Familie lebt seit 15 Jahren illegal in Zürich
publiziert: Mittwoch, 29. Sep 2004 / 14:34 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 29. Sep 2004 / 15:50 Uhr

Zürich - Eine Familie aus Bolivien lebt seit rund 15 Jahren illegal in Zürich. Die Kantonsbehörden verweigern ihr die Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen. Das Zürcher Papierlosen-Kollektiv kämpft nun gegen die drohende Ausschaffung.

Demo für Sans Papier People. (Archiv)
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Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich kürzlich ein Härtefallgesuch ablehnte, haben die Familie und ihre Freunde den Rekurs dem Regierungsrat überreicht. Gegen 20 Personen beteiligten sich an der Aktion des Colectivo Sin-Papeles.

Ein Sprecher des Papierlosen-Kollektivs bezeichnete die bolivianische Familie als vergleichsweise gut integriert. Seit ihrer Ankunft in der Schweiz arbeitet die Mutter als Putzfrau. Mit verschiedenen Nebenjobs verdient der Mann etwas Geld dazu.

Die beiden Töchter im Alter von acht und neun Jahren besuchen die Primarschule in Zürich. Sie sind in der Schweiz geboren. In Bolivien zur Welt kam dagegen der heute zweijährige Sohn.

Bei der Übergabe des Rekurses gegen die Ablehnung des Härtefallgesuchs am Mittwochvormittag fehlte die Mutter. Zufälligerweise auf diesen Zeitpunkt habe sie eine Vorladung der Kriminalpolizei erhalten, bemerkte der Sprecher der Familie.

Im Weiteren kritisierte er die Verfügung des Zürcher Migrationsamts zur verweigerten Aufnahme aus humanitären Gründen. Darin heisst es, dass wegen des fehlenden Rechtsanspruchs auf eine Aufnahme der Entscheid nach freiem Ermessen zu treffen sei.

Dabei sind die geistigen und wirtschaftlichen Interessen sowie der Grad der Überfremdung des Landes zu berücksichtigen, lautet eine Passage, die beim Kollektiv Unverständnis auslöste.

Der illegale Aufenthalt der Familie flog im letzten Sommer auf, nachdem die Mutter in eine routinemässige Personenkontrolle der Polizei geraten war. Fünf Tage verbrachte sie in Untersuchungshaft.

Nach der Ablehnung ihres Härtefallgesuchs droht der Familie die Ausschaffung. Gemäss dem Migrationsamt sollte dies Ende November erfolgen. Ob das Verfahren nach einer allfälligen Ablehnung des Rekurses durch den Regierungsrat weiter geht, ist noch offen.

(fest/sda)

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