Federer: «Tony Roche bleibt mein Coach»
publiziert: Dienstag, 15. Aug 2006 / 00:06 Uhr

Nach einem Monat Pause, während der er in Dubai Ferien einlegte und danach drillmässig trainierte, kehrte Roger Federer in gewohnter Stärke auf die ATP-Tour zurück. Im Interview äusserte sich die souveräne Nummer 1 nach dem siebten Turniersieg der Saison über das, was war und das, was kommt.

Roger Feder: «Die Rivalität mit Nadal tut dem Tennis gut.»
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Herzliche Gratulation zum Turniersieg in Toronto, ihrem 40. Triumph auf der ATP-Tour. Im Final gegen Gasquet sah es nicht immer gut aus...

Roger Federer: «Wieso? Sah es einmal schlecht aus? Nein, im Ernst. Ich glaube immer daran, dass ich jedes Spiel bei jedem Spielstand noch aus dem Feuer reissen kann. Ich wusste, dass es für Gasquet äusserst schwierig werden würde, wenn ich nur einmal in Führung gehe. Dann war ich schockiert, wie schwach ich den zweiten Satz begann. Im Endeffekt hat das aber sogar geholfen. Denn dadurch, dass Gasquet im ersten Spiel des zweiten Satzes die drei Breakbälle hintereinander nicht nutzen konnte, büsste er viel Selbstvertrauen ein. Und nach dem 3:0 im zweiten Satz fühlte ich mich äusserst komfortabel.»

Während der Ferien und der Auszeit in Dubai haben sie sicher die erste Saisonhälfte Revue passieren lassen.

«Ja natürlich. Mir gelang ein fast perfektes halbes Jahr. Ich erreichte alle drei Grand-Slam-Finals, gewann zwei, holte viele weitere grosse Titel und unterlag nur einem Spieler (Rafael Nadal). Das ist das beste halbe Jahr, das ich je hatte.»

Aber den French-Open-Final gewannen sie nicht. Trauern sie diesem Spiel noch nach?

«Nein. Viele Leute waren nach dem Final in Paris enttäuscht, auch wegen des Niveaus des Spiels. Aber die Erwartungen lagen wohl einfach viel zu hoch. Die Leute erwarteten ein fünfstündiges Duell über fünf Sätze wie zuvor in Rom, wo beide äusserst aggressiv gespielt hatten. Aber da war die Stimmung zusätzlich angeheizt wegen der Dinge, die ich über unerlaubtes Coaching Nadals (von seinem Trainer und Onkel) gesagt hatte. Aber ich gebe zu: Der French-Open-Final erfüllte auch meine Erwartungen nicht.»

Hätten sie in Paris, als Nadal Oberwasser bekam, nicht die Taktik ändern sollen?

«Doch. Später realisierte ich das. Aber es ist nicht einfach, gegen Rafa (Nadal) während des Spiels die Taktik zu ändern, denn es kann auch schlimmer kommen. Ausserdem sagte ich mir, warum die Taktik ändern, wenn du doch den ersten Satz gewonnen hast. Aber natürlich war ich am Ende nicht zufrieden mit der Art, wie ich gespielt hatte.»

Verdient die Rivalität mit Nadal die riesige Aufmerksamkeit, die sie im Moment in den Medien bekommt?

«Absolut! Seit anderthalb Jahren sind wir klar die stärksten Spieler auf der Tour. Ich stehe schon länger oben, aber Nadal hat die letzten anderthalb Jahre stark mitgeprägt. Auf Sand gewann er zwei Jahre lang alles. Er verbesserte sich auch auf den anderen Belägen erheblich und erreichte verdientermassen in Wimbledon den Final. Die Rivalität mit Nadal tut dem Tennis gut. Das gab es ja jahrelang nicht mehr, dass sich zwei Spieler in aufeinanderfolgenden Grand-Slam-Turnieren im Final gegenüber standen.»

Das French Open ist vorbei, Wimbledon gewonnen, die Nummer 1 nicht in Gefahr. Haben sie sich im Sommer neue Ziele gesetzt?

«Ich setze mir Ziele nicht kurzfristig. Primär will ich weiterfahren wie in der ersten Saisonhälfte. Es stehen in diesem Jahr noch viele bedeutende Turniere an. Als nächstes natürlich das US Open. Dann freue ich mich auf den Davis Cup, wo ich wieder einmal mit dabei sein werde. Das Heimturnier in Basel wird sicher zu einem emotionalen Highlight. Dieses Turnier wirft zwar nicht ganz so viele Punkte ab, dennoch will ich es unbedingt einmal gewinnen. Den Masters-Titel will ich unbedingt auch holen, nachdem ich letztes Jahr in Schanghai im Final in fünf Sätzen unterlag (gegen Nalbandian).»

Vergangene Woche in Toronto spielten sie aggressiver und rückten öfter ans Netz vor als in Wimbledon. Wollen sie grundsätzlich wieder häufiger ans Netz kommen?

«In Toronto hat sich das so ergeben, weil der Platz langsam zu spielen war und meine Angriffe meist zum Erfolg führten. Ich habe Freude an den Statistiken, die mir aufzeigten, dass ich, wenn ich ans Netz vorrückte, meistens den Punkt gewann. Aber ich rückte fast nur gut vorbereitet vor. Ich habe nicht die Absicht, meine Spielweise kurzfristig zu ändern. Langfristig, über Jahre hinweg, ist es aber durchaus ein Ziel, öfter vorzurücken.»

Darren Cahill war einst ihr Wunschcoach für die Nachfolge von Peter Lundgren. Nach dem anstehenden Rücktritt von Andre Agassi wäre er für nächste Saison frei.

«Ich bezweifle, dass Cahill frei wird. Ich habe gehört, er arbeite auch nach dem Rücktritt mit Agassi weiter und sei stark in Agassis Zukunftspläne eingebunden. Ausserdem unterhielt ich mich in Dubai mit Tony (Roche) über die nächste Saison. Dabei kam heraus, dass er bereit ist, nächste Saison weiter mit mir zusammenzuarbeiten. Er bleibt mein Coach. Ich staunte in Dubai nicht schlecht über die Energie, die er mit 61 Jahren noch hat. Trotz stets über 40 Grad stand er jeden Tag während vier Stunden mit mir auf dem Platz.»

Diese Woche treten sie in Cincinnati an. Ist es möglich, so kurz nach den sechs Siegen in Toronto auch dieses Turnier zu gewinnen?

«Es ist möglich. Es ist sicher weniger schwierig, als Rom und Hamburg nacheinander zu gewinnen, weil die Finals in Kanada und Cincinnati nur über zwei Gewinnsätze gespielt werden.»

(von Rolf Bichsel, Toronto/Si)

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