Fantasyautorin schreibt Roman live auf Google Docs
publiziert: Dienstag, 18. Sep 2012 / 12:29 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 18. Sep 2012 / 13:15 Uhr
Über Google Documents kann jeder jederzeit auf das Manuskript zugreifen.
Über Google Documents kann jeder jederzeit auf das Manuskript zugreifen.

In dieser Konstellation ist es eine Weltpremiere! Seien auch Sie live dabei! «The Naked Writer», so heisst das Projekt bei dem jeder live dabei sein kann, wenn die Autorin das Buch anfängt, weiterentwickelt und schlussendlich dann hoffentlich auch beendet.

Weiterführende Links zur Meldung:

Hier kommen Sie zu dem Google-Document
Hier kommen Sie zu dem Google-Document
docs.google.com

Umfrage betreffend Sex im Roman
Umfrage betreffend wie viel Sex im Roman
quicksurveys.com

Kimberly Pauley's Blog
Kimberly Pauley's Blog
kimberlypauley.com

Wie der Guardian berichtet, schreibt die Fantasyautorin Silvia Hartmann seit Mittwoch an ihrem neuen Roman. Und das macht sie live auf Google Docs. Wort um Wort nimmt das Buch Gestalt an. Übers Social-Network kann man der Autorin eigene Ideen mitteilen und auch Kritik an ihrer Schreibkunst ausüben. Jeder und jede kann so an dem Entstehungsprozess des Buches teilhaben und auch mitverfolgen, wenn Passagen verändert oder gelöscht werden.

Grenze zwischen Autor und Leser verschieben

Die Autorin richtet sich hin und wieder direkt an das Publikum. Wie am 15. September, als sie die Frage in den Raum stellte, wie viel Sex die Leser im Roman lesen wollen. Auf Google Documents kann man auf der fünft-letzten Seite ihr Feedback lesen, beziehungsweise ihre Frage an die Online-Community und ihr daraus resultierendes Statement. Die wenigsten wollten «keinen Sex» im Roman, fünfmal so viele wollten komplette Sexszenen und der grösste Teil (50%) fand, sie solle einfach die Story schreiben und sich nicht um solche Themen kümmern.

Kein geplantes Manuskript

Das Projekt wird unter dem Namen «The Naked Author» geführt. Mithilfe von Social-Networks und Google Documents möchte sie näher an die Leser gelangen sowie die Leser so näher an sie und an den Roman kommen. Die Grenzen zwischen dem Autor und den Lesern verschieben. Das war die treibende Idee. Doch auch das unglaubliche Gefühl, dass die Leser jedes niedergeschriebene Wort, jeden Absatz und jedes Kapitel zu der Zeit lesen können, in der sie es schreibt.

Silvia Hartmann plant ihre Manuskripte übrigens nicht wie viele andere schon im Voraus, sondern lässt ihnen ein Eigenleben und begleitet die Geschichte während sie sich entfaltet.

Das Resultat dürfte interessant sein. Vielleicht entdeckt man im Buch eine eigen-gegebene Idee oder eine Stelle, die die Autorin mehrmals umgeschrieben hat und nun ein wenig anders ist. Die Frage ist, ob in Zukunft auf diese Art und Weise öfters Bücher (in dem Fall ein Roman) entstehen werden, da in der heutigen Zeit die Social-Network's einen grossen Stellenwert einnehmen. Ob die Leser es fordern oder die Autoren diesen Weg von sich aus gehen, werden wir in Zukunft sehen.

Ähnliche Projekte

Im Januar 2012 schrieb «The Sydney Morning Herald» mit ihren Lesern zusammen einen Roman mit dem Titel «Die Halskette».

Seit Juni 2012 schreibt Autorin Kimberly Pauley an ihrem dritten Titel «Sucks to be me». Im Juni bat sie das das Internet um Hilfe. Seit da sammelt sie Ideen und schreibt am Buch.

(Marius Knoblauch/news.ch mit Agenturen)

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