Fasnachtsauftakt in mehreren Städten
publiziert: Samstag, 11. Nov 2006 / 14:35 Uhr

Bern - Die Narren sind wieder los: Pünktlich um 11.11 Uhr haben in mehreren Deutschschweizer Städten Guggenmusiken lautstark die Fasnacht eröffnet.

Jetzt gehts wieder farbenfroh zu- und her.
Jetzt gehts wieder farbenfroh zu- und her.
Weil der Martinitag auf einen Samstag fiel, verfolgten zahlreiche Schaulustige die Spektakel. Im Zürcher Niederdorf gab es kein Durchkommen mehr, als am Mittag das traditionelle Monsterkonzert gefeiert wurde. Tausende Fasnächtler und Guggenmusiker strömten Richtung Hirschenplatz.

Die Zürcher Fasnacht hatte im Februar 2006 bereits zum dritten Mal unter dem Motto «ZüriCarneval» und ohne Beteiligung der traditionsreichen Fasnachtsgesellschaft stattgefunden. Ziel der Organisatoren ist es auch im kommenden Februar, die Fasnacht in ein multikurelles Ereignis umzugestalten.

Tschäppät begleitet Fasnachtsbär

In Bern wurde der Fasnachtsbär von Stadtpräsident Alex Tschäppät und Vizepräsidentin Barbara Hayoz zu den Klängen des Bernermarsches vom Waisenhausplatz in sein Gemach im Käfigturm begleitet. Dort wird er sich vorerst in den Winterschlaf begeben, bis zur «Bärebefreiig» am 22. Februar.

In St. Gallen bliesen die Guggenmusiken um 11.11 Uhr beim Waaghaus zum «Agugge». Höhepunkt der St. Galler Fasnacht wird der «Verschuss» des 33. Ehren-Födlebürgers mit einer Konfettikanone sein.

Brauch der Vor-Reformationszeit

Auch in Freiburg und Sitten wurde der Fasnachtsauftakt gefeiert. Der Beginn der Fasnacht zu Martini entspricht einem Brauch aus vorreformatorischer Zeit. In der jurassischen Ajoie wird der Heilige Martin nicht mit Guggenmusiken, sondern mit einem Schlachtplatten- Menü geehrt.

In dieser Legende dürften die Wurzeln der «Gansabhauet» in Sursee LU liegen: Am Martinitag versuchen Freiwillige, blind mit einem einzigen Säbelhieb toten aufgehängten Gänsen den Hals zu durchtrennen. Sie tragen dabei einen roten Mantel und eine Sonnenmaske. Die Kinder vergnügen sich derweil mit traditionellen Spielen wie dem «Chäszänne» (Grimmassen schneiden).

(ht/sda)

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