Positive Saisonbilanz
Federers Motivation trotz Niederlage ungebrochen
publiziert: Dienstag, 13. Nov 2012 / 16:47 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 13. Nov 2012 / 17:43 Uhr
Roger Federer lieferte am gestrigen Abend eine Duell auf Augenhöhe.
Roger Federer lieferte am gestrigen Abend eine Duell auf Augenhöhe.

Roger Federer blieb an den ATP-Finals in London mit der Final-Niederlage gegen Novak Djokovic das Happy-End zum Saisonabschluss verwehrt, dennoch zog der Schweizer eine mehr als positive Jahresbilanz. Und die Planungen für 2013 laufen bereits auf Hochtouren.

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Noch einmal verlangten sie sich alles ab. Noch einmal boten sie sich einen Schlagabtausch auf Augenhöhe. Noch einmal entschieden ein paar wenige Ballwechsel ein phasenweise mitreissendes Duell, in dem Novak Djokovic am Ende insgesamt nur einen Punkt mehr gewann als Federer. Und als am Montagabend um 22.30 Uhr Ortszeit in der O2-Arena in London der letzte Ball der Saison gespielt war, jubelte derjenige Spieler, der bereits zu Beginn des Jahres am Australian Open triumphiert hatte. Mit seinem zweiten Masters-Sieg räumte Djokovic die letzten Zweifel aus, wer die Nummer 1 ist. Federer, der 2012 selbst 17 Wochen das Ranking angeführt hatte, bestätigte dies seinem Widersacher noch auf dem Platz: «Novak, du bist der Beste.»

Mit dem finalen Showdown zwischen den Nummern 1 und 2 endete für beide Kontrahenten ein äusserst erfolgreiches Tennis-Jahr. Federer hob die drei Events in London (Wimbledon-Sieg, Olympia-Silber, ATP-Finals) sowie die zwischenzeitliche Rückeroberung der Nummer 1 als Höhepunkte hervor. Mit 71 Partien gewann der Schweizer so viele Partien wie seit 2007 nicht mehr, zudem feierte er in Indian Wells, Madrid und Cincinnati noch drei Erfolge an Masters-1000-Turnieren und in Rotterdam und Dubai zwei weitere Titel.

Als alles vorbei war, sprach der erfolgreichste Spieler aller Zeiten von einer «fantastischen Saison, ohne Verletzungen und mit nur wenigen schlechten Spielen». Kleine Wermutstropfen aus seiner Sicht waren die verlorenen Finals in Halle und Basel, in denen er als Favorit angetreten war. Und auch der Herbst verlief nicht ganz nach dem Gusto des Baselbieters. Die Niederlage gegen Tomas Berdych in den Viertelfinals am US Open kam ohne Vorwarnung und beendete Federers magischen Sommer. Zumindest der Saisonabschluss stimmte Federer versöhnlich: «Ich habe in dieser Woche in London wieder gut gespielt, was in Schanghai und Basel nicht der Fall war. Das gibt mir Selbstvertrauen für die Zukunft.»

Motivation ungebrochen

Trotz mittlerweile 15 Jahren auf der Tour, 17 Grand-Slam-Titeln und knapp 75 Millionen Dollar Preisgeld ist die Motivation Federers ungebrochen. Die Liebe zum Spiel, die Anerkennung der Fans, die Herausforderung, sich gegen verschiedene Spielertypen verschiedener Generationen zu beweisen sowie die gelegentliche Jagd nach Rekorden, sind die Gründe für seine noch immer vorhandene Leidens- und Leistungsbereitschaft. Auch wenn er nicht gerne verliere, «solche Spiele machen Spass und bringen Unterhaltung», sagte Federer nach der Partie gegen Djokovic.

Der Schweizer ist allerdings froh, dass die Saison nun vorbei ist: «Vor allem mein Spiel braucht dringend eine Pause - und wieder Training.» Es habe ihm zuletzt ein wenig an Inspiration gefehlt, an Vertrauen und Sicherheit, «genau zu wissen, auf was ich mich verlassen kann» (Federer). Dies könne einem nur das Training geben. Deswegen hat Federer für die nächste Saison wieder vermehrt längere Trainingsblöcke geplant, um sein Fitness-Level hoch zu halten und um sein Spiel weiterzuentwickeln.

Einigung mit Brennwald in Sicht

Die Vorbereitung für die neue Saison beginnt für ihn nach zwei Wochen Ferien Ende November. Im Dezember wird der 31-jährige Baselbieter erstmals in seiner Karriere nach Südamerika reisen und in Buenos Aires, Sao Paulo und Bogota gegen Juan Martin Del Potro, Jo-Wilfried Tsonga und Thomaz Bellucci Exhibitions bestreiten. In Buenos Aires waren die Tickets für die beiden Partien gegen Del Potro innerhalb von wenigen Stunden vergriffen. Für Federer ist die Reise eine «Once in a Lifetime»-Erfahrung. Danach wird er sich intensiv auf die neue Saison vorbereiten. Änderungen in seiner Entourage hat er für 2013 keine geplant. Klar ist, dass Federer vor dem Australian Open in Melbourne (ab 14. Januar) kein Turnier bestreiten wird.

Wie es danach für den Baselbieter weitergeht, ist noch nicht im Detail geklärt. In London wiederholte Federer, dass es für die Davis-Cup-Partie Anfang Februar gegen Tschechien in Genf eng werde, endgültig entscheiden wird er sich in den nächsten Wochen. Positiver sieht es hingegen für die Swiss Indoors in Basel aus. Nachdem sich Federer und Turnierdirektor Roger Brennwald vor der diesjährigen Austragung noch nicht auf eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags Federers an dessen Heimturnier hatten einigen können, sorgte dies während der Basler Woche für viel Wirbel in der Öffentlichkeit. Nun haben sich die beiden Parteien in London ausgesprochen und vereinbart, Anfang 2013 in aller Ruhe zusammenzusitzen. «Das kommt sowieso gut», sagte Federer. Er habe nie gesagt, dass er in Basel nicht spielen werde. «Die Situation war völlig ausser Kontrolle geraten.»

ATP-Weltrangliste per 12. November 2012:
1. (1.) Novak Djokovic (Ser) 12'920 (Vorwoche 11'420). 2. (2.) Roger Federer (Sz) 10'265 (9465). 3. (3.) Andy Murray (Gb) 8000 (7600). 4. (4.) Rafael Nadal (Sp) 6795. 5. (5.) David Ferrer (Sp) 6430. 6. (6.) Tomas Berdych (Tsch) 4605. 7. (7.) Juan Martin Del Potro (Arg) 4480. 8. (8.) Jo-Wilfried Tsonga (Fr) 3490. 9. (9.) Janko Tipsarevic (Ser) 2990. 10. (10.) Richard Gasquet (Fr) 2515.

11. (11.) Nicolas Almagro (Sp) 2515. 12. (12.) Juan Monaco (Arg) 2430. 13. (13.) Milos Raonic (Ka) 2380. 14. (14.) John Isner (USA) 2215. 15. (15.) Marin Cilic (Kro) 2210. 16. (16.) Gilles Simon (Fr) 2165. 17. (17.) Stanislas Wawrinka (Sz) 1900. 18. (18.) Alexander Dolgopolow (Ukr) 1855. 19. (19.) Kei Nishikori (Jap) 1830. 20. (20.) Philipp Kohlschreiber (De) 1770. Ferner die weiteren Schweizer: 146. (143.) Marco Chiudinelli 380. 292. (316.) Henri Laaksonen 155. 333. (343.) Adrien Bossel 130. 349. (358.) Sandro Ehrat 121. 393. (345.) Stéphane Bohli 103. 397. (377.) Michael Lammer 101.

(fest/Si)

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