Nun gegen Richard Gasquet
Federer ohne Satzverlust in den Viertelfinals
publiziert: Dienstag, 8. Sep 2015 / 06:30 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 8. Sep 2015 / 20:21 Uhr
Er schlägt den 2,08 m grossen Hünen John Isner 7:6 (7:0), 7:6 (8:6), 7:5.
Er schlägt den 2,08 m grossen Hünen John Isner 7:6 (7:0), 7:6 (8:6), 7:5.

Roger Federer bestand den ersten Test am US Open in New York gegen den Aufschlaggiganten John Isner mit Bravour und qualifizierte sich ohne Satzverlust für die Viertelfinals. Mit Richard Gasquet wartet nun ein alter Bekannter, Stan Wawrinka trifft auf Kevin Anderson.

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2:39 Stunden hatte Federer gebraucht, um sich in der Nacht auf Mittwoch mit einem 7:6 (7:0), 7:6 (8:6), 7:5 gegen John Isner (ATP 13) zum 46. Mal (!) an einem Grand-Slam-Turnier für die Runde der letzten acht zu qualifizieren. In seinem elften Viertelfinal in New York trifft der fünffache US-Open-Champion heute Mittwoch in der Night-Session auf Richard Gasquet (ATP 12), der sich gegen Tomas Berdych 2:6, 6:3, 6:4, 6:1 durchsetzte.

"Ich spiele lieber gegen Gasquet als gegen Isner", sagte Federer. Er könne das Geschehen besser kontrollieren und habe den Ausgang der Partie in den eigenen Händen. Im direkten Vergleich mit dem Wimbledon-Halbfinalisten führt Federer 14:2, auf Hartplatz hat er gegen ihn in acht Begegnungen erst einen Satz abgegeben. "Gegen ihn zu spielen, ist heute allerdings schwieriger als früher", so Federer. Er wisse nicht, ob Gasquet schon jemals so stark gespielt habe wie derzeit.

Auch gegen Isner hatte Federer bei seinem vierten Auftritt im Arthur-Ashe-Stadion die Massen verzückt. Als er kurz vor Spielbeginn in den Katakomben zum Interview erschien, erhielt er bereits die ersten Ovationen. "Ich verstehe, dass die Menschen viel Geld bezahlen, um diesen Typen spielen zu sehen. Er ist eine lebende Legende", sagte Isner, der sich von seinem Gegenüber beeindruckt zeigte. Federer bewege sich sehr geschmeidig und scheinbar ohne Anstrengung. Darum spiele er noch immer auf einem solch hohen Niveau, so der Amerikaner, der erstmals seit 2013 und 110 Aufschlagspielen in Folge in Flushing Meadows ein Break kassierte.

Isner vergab im zweiten Tiebreak die Chance, die Partie in eine andere Richtung zu lenken. Er lag 5:3 vorne, als Federer verkürzte, nachdem er einen mit rund 224 km/h geschlagenen ersten Aufschlag von Isner, den schnellsten des ganzen Abends, brillant retourniert hatte. Mit einem weiteren exzellenten Return erspielte sich Federer einen zweiten Satzball, den er mit einer Rückhand auf die Linie verwertete. Er habe vor dem zweiten Tiebreak kein gutes Gefühl gehabt, gab Federer später zu Protokoll. Vor der Kurzentscheidung hatte er bereits beim Stand von 1:2 eine heikle Situation zu überstehen, als er vier Breakbälle abwehren musste, dies mit vier direkten Punkten mit dem Aufschlag aber auf souveräne Art und Weise tat.

Das erste Tiebreak gewann Federer 7:0, was Isner zuvor in 429 Anläufen noch nie widerfahren war. Beim zweiten Matchball segelte ein Volley des Amerikaners ins Out, womit dem stark spielenden Federer (55 Winner) im zehnten Anlauf doch noch ein Break gelang und die Partie damit noch vor Mitternacht zu Ende ging. Sofort ins Hotel, sofort essen, sofort massieren, sofort schlafen, laute nach einer Night-Session jeweils die Devise, so Federer. Wenn es später als 3 Uhr werde, werde es 'crazy'. Gegen Isner wurde Federer körperlich und mental gefordert. "Ich musste in der Defensive enorm viel arbeiten, vor allem im explosiven Bereich." Trotz der Kürze der Ballwechsel, seien diese ermüdend. "Mental war der Druck gross."

