Fédrigos Déjà-vu in Pau
publiziert: Montag, 16. Jul 2012 / 19:19 Uhr / aktualisiert: Montag, 16. Jul 2012 / 19:59 Uhr
Jubel von Pierrick Fedrigo bei der Zieleinfahrt.
Jubel von Pierrick Fedrigo bei der Zieleinfahrt.

Wie vor zwei Jahren hat Pierrick Fédrigo erneut eine Tour-Etappe in Pau gewonnen. Hatte sich der Franzose damals gegen sieben Fluchtkollegen durchgesetzt, musste er gestern mit Christian Vande Velde (USA) nur noch einen Begleiter hinter sich lassen.

Dritter des Teilstücks über 158,5 km von Samatan nach Pau wurde Thomas Voeckler. Dem Franzosen, der letzte Woche in Bellegarde-sur-Valserine schon einen Etappensieg hatte feiern können, fehlten zwölf Sekunden zum Spitzenduo. Die weiteren Animatoren der 15. Etappe waren mit Samuel Dumoulin ein weiterer Franzose sowie der Belgier Dries Devenyns und der Däne Nicki Sörensen. Dieser stiess erst mit einem Solo-Effort über rund 20 km noch zum Spitzen-Quintett hinzu, das sich nach 62 km vom Feld abgesetzt hatte.

Bald zeichnete sich dank des schnell anwachsenden Vorsprungs ab, dass der Tagessieger aus dieser hochkarätigen Fluchtgruppe kommen würde. Vier der sechs Ausreisser - Fédrigo, Voeckler, Dumoulin und Sörensen - hatten zuvor schon mindestens einmal eine Etappe der Tour de France gewinnen können. Nachdem in der Schlussphase Sörensen zweimal angegriffen hatte, lancierte knapp 7 km vor dem Ziel Fédrigo die letztlich entscheidende Attacke. Zwar konnte Vande Velde noch aufschliessen. Doch im Sprint blieb der Gesamtvierte von 2008 ohne jegliche Chance. Er kam gegen den viel endschnelleren Franzosen nicht einmal aus dessen Windschatten heraus.

Schon vier Tour-Etappensiege

"Ich habe am Schluss auf den richtigen Moment gewartet, angegriffen und meine Chance genutzt. Ich verliess mich dabei ganz auf mein Gefühl. Mit Vande Velde konnte zwar ein starker Roller noch zu mir aufschliessen. Auf dem letzten Kilometer wusste ich, dass er mich nicht mehr ablösen würde. Da war es an mir für Tempo zu sorgen, damit es keinen Sprint aus dem Stand heraus gab. Es ist unglaublich schön", so Fédrigo. Ausser in Pau gewann der 33-Jährige, der seine neunte Tour bestreitet, auch schon je eine Etappe in Gap (2006) und in Tarbes (2009).

Ein Wertung dieser Erfolge wollte Fédrigo nicht vornehmen: "Alle meine Tour-Etappensiege sind symbolisch. 2006, weil es der erste war. 2009, weil die Etappe in Tarbes, also praktisch bei mir zuhause, endete. 2010, weil es die mythische Etappe in den Pyrenäen war, mit den höchsten Bergen. Dieses Mal ist ebenfalls speziell, weil es nach einem schwierigen Jahr war und es für mich gleichbedeutend mit der Rückkehr ist." Fédrigo litt im vergangenen Jahr an der Lyme-Krankheit (auch Lyme-Borreliose), einer Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird.

Ruhetag am Dienstag

Der Brite Bradley Wiggins, der im Feld und mit fast zwölf Minuten Rückstand ins Ziel kam, blieb als Tour-Leader ungefährdet. Mit 2:05 Minuten Rückstand ist Wiggins' Landsmann und Teamkollege Christopher Froome nach wie vor Gesamtzweiter. "Nun folgt ein schöner Ruhetag. Über die Etappen in den Pyrenäen werde ich mir erst am Dienstagabend Gedanken machen. Ich will nicht zu weit nach vorne blicken", so Wiggins.

Nach dem Ruhetag folgen sich in der letzten Tour-Woche die Schwierigkeiten in kurzer Folge. Am Mittwoch werden auf den 197 km von Pau nach Bagnères-de-Luchon die bekannten Pässe Aubisque, Tourmalet, Aspin und Peyresourde befahren. Auch die nur 143,5 km lange Etappe am Donnerstag hat es mit dem Col de Menté, dem Port de Balès und dem Schlussaufstieg nach Peyragudes in sich. Am Samstag steht noch ein Einzelzeitfahren über 53,5 km auf dem Programm.

Resultate:
99. Tour de France. 15. Etappe, Samatan - Pau (158,5 km): 1. Pierrick Fédrigo (Fr) 4:40:15 (43,2 km/h). 2. Christian Vande Velde (USA), gleiche Zeit. 3. Thomas Voeckler (Fr) 0:12. 4. Nicki Sörensen (Dä), gl. Zeit. 5. Dries Devenyns (Be) 0:21. 6. Samuel Dumoulin (Fr) 1:08. 7. André Greipel (De) 11:50. 8. Tyler Farrar (USA). 9. Peter Sagan (Slk). 10. Kris Boeckmans (Be).

11. Borut Bozic (Sln). 12. Sébastien Hinault (Fr). 13. Koen de Kort (Ho). 14. Jonathan Cantwell (Au). 15. Jimmy Engoulvent (Fr). 16. Roy Curvers (Ho). 17. Jürgen Roelandts (Be). 18. Matthieu Ladagnous (Fr). 19. Michael Schär (Sz). 20. Janez Brajkovic (Sln).

21. Cadel Evans (Au). 22. Bradley Wiggins (Gb). 23. Christopher Froome (Gb). 24. Vincenzo Nibali (It). Ferner: 26. Nicolas Roche (Irl). 29. Jurgen van den Broeck (Be). 30. Haimar Zubeldia (Sp). 35. Tejay van Garderen (USA). 44. Pierre Rolland (Fr). 49. Thibaut Pinot (Fr). 143. Michael Albasini (Sz), alle gl. Zeit. - 162 Fahrer gestartet, 156 klassiert. - Aufgabe: u.a. Sylvain Chavanel (Fr).

Gesamtklassement: 1. Wiggins 68:33:21. 2. Froome 2:05. 3. Nibali 2:23. 4. Evans 3:19. 5. Van den Broeck 4:48. 6. Zubeldia 6:15. 7. Van Garderen 6:57. 8. Brajkovic 7:30. 9. Rolland 8:31. 10. Pinot 8:51.

11. Andreas Klöden (De) 9:29. 12. Fränk Schleck (Lux) 9:45. 13. Nicolas Roche (Irl) 10:49. 14. Jérôme Coppel (Fr) 11:27. 15. Chris Horner (USA) 12:41. 16. Denis Mentschow (Russ) 17:21. 17. Maxime Monfort (Be) 17:41. 18. Egoi Martinez (Sp) 18:04. 19. Rui Costa (Por) 19:02. 20. Chris Sörensen (Dä) 20:12. Ferner: 50. Schär 1:13:24. 97. Albasini 1:52:00.

 

(fest/Si)

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