Federer und Schnyder mit frühem Start
publiziert: Samstag, 1. Jan 2005 / 19:50 Uhr

Nur vier Wochen nach Spaniens Sieg im Davis Cup gegen die USA beginnt nächste Woche das Tennisjahr 2005. Auch Roger Federer (in Doha/Katar) und Patty Schnyder (Gold Coast/Au) stehen bereits ab Montag im Einsatz.

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Die wettkampfmässige Vorbereitungszeit ist einmal mehr kurz bemessen, bereits zwei Wochen später (ab 17. Januar) findet in Melbourne das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres statt.

Obwohl heuer mit den Olympischen Spielen einer von vielen Saisonhöhepunkten wegfällt, präsentiert sich das Programm kaum weniger nahrhaft: Der ATP-Kalender umfasst 66 Turniere, derjenige der WTA 62. Hinzu kommen für viele Spieler noch die Verpflichtungen für ihr Land, im Davis- oder Fedcup.

Angesichts dieser einmal mehr übervollen Saison müssen sich die besten Spieler(innen) selber zusätzliche Ruhepausen schaffen. Dies tun heuer beispielsweise auch die Schweizer Leader. Federer hat für die 1. Runde im Davis Cup Forfait erklärt, Schnyder steht im (sportlich ohnehin nur mässig bedeutsamen) Fedcup nicht zur Verfügung.

Federer startet in Doha

Nachdem er 2004 vor seiner triumphalen Melbourne-Expedition nur Exhibitions bestritten hatte, bereitet Federer heuer die Titelverteidigung zumindest in der Schlussphase "traditionell" vor. Der souveräne Weltranglisten-Erste, der in den letzten Wochen in Sydney zusammen mit Tony Roche trainiert hatte, greift in Doha ins Turniergeschehen ein, wo er 2003 die Viertelfinals erreicht hatte.

Zu den weiteren gemeldeten Spielern zählen im Wüstenstaat auch French-Open-Sieger Gaston Gaudio (Arg) und der Franzose Sébastien Grosjean. Anschliessend bestreitet Federer wie im Vorjahr das Einladungsturnier von Kooyong in Melbourne.

Beim ersten Major-Turnier des Jahres beginnt für Federer schliesslich die extrem schwere Aufgabe, an seine fast übermenschliche letzte Saison anzuknüpfen.

Der Baselbieter, der das Ranking mit unglaublichen 2680 Punkten Vorsprung auf Andy Roddick anführt, hat allein in den ersten zweieinhalb Monaten aus den Titelgewinnen von Melbourne, Dubai und Indian Wells 1800 Punkte zu ersetzen, ehe dann von Key Biscayne bis Rom praktisch die einzige Phase des Jahres folgt, wo er nicht nur Punkte zu verteidigen hat, sondern sich substanziell verbessern könnte.

Die zweite Garde gefordert

Nicht nur im Davis-Cup-Startspiel gegen Holland stehen die übrigen Schweizer unter Druck. Ivo Heuberger (ATP 124), Marco Chiudinelli (ATP 142), Michel Kratochvil (ATP 167), Stanislas Wawrinka (ATP 168) und George Bastl (ATP 201) versuchen sich alle am erstmaligen oder erneuten Sprung in die Top 100, könnten im Erfolgsfall die monumentale Lücke zu Leader Federer etwas verringern und diesen vielleicht eher früher als später zur Rückkehr ins Davis-Cup-Team bewegen.

Altmeister Marc Rosset (ATP 214) bleibt auch im Spätherbst seiner Karriere eine "Wundertüte", mit mehr als vereinzelten Exploits ist von seiner Seite her kaum mehr zu rechnen.

Schnyder allein auf weiter Flur

Bei den Frauen heisst im Moment die einzige konkrete Schweizer Hoffnung Patty Schnyder. Die Linkshänderin, die sich 2004 von Platz 23 auf 14 verbesserte und in Melbourne den ersten Major-Halbfinal ihrer Karriere erreichte, könnte mit etwas mehr Konstanz durchaus in die Top ten zurückkehren.