Wie angekündigt, verzichtete Federer gegen Isner aufgrund von dessen harten zweiten Aufschlägen auf den "Sabr". Er habe einmal daran gedacht, es dann aber sein lassen. Für die Kritik von Boris Becker hatte der Schweizer nur ein müdes Lächeln übrig. Der Coach von Novak Djokovic behauptete in einem TV-Interview, dass er und seine Generation Federer abgeschossen hätten, wenn dieser beim zweiten Aufschlag so weit vorgerückt wäre. Er wisse zwar nicht, wie Becker sich das vorstelle, so Federer. "Aber es sind grosse Worte."

Unangenehmer Gegner für Wawrinka

Wie Federer trifft auch Stan Wawrinka in den Viertelfinals auf einen Gegner, der in der Form seines Lebens ist. Kevin Anderson, der seit zehn Jahren in den USA lebt und mit einer Amerikanerin verheiratet ist, brach gegen Andy Murray den Bann und qualifizierte sich erstmals für einen Grand-Slam-Viertelfinal, nachdem er zuvor siebenmal in den Achtelfinals gescheitert war. Er rang den US-Open-Sieger von 2012 dank 25 Assen und 81 Winnern nach 4:18 Stunden 7:6 (7:5), 6:3, 6:7 (2:7), 7:6 (7:0) nieder. Bereits in Wimbledon hatte Anderson gross aufgespielt und war in den Achtelfinals dem späteren Sieger Novak Djokovic nach einer 2:0-Satzführung erst in fünf Sätzen unterlegen.

Gegen Wawrinka hat Anderson die letzten vier Vergleiche gewonnen. "Er spielt sein bestes Tennis und gehört zu den Titelanwärtern. Er weiss, was es in dieser Phase eines Turniers braucht, um zu gewinnen", so Anderson. Wawrinka selbst zählt sich auch nach zwei Grand-Slam-Titeln noch nicht zum Favoritenkreis. Für ihn sei eine Viertelfinal-Qualifikation - seine sechste in Serie - noch immer etwas Aussergewöhnliches. Die Aufgabe gegen Anderson dürfte deutlich schwieriger werden als jene gegen Donald Young. "Er schlägt sehr gut auf und von der Grundlinie beidseitig sehr hart", so Wawrinka. "Ihn zum Laufen zu bringen, ist schwierig."


Resultate:
Flushing Meadows, New York. US Open. Grand-Slam-Turnier (42,3 Mio. Dollar/Hart). Männer. Einzel. Achtelfinals: Roger Federer (Sz/2) s. John Isner (USA/13) 7:6 (7:0), 7:6 (8:6), 7:5. Kevin Anderson (SA/15) s. Andy Murray (Gb/3) 7:6 (7:5), 6:3, 6:7 (2:7), 7:6 (7:0). Richard Gasquet (Fr/12) s. Tomas Berdych (Tsch/6) 2:6, 6:3, 6:4, 6:1.
Viertelfinal-Tableau: Djokovic (1) - Lopez (18), Tsonga (19) - Cilic (9); Wawrinka (5) - Anderson (15), Gasquet (12) - Federer (2).

Frauen. Einzel. Achtelfinals: Petra Kvitova (Tsch/5) s. Johanna Konta (Gb) 7:5, 6:3. Flavia Pennetta (It/26) s. Samantha Stosur (Au/22) 6:4, 6:4.

Viertelfinal-Tableau: Serena Williams (1) - Venus Williams (23), Mladenovic - Vinci; Kvitova (5) - Pennetta (26), Asarenka (20) - Halep (2).

Mixed. Viertelfinals: Martina Hingis/Leander Paes (Sz/Ind/4) s. Simona Halep/Horacio Tecau (Rum) w.o.

Junioren. Doppel. 1. Runde: Lloyd George Harris/Yosuke Watanuki (SA/Jap) s. Johan Nikles/Marko Osmakcic (Sz) 6:3, 6:4.

(nir/Si)

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