Fast 1000 Tote und Vermisste
publiziert: Donnerstag, 2. Dez 2004 / 19:46 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 2. Dez 2004 / 21:27 Uhr

Real - Mit fast 1000 Toten und Vermissten nach dem Tropensturm Winnie und einem neuen, noch heftigeren Taifun hat sich die Lage auf den Philippinen dramatisch verschärft. Rund 170 000 Menschen sind von den Unwettern betroffen.

Die Menschen bereiten sich bereits auf ein neues Unwetter vor.
Die Menschen bereiten sich bereits auf ein neues Unwetter vor.
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Insgesamt seien in drei Küstenstädten der Provinz Quezon mehr als 1000 Menschen getötet worden oder würden vermisst, sagte ein Militärsprecher.

Viele versuchten, sich in höher gelegene Gebiete vor den Fluten zu retten. Schulen und Regierungsbüros blieben geschlossen, Flüge wurden gestrichen. Die Regierung bat um internationale Hilfe.

Allein in der am stärksten betroffenen Küstenstadt Real auf der bevölkerungsreichen Insel Luzon stieg die Zahl der Toten nach Angaben von Rettungskräften auf über 300, rund 150 wurden vermisst. Infolge des Tropensturms war es in weiten Teilen der Insel zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen gekommen.

Verhinderung von Seuchen

Gesundheitsminister Manuel Dayrit forderte die am schlimmsten betroffenen Gemeinden dazu auf, Leichen so schnell wie möglich zu beerdigen. Damit sollen Seuchen verhindert werden.

Präsidentin Gloria Arroyo brach einen Besuch in Real wegen zunehmender Windstärke und Regenfälle ab, nachdem sie dort Hilfsgüter an Bewohner ausgeteilt hatte.

Das Militär stellte gemäss eigenen Angaben den Rettungskräften ein Drittel seiner Helikopter und Flugzeuge zur Verfügung. Soldatentrupps durchstreiften den Nordosten von Luzon zu Fuss, um weitere mögliche Leichen zu bergen und Nahrungsmittel- und Hilfspakete auszuteilen.

Nächster Taifun

Während die Rettungsarbeiten angesichts schwieriger Bedingungen schleppend verlaufen, bereiten sich die Menschen bereits auf ein neues Unwetter vor. Der Taifun Nanmadol traf mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 Kilometern pro Stunde auf die östliche Insel Catanduanes. Mindestens ein Mensch kam ums Leben.

Nach Angaben des Roten Kreuzes suchten rund 1500 Menschen Schutz in Notunterkünften. Der heftige Wind riss zahlreiche Strommasten um. Der Schiffsverkehr wurde vorsorglich eingestellt. Tausende von Menschen sassen fest.

(bert/sda)

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