Schnyder, die bereits am Weihnachtstag abreiste, spielt ab Montag an der Gold Coast und hat in der ersten Jahreshälfte 14 Starts geplant, mehrheitlich bei ganz grossen Turnieren.

Die weiteren Schweizerinnen sind derzeit nicht in den Top 100. Bei Myriam Casanova (WTA 120) geht es in erster Linie darum, ob sie ihre physischen Probleme überwinden kann, auch mental, ansonsten droht sogar das Karrieren-Ende.

Während die grossen Resultate von Emmanuelle Gagliardi (WTA 105) wohl weiterhin eher im Dopel zu erwarten sind, erhofft sich auch Marie-Gaïané Mikaelian (WTA 121) nach Verletzungsunbill einen Neubeginn. Die 15-jährige Timea Bacsinszky (WTA 252) plant hingegen weitere Schritte auf ihrem ambitiösen Weg in Richtung Nummer 1 der Welt, muss dazu aber bereit sein, auch viel harte Arbeit zu verrichten.

Hingis, das Fragezeichen

Last, aber sicher nicht least interessiert aus Schweizer Sicht, wie es mit Martina Hingis weitergeht. Die langjährige Weltranglisten-Erste wird Ende Januar in Pattaya nach 27-monatiger Pause auf die WTA-Tour zurückkehren, offiziell nur für ein Turnier und einzig zu wohltätigen Zwecken. Manch ein Tennisfan wünscht sich aber, die Gerüchte, Hingis trage sich mit ernsthaften Comebackgedanken, entbehren nicht jeglicher Grundlage.

Jahresprogramm der Männer

3.1: Doha (975 000/H), Chennai (355 000/H), Adelaide (394 000/H). -- 10.1: Auckland (401 000/H), Sydney (394 000/H). -- 17.1: AUSTRALIAN OPEN, MELBOURNE (H). -- 31.1: Mailand (302 000 Euro/I), Delray Beach (355 000/H), Vina del Mar (355 000/S).

7.2: Marseille (489 000 Euro/I), Buenos Aires (355 000/S), San José (355 000/I). -- 14.2: Rotterdam (765 000 Euro/I), Memphis (665 000/I), Costa do Sauipe (355 000/S). -- 21.2: Dubai (975 000/H), Acapulco (618 000/S), Scottsdale (355 000/H).

4.-6.3: Davis Cup I (mit Schweiz - Holland in Fribourg). 9.3: TMS Indian Wells (2 724 600/H). -- 23.3: TMS Key Biscayne (3 200 000/H).

4.4: Valencia (319 000 Euro/S), Casablanca (302 000 Euro/S). -- 11.4: TMS Monte Carlo (1 870 000 Euro/S). -- 18.4: Barcelona (765 000 Euro/S), Houston (355 000/S). -- 25.4: Estoril (510 000 Euro/S), München (302 000 Euro/S).

2.5: TMS Rom (1 870 000 Euro/S). -- 9.5: Hamburg (1 870 000 Euro/S). -- 16.5: World Team Cup Düsseldorf (1 350 000 Euro/S), St. Pölten (302 000 Euro/S). -- 23.5: FRENCH OPEN, ROLAND GARROS (S).

6.6: Halle (659 000 Euro/R), Queen´s (659 000 Euro/R). -- 13.6: Rosmalen (302 000 Euro/R), Nottingham (302 000 Euro/R). -- 20.6: THE ALL ENGLAND CHAMPIONSHIPS, WIMBLEDON (R).

4.7: ALLIANZ SUISSE OPEN GSTAAD (400 000 Euro/S), Bastad (302 000 Euro/S), Newport (355 000/R). -- 15.-17.7: Davis Cup II (evtl. mit Schweiz). -- 18.7: Stuttgart (590 000 Euro/S), Indianapolis (575 000/H), Amersfoort (302 000 Euro/S). -- 25.7: Kitzbühel (625 000 Euro/S), Los Angeles (355 000/H), Umag (319 000 Euro/S).

1.8: Washington (575 000/H), Sopot (404 000 Euro/S). -- 8.8: TMS Montreal (2 200 000/H). -- 15.8: TMS Cincinnati (2 200 000/H). -- 22.8: Long Island (650 000/H). -- 29.8: US OPEN, FLUSHING MEADOWS (H).

