Präsident lehnt ab
Farc bittet Kolumbien um Waffenruhe
publiziert: Donnerstag, 6. Sep 2012 / 22:12 Uhr
Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos vertraut dem Angebot nicht. (Archivbild)
Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos vertraut dem Angebot nicht. (Archivbild)

Havanna - Die kolumbianische FARC-Guerilla will gleich zu Beginn der Friedensverhandlungen mit Regierungsvertretern einen Waffenstillstand anbieten. Den Vorschlag werde die Guerilla machen, sobald beide Seiten ab dem 8. Oktober in Oslo am Verhandlungstisch sässen.

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Das sagte der FARC-Delegationsleiter Mauricio Jaramillo am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Havanna. «Wir haben immer Frieden gewollt», ergänzte er. Jaramillo unterstrich, dass es um eine «beiderseitige Abrüstung» gehe.

Er sprach sich zugleich dafür aus, das derzeit in den USA inhaftierte FARC-Führungsmitglied Simón Trinidad an den Friedensverhandlungen zu beteiligen. Der 62-jährige Trinidad, mit richtigem Namen Ricardo Palmera, war 2004 in Ecuador festgenommen und an die USA ausgeliefert worden.

Dort wurde er wegen Beteiligung an Planungen zur Entführung dreier US-Bürger zu 60 Jahren Gefängnis verurteilt. Der FARC-Kommandant Jaramillo fügte an, dass die Guerilla niemanden mehr verschleppe und nicht in den Drogenhandel verwickelt sei. Die Friedensverhandlungen sollen im Anschluss an Oslo in Havanna fortgesetzt werden.

Santos will keine Feuerpause

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos will den Guerillas jedoch keine Einstellung der Kampfhandlungen zugestehen. Beim letzten Versuch vor zehn Jahren, die jahrzehntelange Gewalt zwischen den Rebellen und der Regierung zu beenden, nutzte die FARC die Feuerpause zur Umstrukturierung ihrer militärischen Operationen und zum Aufbau eines milliardenschweren Drogenhandels. Die Armee werde auch während der Gespräche gegen die Rebellen vorgehen, hatte Santos angekündigt.

Die Farc führt seit 1964 einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung. Die linksradikale Gruppe, die sich selbst als Volksarmee zur Verteidigung der Rechte der Landarbeiter bezeichnet und vor allem über den Verkauf von Kokain und Entführungen finanziert, ist durch eine seit 2002 andauernde Militäroffensive zunehmend in Bedrängnis geraten.

(bert/sda)

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