Fastweb-Gründer in Rom verhaftet
publiziert: Freitag, 26. Feb 2010 / 12:05 Uhr / aktualisiert: Freitag, 26. Feb 2010 / 13:38 Uhr

Rom - Der Gründer der italienischen Swisscom-Tochter Fastweb, Silvio Scaglia, ist in der Nacht verhaftet worden. Bei seiner Ankunft nach einer Auslandsreise wurde der Unternehmer auf dem Römer Flughafen festgenommen.

Fastweb-Gründer Scaglia in Rom festgenommen.
Fastweb-Gründer Scaglia in Rom festgenommen.
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Scaglia soll so rasch wie möglich vernommen werden. «Ich will mit den Staatsanwälten sprechen, um alle Vorwürfe aus dem Weg zu räumen», erklärte Scaglia nach Angaben italienischer Medien.

Scaglia, der seine völlige Unschuld beteuerte, hatte seinen Anteil an Fastweb 2007 der Swisscom verkauft. Damit rückte Scaglia zu den reichsten italienischen Unternehmern auf.

Scaglia und Fastweb-Geschäftsführer Stefano Parisi werden beschuldigt, zwischen 2003 und 2006 mit fiktiven Käufen und Verkäufen von internationalen Telekom-Dienstleistungen knapp 2 Mrd. Euro in Rechnung gestellt zu haben.

Damit hätten sie den Fiskus um 365 Mio. Euro betrogen. Die Ermittlungen betrifft auch die Tochter der Telecom Italia, Telecom Italia Sparkle. Insgesamt 80 Personen sind laut jüngsten Angaben der Justizbehörden in den Sog der Ermittlungen geraten.

Kontakt zur Mafia

Das international organisierte Geldwäsche-Netz soll laut der römischen Staatsanwaltschaft auch Verbindungen zur 'Ndrangheta, der kalabresischen Mafia, gepflegt haben.

In diesem Zusammenhang habe die Organisation die Wahl des Senators Nicola Di Girolamo, Mitglied der Regierungspartei PDL («Volk der Freiheit») von Regierungschef Silvio Berlusconi, bei den Parlamentswahlen im April 2008 aktiv unterstützt. Di Girolamo soll mit aktiver Unterstützung der 'Ndrangheta zum Senator gewählt worden sein.

Swisscom zeigt sich überrascht

Swisscom hat sich über die Eskalation der Affäre bei Fastweb überrascht gezeigt. Beim Kauf des italienischen Unternehmens war der Schweizer Telekomkonzern zwar darüber im Bild, dass ein Verfahren wegen mutmasslicher Steuerhinterziehung lief. Dass sich die Angelegenheit zu einem Geldwäschereiskandal ausweiten könnte, hat Swisscom nach eigenen Angaben aber nicht erwartet.

(ade/sda)

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