12.9: Peking (475 000/H), Bukarest (302 000 Euro/S). -- 23.-25.9: Davis Cup III (evtl. mit Schweiz). -- 26.9: Bangkok (525 000/I), Palermo (302 000 Euro/S).

3.10: Tokio (665 000/H), Metz (302 000 Euro/H). -- 10.10: Moskau (975 000/I), Stockholm (659 000 Euro/I), Wien (565 000 Euro/I). -- 17.10: TMS Madrid (1 870 000 Euro/I). -- 24.10: DAVIDOFF SWISS INDOORS BASEL (829 000 Euro/I), St. Petersburg (975 000/I), Lyon (659 000 Euro/I). -- 31.10: TMS Paris (1 870 000 Euro/I).

14.11: Masters Schanghai (3 700 000/I). -- 2.-4.12: Davis Cup, Final.

I = Indoor, H = Hart, S = Sand, R = Rasen, TMS = Tennis Masters Series.

Jahresprogramm der Frauen

3.1: Gold Coast (170 000/H), Auckland (140 000/H). -- 10.1: Sydney (585 000/H), Hobart (110 000/H), Canberra (110 000/H). -- 17.1: AUSTRALIAN OPEN, MELBOURNE (H). -- 31.1: Tokio (1 300 000/I), Pattaya (170 000/H).

7.2: Paris (585 000/I), Hyderabad (140 000/H). -- 14.2: Antwerpen (585 000/I), Memphis (170 000/H), Bogota (170 000/S). -- 21.2: Doha (600 000/H), Acapulco (180 000/S). -- 28.2: Dubai (585 000/H).

9.3: Indian Wells (2 100 000/H). -- 23.3: Key Biscayne (3 115 000/H).

4.4: Amelia Island (585 000/S). -- 11.4: Charleston (1 300 000/S). -- 23./24.4: Fed Cup I (mit Schweiz - Slowakei, wahrscheinlich in Biel). -- 25.4: Warschau (585 000/S), Estoril (140 000/S).

2.5: Berlin (1 300 000/S), Rabat (140 000/S). -- 9.5: Rom (1 300 000/S), Prag (140 000/S). -- 16.5: Strassburg (170 000/S), Istanbul (200 000/S). -- 23.5: FRENCH OPEN, ROLAND GARROS (S).

6.6: Birmingham (200 000/R). -- 13.6: Eastbourne (585 000/R), Rosmalen (170 000/R). -- 20.6: THE ALL ENGLAND CHAMPIONSHIPS, WIMBLEDON (R).

9./10.7: Fed Cup II (evtl. mit Schweiz). -- 18.7: Cincinnati (170 000/H), Palermo (140 000/S). -- 25.7: Stanford (585 000/H), Budapest (140 000/S).

1.8: San Diego (1 300 000/H), Sopot (300 000/S). -- 8.8: Los Angeles (585 000/H), Stockholm (140 000/H). -- 15.8: Toronto (1 300 000/H). -- 22.8: New Haven (585 000/H). -- 29.8: US OPEN, FLUSHING MEADOWS (H).

12.9: Fed Cup, Finalturnier, Bali (225 000/H). -- 19.9: Peking (585 000/H), Kolkata (170 000/I), Portoroz (140 000/H). -- 26.9: Luxemburg (585 000/I), Guangzhou (170 000/H), Seoul (140 000/H).

3.10: Filderstadt (650 000/I), Tokio (170 000/I), Taschkent (140 000/H). -- 10.10: Moskau (1 300 000/I), Bangkok (200 000/H). -- 17.10: SWISSCOM CHALLENGE ZÜRICH (1 300 000/I). -- 24.10: Linz (585 000/I), Hasselt (170 000/I). -- 31.10: Philadelphia (585 000/I), Québec City (170 000/I).

7.11: Masters Los Angeles (3 000 000/I).

I = Indoor, H = Hart, S = Sand, R = Rasen, TMS = Tennis Masters Series.

Für die Preisgeldberechnung zählt weiter der US-Dollar. Ausnahme: Die europäischen ATP-Organisatoren können seit 2003 wahlweise in Euro bezahlen.

(bert/Si)

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