Fasnacht: Jasssendung als «Kulturgut»
publiziert: Mittwoch, 27. Dez 2006 / 09:24 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 27. Dez 2006 / 09:43 Uhr

Bern - Über die Festtage dürfte in mancher Wohn- oder Gaststube eifrig gejasst werden. Dabei geraten die Beteiligten nicht selten in Streit. «Aber nicht mehr so oft wie früher», ist Monika Fasnacht überzeugt.

Bei Monika Fasnacht wird gejasst, was das Zeug hält.
Bei Monika Fasnacht wird gejasst, was das Zeug hält.
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Jassen

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Die Jassverantwortliche des Schweizer Fernsehens will mit ihren Sendungen nicht nur unterhalten. Es gelte darüber hinaus, den Einfluss des Mediums zu nutzen, um dieses «Kulturgut von hohem Stellenwert» zu pflegen und die Regelsicherheit zu steigern. Die regionale Vielfalt bleibe dank zahlreicher Jassarten erhalten.

Die 42-jährige Monika Fasnacht kann auf einem soliden Fundament aufbauen. Gelegt wurde es 1967 von Kurt Felix, der die erste Jasssendung am Schweizer Fernsehen konzipierte und moderierte, wie die Redaktionsleiterin Quiz und Spiele, Sibylle Marti, auf Anfrage mitteilte. Ab 1972 präsentierten Jasspatriarch Göpf Egg und Jürg Randegger die Sendung. Erfreulich findet die heutige Moderatorin, dass die Jasssendungen in den letzten Jahren sogar ausgebaut werden konnten: Der «Samschtig-Jass von 17 auf 24 Ausgaben, der »Donnschtig-Jass« von 6 auf 7.

Die Zuschauerzahlen dürften sich sehen lassen: sie bewegen sich am Samstag zwisch 300 000 und 400 000. Im Sommer, wenn die Sendung live aus einer Gemeinde kommt, die sich zuvor qualifiziert hat, schauen gar um die 700 000 Leute zu.

»Einmalig«

Damit nehme die Deutschschweiz eine »einmalige« Stellung ein, findet die Botschafterin des Kartenspiels, das früher ziemlich fest in Männerhand war. Zwar werde auch in der Romandie recht eifrig gespielt, doch die 1991 begründete Jasssendung ist nach einigen Jahren wieder eingestellt worden.

In der Deutschschweiz besteht diese Gefahr nicht. Schon vor zwölf Jahren galt der »Samschtig-Jass als älteste Fernseh- Unterhaltungssendung im deutschsprachigen Raum«. Seither wurde die Kadenz angesichts des ungebrochenen Zuschauerinteresses sogar noch erhöht.

»Interaktiv«

Einen Grund für den Erfolg sieht Monika Fasnacht darin, dass es sich - gelegentlicher Häme über das »biedere Format« zum Trotz - um eine der frühesten interaktiven Sendungen handelt. »Der Zuschauer ist auch Mitspieler. Zum Schluss weiss er, ob er's besser gemacht hätte als der ausgewählte Zuschauer«.

Es brauche beim Differenzler zwar eine Portion Glück, aber eben auch viel Können. Nicht von ungefähr sei Ernst Marti, der die Sendung jasstechnisch betreut, vorher zweimal Schweizermeister geworden. Mit Glück allein sei dies nicht zu schaffen.

Vielfältiges Brauchtum

Der »Donnschtig-Jass« hat ebenfalls ein kulturelles Element, das weit über das Kartenspiel hinausgeht. Die Gemeinde kann sich vorstellen, ihre Sehenswürdigkeiten und ihr Brauchtum zeigen. Natürlich wird die Präsentation auch als touristische Plattform genutzt.

(Von Hans Trachsel/sda)

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Göpf Egg in der 400. Sendung von «Samschtig Jass» am 21. Juni 1999.
 
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