Familie appelliert an die Entführer
publiziert: Mittwoch, 18. Jan 2006 / 08:57 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 18. Jan 2006 / 10:09 Uhr

Bagdad - In einem Appell an die Entführer hat die Familie der im Irak verschleppten US-Journalistin Jill Carroll um ihre Freilassung gebeten.

Für den «Christian Science Monitor» schrieb die junge Frau seit mehreren Monaten als freie Mitarbeiterin Reportagen aus dem Irak.
Für den «Christian Science Monitor» schrieb die junge Frau seit mehreren Monaten als freie Mitarbeiterin Reportagen aus dem Irak.
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Carrolls Zeitung «Christian Science Monitor» veröffentlichte den Appell am Dienstag auf ihrer Internetseite. «Jill ist eine unschuldige Journalistin und wir bitten Sie mit allem Respekt, Milde zu zeigen und ihr die Rückkehr zu ihrer Mutter, Schwester und Familie zu erlauben», heisst es in Schreiben.

Nach Angaben des katarischen Nachrichtensenders El Dschasira fordern Carrolls Entführer die Freilassung aller weiblichen Gefangenen im Irak innerhalb der nächsten drei Tage; andernfalls drohen sie mit dem Tod ihrer Geisel.

Videoaufnahme

Eine Videoaufnahme zeigt die 28-Jährige mit offenem Haar und blassem Gesicht, wie sie zur Kamera spricht - allerdings ist der Ton abgeschaltet. Carroll war am 7. Januar offenbar auf dem Weg zu einem Interview in Bagdad verschleppt worden.

Ihr Übersetzer wurde von den Kidnappern erschossen; ihren Chauffeur liessen sie dagegen nach dessen eigenen Angaben laufen. Laut El Dschasira bekannte sich eine bislang unbekannte islamistische Gruppe namens «Brigaden der Rache» zu der Entführung.

Für den «Christian Science Monitor» schrieb die junge Frau seit mehreren Monaten als freie Mitarbeiterin Reportagen aus dem Irak. Laut «Reporter ohne Grenzen» wurden seit Beginn des Irak-Kriegs im Frühjahr 2003 bereits 31 Medienvertreter verschleppt.

(fest/sda)

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