ist wegen des Anschlags vor gut einem Jahr nahezu in ständiger Alarmbereitschaft und hat die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt erhöht.

Im Regierungsviertel von Oslo hatte der rechtsextreme Attentäter Anders Behring Breivik am 22. Juli 2011 mit einer Autobombe acht Menschen getötet. Anschliessend erschoss er in einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utøya 69 Menschen.

Das Urteil im Prozess gegen Breivik soll am 24. August fallen. Breivik hat die Anschläge gestanden, plädierte jedoch auf nicht schuldig. Er gab an, die 77 Menschen aus «Notwehr» getötet zu haben, um Norwegen vor fremden Einflüssen zu schützen.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Stockholm - Die US-Botschaft in Stockholm ist am Mittwoch wegen eines verdächtigen Briefs evakuiert worden. Ein ... mehr lesen
Einem Polizeisprecher zufolge war in einem Brief Pulver gewesen. (Symbolbild)
Breivik-Bericht mit schweren Vorwüfen an Norwegens Polizei.
Oslo - Die norwegische Polizei ist viel zu spät gegen den geständigen Attentäter ... mehr lesen 1
Oslo - Die US-Botschaft in Oslo hat sich für einen falschen Bombenalarm entschuldigt. In einer am Mittwoch verbreiteten Presseerklärung hiess es, man bedaure die «Störungen, die der Vorfall ausgelöst hat». mehr lesen 
Oslo - Als Konsequenz aus den Anschlägen des Attentäters Anders Behring Breivik mit 77 Toten will Norwegen seine Anti-Terror-Gesetze verschärfen. Die Regierung will vor ... mehr lesen
Die Regierung will nach Breivik's Amoklauf die Anti-Terror-Gesetze verschärfen. (Archivbild)
Das IKRK verurteilt den Angriff.
Das IKRK verurteilt den Angriff.
Angriff auf Fahrzeuge  Sanaa - Im Jemen sind zwei Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) erschossen worden. Die beiden Jemeniten waren auf dem Rückweg von der Rebellenhochburg Saada im Norden zur Hauptstadt Sanaa, als ein Mann das Feuer auf ihre Fahrzeuge eröffnete. 
UNICEF ruft zu besserem Schutz von Kindern in Kriegen auf Berlin - Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF hat Regierungen und Konfliktparteien in aller Welt zum ...
Gewalt und Instabilität darf nicht als normalen Teil ihres Lebens angesehen werden - diese Erfahrung darf sich nicht verfestigen.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3273
    Zuzug Hunderttausende Flüchtlinge wieder dieses Jahr für D, plus ... gestern 16:48
  • keinschaf aus Wladiwostok 2724
    und noch was: Einfach, dass die Verhältnisse geklärt sind. Da wollte es wohl ... Di, 01.09.15 22:19
  • keinschaf aus Wladiwostok 2724
    VerARSCHung!! "Die Migranten vor dem Budapester Ostbahnhof schwenkten Fahrscheine, ... Di, 01.09.15 22:10
  • LinusLuchs aus Basel 117
    Absolut schonungslos Harte Kost, die Serdar Somuncu seinem Publikum zumutet. Letzte Woche ... Di, 01.09.15 16:36
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3273
    Die... Massen, die gegenwärtig nach Europa strömen, kann man nicht mehr ... Di, 01.09.15 13:28
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3273
    Wer... vor Krieg, Genozid oder politischer Verfolgung flieht, der muss ... Mo, 31.08.15 15:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3273
    Solange... es keine gemeinsame europäische Strategie gibt, so wird sich die Zahl ... Mo, 31.08.15 10:34
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3273
    Der... Daesh (IS) steht eigentlich nur für alle Formen von Gewalt. Je mehr man ... So, 30.08.15 23:30
Wettbewerb
Unvergessliche Momente auf der OCHSNER SPORT CLUB Fanbank.
Hautnah dabei  OCHSNER SPORT CLUB bringt dich hautnah an die Stars der Super League.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 11°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 10°C 15°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 11°C 16°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 12°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 14°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 13°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 18°C 21°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten