Federer erster Herausforderer Nadals
publiziert: Freitag, 22. Mai 2009 / 22:11 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Mai 2009 / 23:03 Uhr

Roger Federer und Rafael Nadal haben 15 der letzten 16 Grand-Slam-Turniere unter sich aufgeteilt. Auch beim French Open (ab Sonntag) starten die beiden Dominatoren des Welttennis als Hauptanwärter auf den Sieg. Topfavorit ist aber klar der Spanier.

In den Startrunden klar favorisiert: Roger Federer.
In den Startrunden klar favorisiert: Roger Federer.
Beide Superstars jagen einen Rekord: Nadal könnte der erste Spieler der Moderne werden, der an der Porte d´Auteuil fünfmal in Serie triumphiert, und Federer bietet sich nach Melbourne die zweite Chance, die Marke der 14 Major-Trophäen von Pete Sampras einzustellen. Die erste verpasste er in Melbourne knapp, als er im Endspiel in fünf Sätzen Nadal knapp unterlag.

Spätestens seit dem Titelgewinn in Madrid besteht nun wieder Hoffnung, dass Federer in Paris nach drei aufeinanderfolgenden Final-Niederlagen (stets gegen Nadal) den begehrten Pokal doch noch in die Höhe stemmen kann. Gleichzeitig würde er damit den «Roger Slam» vollenden.

Gutes Tableau bis in den Halbfinal

Auch in der Startrunde von Paris versucht ein Spanier Federer am Erfolg zu hindern. Mit wesentlich geringeren Erfolgssaussichten allerdings: Der Junioren-Champion von 1996, Alberto Martin (ATP 97), ist ein typischer «Sandhase» ohne echten Gewinnschlag, der im bisher einzigen Duell (Monte Carlo 2006) nur ein Game verbuchte. Auch in den nächsten Runden, voraussichtlich gegen José Acasuso (Arg, ATP 48) und den einstigen Gstaad-Sieger Paul-Henri Mathieu sollte Federer seinem Spiel den Feinschliff verleihen können, zumal ihm alle diese Gegner mit ihrem regelässigen Spiel entgegenkommen.

Auch auf dem weiteren Weg in seinen 20. Major-Halbfinal in Serie stehen keine unüberwindbaren Hindernisse: James Blake (USA/15) oder Tomas Berdych (Tsch/19) sind keine Top-Sandplatzspieler und wären im Achtelfinal ebenso Aussenseiter wie Andy Roddick (USA/6) oder Gael Monfils (Fr/11) im Viertelfinal. Anders die Ausgangslage dann bei einem möglichen Halbfinal gegen Novak Djokovic, der vorher Juan Martin Del Potro ausschalten müsste: Der Serbe hat Federer zuletzt sowohl in Miami als auch in Rom bezwungen und in Madrid Nadal an den Rand der Niederlage gedrängt. Allerdings spielte Federer bei beiden Niederlagen deutlich schlechter als zuletzt.

Nadal: Kein Grund zur Beunruhigung

Während in Spanien Nadals Final-Niederlage vom Sonntag für einen kurzzeitigen Schock sorgte, war die Gemütslage beim Mallorquiner wesentlich weniger negativ. Verschiedene Faktoren legitimieren seinen Optimismus: Er hat in Paris noch keine von 28 Partien verloren, wird sich deutlich ausgeruhter präsentieren als im Final gegen Federer und der kombinierte «Höhen- und Heimnachteil» wird auch wegfallen. Zudem hat der Mann, der nur 5 der letzten 155 Sandpartien verloren hat, heuer auf seiner stärksten Unterlage schon wieder dreimal triumphiert (Monte Carlo, Barcelona, Rom). «Mit meiner Sandbilanz muss ich ja für Paris optimistisch sein», so Nadal lakonisch.

Nach einem lockeren Aufgalopp und einer 3. Runde gegen Ivo Karlovic oder Lleyton Hewitt würden die Aufgaben auch für den Titelverteidiger schwieriger. David Ferrer (Sp/14), Fernando Verdasco (Sp/8) und Andy Murray (Gb/3) wären seine designierten Gegner vor einer erneuten Finalteilnahme. Der Schotte hat zuletzt auch auf Sand Fortschritte gemacht, für den Titelgewinn scheint er aber in diesem Jahr noch nicht in Frage zu kommen.

Wawrinka in Lauerposition

Nur zu gerne würde Stanislas Wawrinka die Logik durchbrechen und den Viertelfinal gegen Nadal erreichen. Für den Romand sprechen seine gute Form der letzten Wochen sowie die Tatsache, dass er bei den letzten vier Masters-1000-Turnieren nur gegen Top-5-Spieler verlor und dies jedesmal nur knapp. Gegen ihn spricht aber, dass er an der Stätte seines einstigen Triumphs bei den Junioren die Lockerheit noch nicht ganz gefunden und die Achtelfinals noch nie erreicht hat. Noch in schlechter Erinnerung ist dabei das Vorjahr, als er gegen Fernando Gonzalez mit 2:0 Sätzen und Break führte, ehe die Wende eintrat.

Gegen Nicolas Devilder (ATP 60) und den eher unberechenbareren Nicolas Massu (ATP 122) oder Daniel Köllerer (ATP 81) sollte Wawrinka ins Turnier finden können. In der 3. Runde hiesse der Gegner dann wohl Nikolai Dawydenko (Russ/10), anschliessend wäre vermutlich ein Sieg gegen Verdasco nötig.

Krönung für Safina?

Die Maxime «Gleiches Preisgeld bedeutet gleiches Interesse» greift einmal mehr nicht. Das Frauenturnier steht erneut deutlich im Schatten, hat aber mit Dinara Safina eine klare Favoritin. Die Russin spielt seit ihrem Sprung auf die Nummer 1 extrem stark und hat mit aufeinanderfolgenden Siegen in Rom und Madrid gezeigt, wozu sie fähig ist. Wenn sie nun auch noch dort triumphiert, wo 1998 ihr Bruder erstmals sein riesiges Potenzial andeutete (Fünfsatzsiege gegen Andre Agassi und Gustavo Kuerten), dürften auch die letzten Zweifel an ihrer mentalen Stärke erlöschen.

Patty Schnyder steigt dank den Siegen gegen Serena Williams (Rom), Nadja Petrowa und Jelena Jankovic (beide Madrid) mit Moral in ihr vermutlich letztes French Open. Wenn sie in guter Form ist und sich gleichzeitig mit den Bedingungen anfreunden kann, ist ein erneuter Exploit möglich. Schnyder startet gegen Kateryna Bondarenko (WTA 65) und würde in der 3. Runde auf die aufstrebende Polin Agnieszka Radwanska treffen, seit neuestem Botschafterin für Schweizer Edel-Chronometer. Im Achtelfinal hiesse die Gegnerin dann wohl Swetlana Kusnezowa (Russ/7).

Nicht zum ersten Mal ohne Matchpraxis steigt die zuletzt verletzte Timea Bacsinszky (WTA 97) in ein wichtiges Turnier. Die fast 20-Jährige kann aber gegen die französische Veteranin Emilie Loit (WTA 118) auf ein Weiterkommen hoffen.

(Marco Keller /Si)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Agnieszka Radwanska verspielte einen scheinbar klaren Vorsprung gegen Tsvetana Pironkova.
Agnieszka Radwanska verspielte einen scheinbar klaren Vorsprung ...
Schlechte Bedingungen  Mit Agnieszka Radwanska und Simona Halep scheitern zwei Top-10-Spielerinnen beim French Open im Achtelfinal. Beide beklagten sich danach über die Bedingungen. mehr lesen 
Regen, Spiel und Frust  Der Regen hatte das French Open auch am Dienstag fest im Griff. Stan Wawrinka und Timea Bacsinszky ... mehr lesen  
Stan Wawrinka.
Der Regen gibt weiterhin den Ton an.
Wetterkapriolen gehen weiter  Auch am Dienstag gibt beim French ... mehr lesen  
Nach dem Fiasko von heute  Zum zweiten Mal in der Turniergeschichte konnte am Montag beim French Open keine ... mehr lesen  
Der Court Philippe Chatrier braucht dringend ein Dach. (Archivbild)
Titel Forum Teaser
  • kurol aus Wiesendangen 4
    Das Richtige tun Hatten wir schon, talentierte Spieler wechselten zu Bayern und ... Mi, 01.06.16 12:01
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Zu dumm nur, dass der Jorian zu 100% aus chemischen Verbindungen besteht, er warnt ... Fr, 22.01.16 21:16
  • Pacino aus Brittnau 731
    Weltweit . . . . . . wird Hanf konsumiert. Zum Genuss aber auch als Arzneimittel. ... Fr, 22.01.16 08:58
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    1 : 0 Daesh (IS) vs. Freie Restwelt Es läuft aber immer noch die erst Halbzeit. Verlängerung und ... Di, 17.11.15 22:26
  • Bogoljubow aus Zug 350
    Wenn die Russen flächendeckend gedopt haben, dann muss man die Ergebnisse sehr genau ... Fr, 13.11.15 10:53
  • jorian aus Dulliken 1754
    5'000'000 zu 0 für die Verschwörungstheoretiker! Was heute um 20:15 schönes kommt! http://www.3sat.de/programm/ ... Do, 22.10.15 19:21
  • jorian aus Dulliken 1754
    Der Fussballgott! Der Name dieses Gottes wird im Hörspiel nicht genannt, dennoch weiss ... Fr, 16.10.15 18:51
  • Koelbi aus Graz 1
    Wir freuen uns... ...auf den Test gegen den Lieblingsnachbarn am 17. November. ... Mo, 12.10.15 03:31
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 3°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 3°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
St. Gallen 3°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer freundlich
Bern 0°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Luzern 5°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf 2°C 10°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Lugano 5°C 13°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten