Wehrpflicht-Gegner sehen Militärdienst als Zeitverschwendung
Fehlende gemeinsame Vision für eine Armee ohne Wehrpflicht
publiziert: Dienstag, 30. Jul 2013 / 15:46 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 30. Jul 2013 / 17:35 Uhr
Bundesrat Ueli Maurer: Kleinere Armee?
Bundesrat Ueli Maurer: Kleinere Armee?

Bern - Mit der Aufhebung der Wehrpflicht wollen die Befürworter der entsprechenden GSoA-Initiative erreichen, dass niemand mehr gezwungen wird, seine Zeit im Militär zu «verschwenden». Für die Zukunft der Armee fehlt den Organisationen allerdings ein gemeinsames Konzept.

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Die Wehrpflichtgegner rund um die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) deckten das Militär zum Start ihrer Kampagne für die Abstimmung vom 22. September mit harschen Worten ein: Der Militärdienst sei Zeitverschwendung, führe zur Verrohung der Gesellschaft und zementiere Geschlechterbilder. Es sei an der Zeit, den «sinnlosen, militärischen Zwang» der Wehrpflicht zu beenden.

Da die Initiative aus dem Kreis der Armeegegner stammt, bemühten diese sich zu betonen, dass die Initiative selbst nicht zur Armeeabschaffung führt. «Mit dieser Initiative wollen wir nicht die Armee abschaffen», sagte Seraina Patzen von der GSoA am Dienstag vor den Medien in Bern.

Eingeräumt wird aber, dass die Armee ohne Wehrpflicht kleiner würde. Damit vollziehe die Schweiz lediglich, was andere Staaten nach dem Kalten Krieg bereits getan hätten, sagte die Berner SP-Nationalrätin und Sicherheitspolitikerin Evi Allemann. Diese hätten «ihre Massenheere abgebaut» und auf Freiwilligenarmeen gesetzt. Angesichts der Bedrohungslage reiche auch eine kleinere Armee aus.

Geld für Energiewende einsetzen

Die Wehrpflicht braucht es dafür laut Allemann nicht mehr, zumal schon heute mehr Männer zum Dienst verpflichtet wären als benötigt werden. «Die Armee kann heute schon froh sein, dass ganz viele einen anderen Weg gehen und Zivildienst leisten oder im Bevölkerungsschutz tätig sind», sagte Allemann.

Für die Grünen als zweite grosse Partei unter den Unterstützern sollte das Geld für die Armee - inklusive dem Anteil, den die Wirtschaft durch die jährlich rund sechs Millionen Diensttage beisteuert - «effizienter» verwendet werden, sagte der Zürcher Nationalrat Balthasar Glättli. Er nannte die Energiewende als Beispiel.

Würde die Initiative angenommen, soll nicht ein Berufsheer, sondern eine Milizarmee mit Freiwilligen an die Stelle der heutigen Milizarmee treten. Wie viele Soldaten dieses Heer zählen und welche Aufgaben es übernehmen sollte, dafür machen die Initiativbefürworter keine gemeinsamen Vorschläge.

Für das Abstimmungsplakat haben sich die Armeegegner für ein spielerisch-provokatives Sujet entschieden: Gezeigt wird ein hoher Armeeoffizier, der mit begeistertem Gesicht an einem Tisch eine Schlacht mit Spielzeugsoldaten, -panzern und -flugzeugen inszeniert. Darüber prangt der Slogan «Nicht alle haben Zeit, Krieg zu spielen.»

 

(fest/sda)

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Zeitverschwendung
Das ist das einzige ehrlich gemeinte Argument der Armeegegner - sie sind für eine Abschaffung der Armee und müssen sie deshalb folgerichtig als Zeitverschwendung betrachten.

Überflüssig sind jedoch sämtlich übrigen Argumentationsversuche zum Umbau und insbesondere die "gutgemeinten" Ratschläge, wie eine Armee zu formieren sei.

Dazu 2 Zitate von GSoA und ihren Unterstützern, der SP, die die Verlogenheit belegen:

"Das Ziel der GSoA bleibt die Abschaffung der Armee. Aber um die Armee in ihren Grundfesten zu erschüttern, und gleichzeitig die Scheindebatte im Parlament rund um den Zivildienst zu entlarven, ist die Aufhebung der Wehrpflicht das geeignetste Mittel."
GSoA-Flyer "Argumentarium zur Volksinitiative", Seite 4

"Die SP setzt sich für die Abschaffung der Armee ein. Bis dieses Ziel erreicht ist, soll die Schweizer Armee massiv ab- und umgebaut werden. Solange eine Armee existiert, fordert die SP die Aufhebung der Wehrpflicht."
SP-Parteiprogramm 2010, Seite 45


Die ganze Volksinitiative ist also eine reine Mogelpackung. Dazu die in vielen Foren auftretenden, als "Gleichberechtigungs-Forderer" getarnten Armeegegner, die sich über angebliche Männerdiskriminierung auslassen und den Einzug der Frauen fordern.
Richtige Männer fühlen sich allerdings nicht dadurch diskriminiert, dass Frauen nicht durch den Dreck robben müssen.
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