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Federer schlägt Karlovic in drei Sätzen
publiziert: Freitag, 20. Jan 2012 / 08:09 Uhr / aktualisiert: Freitag, 20. Jan 2012 / 14:19 Uhr
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Roger Parker ist eine Runde weiter.
Roger Parker ist eine Runde weiter.

Roger Federer liess sich am Australian Open in Melbourne von Ivo Karlovics bis zu 211 km/h schnellen Aufschlägen nicht vom Kurs abbringen. Der 30-jährige Basler qualifizierte sich mit 7:6 (8:6), 7:5, 6:3 für die Achtelfinals vom Sonntag.

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Roger FedererRoger Federer
Das Schlussresultat nach zwei Stunden und 17 Minuten widerspiegelte in keiner Weise, dass sich Roger Federer gegen Ivo Karlovic zumindest während der ersten anderthalb Stunden auf schmalem Grat bewegte. «Der erste Satz war immens wichtig», resümierte Federer hinterher. Aber der erste Satz hing im Tiebreak beim Stand von 6:5 für Karlovic und Aufschlag Karlovic an einem dünnen Faden. 15 Aufschlagasse und 31 Servicewinner gelangen dem Kroaten während der gesamten Partie. Mit der Satzführung vor Augen versagte der Aufschlag aber den Dienst. Federer: «Gott sei Dank musste er über den zweiten Aufschlag gehen. Dann aber gelang Karlovic mit etwas Glück am Netz ein unglaublich kurzer Volley. Ich wusste im ersten Moment nicht, was ich jetzt machen sollte. Ich entschied mich für einen Heber, obwohl das eigentlich nicht das ist, was man gegen einen Riesen wie ihn (2,08 m) versuchen sollte. Aber irgendwie gelang es mir, ihn zu überraschen.»

Federer wehrte mit dem Lob den Satzball ab, holte sich das Tiebreak mit 8:6 und bekam so die «Aufschlagschlacht» langsam in den Griff. Zwar erspielte sich Karlovic zu Beginn des zweiten Satzes noch die erste Breakmöglichkeit (bei 1:1), auch in den Sätzen 27 bis 29 gelang dem 33-jährigen Kroaten jedoch kein zweiter Servicedurchbruch gegen Federer. Dem Schweizer andererseits gelang es nach 100 Minuten, Karlovics Aufschläge «besser zu lesen», was zu den siegbringenden Breaks zum 7:5 im zweiten Satz und zum 3:1 im dritten Umgang führte.

Gegen Karlovic erhielt Federer einen Vorgeschmack auf das, was in Melbourne noch auf ihn wartet. Die Spiele werden nun von Runde zu Runde schwieriger, anspruchsvoller, gefährlicher. In den Achtelfinals trifft Federer am Sonntag auf den Australier Bernard Tomic, die Nummer 38 der Welt. Der 19-Jährige gewann das Gros seiner ATP-Punkte in Asien und Ozeanien. Im letzten Oktober an den Swiss Indoors in Basel spielte er nur in der Qualifikation und unterlag dort in der 1. Runde Michael Lammer. Derweil Roger Federer in Melbourne erst sechs Sätze bestritt, wurde Tomic von Fernando Verdasco, Sam Querrey und Alexander Dolgopolow bereits durch 14 Sätze getrieben. Die bislang einzige Direktbegegnung gewann Federer im September in Sydney auf Rasen im Davis Cup in vier Sätzen. «Ich erinnere mich gar nicht mehr gut an dieses Spiel», so Federer, «aber das spielt auch keine Rolle. Einerseits wird sich auf dem langsamen Hartplatz eine komplett andere Partie entwickeln, andererseits neigen so junge Spieler wie Tomic dazu, innerhalb eines Monats ihrem Spiele zahlreiche neue Dinge hinzuzufügen.»

Oprandi mit Heimweh

An der Endstation gelangte auch Romina Oprandi an. Die 25-jährige Bernerin, die für Italien spielt, führte gegen Julia Görges (De/WTA 23) 6:3, 3:2, ehe sie zehn der nachfolgenden elf Games verlor. Oprandi machte nach dem Spiel klar, dass sie an Gesprächen für eine Rückkehr in den Schweizer Tennisverband interessiert ist, weil «mir die Schweiz halt doch näher liegt als Italien». Acht Jahre nach dem Wechsel in den italienischen Verband verspürt die Bernerin offenbar so etwas wie Heimweh, zumal ihr Heimathafen nach wie vor die Stadt Bern ist und jene Leute, mit denen sich die Familie Oprandi vor Jahren verkracht hatte, mittlerweile bei Swiss Tennis nicht mehr am Ruder sind.

In der Schweiz wäre Oprandi zumindest im Moment die Nummer 1, in Italien sind ein halbes Dutzend Spielerinnen besser klassiert als sie. Einer Rückkehr in die Schweiz steht von Seite des Internationalen Tennisverbandes nichts im Wege; allerdings könnte Oprandi in dieser Saison wohl nicht mehr im Fedcup eingesetzt werden, denn für diesen Teambewerb müssen die Spielerinnen sechs Monate zum Voraus gemeldet werden. Auch für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in London kommt Oprandis Sinneswandel wohl zu spät.

(joge/Si)

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