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Feierlicher Sprung ins Wasser
publiziert: Freitag, 6. Jan 2012 / 13:52 Uhr
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Priester werfen ein Kreuz ins Wasser. (Archivbild)
Priester werfen ein Kreuz ins Wasser. (Archivbild)

Athen/Sofia/Nikosia - Orthodoxe Christen in Griechenland, Zypern und Bulgarien haben am Freitag mit einem Sprung ins Wasser die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer und die Erscheinung des Heiligen Geistes (Epiphania) gefeiert. Mit diesem Ritus sollen auch böse Dämonen vertrieben werden.

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«Es wäre toll, wenn wir dieses Jahr auch die schlimme Finanzkrise verjagen könnten, aber das geht wohl nicht», sagte ein Moderator im griechischen Radio. Die Prozessionen fanden trotz stürmischer Winde statt. Das Wasser war mit 13 bis 16 Grad aber nicht sehr kalt, wie das Meteorologische Amt mitteilte.

In Bulgarien holten Männer das Kreuz aus dem Wasser, das nach dem Gottesdienst zum 6. Januar in einen Fluss oder See geworfen worden war.

Etwa 200 Männer tanzten nach dem Sprung in den Tundscha-Fluss in Kalofer den für diese mittelbulgarische Stadt traditionellen «eisigen Reigentanz», berichtete das Staatsradio in Sofia. Für die orthodoxen Bulgaren ist die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer das drittgrösste Kirchenfest nach Ostern und Weihnachten.

Glaube und Aberglaube

Auch in Griechenland gingen Gläubige und Priester nach einer langen Messe in einer Prozession zum nächstgelegenen Wasser - am Meer, an einem See oder auch an einem der Wasserspeicherseen. Priester warfen dort ein Kreuz ins Wasser. Dies symbolisiert die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer.

Zudem wurden Tauben freigelassen, die den Heiligen Geist symbolisieren, der dem Neuen Testament nach als Taube damals erschienen sein soll. Gleichzeitig sprangen Hunderte junge Männer und einige Frauen in Hafenbecken oder Seen. Wer als erster das Kreuz findet, soll dem Aberglauben zufolge im neuen Jahr Glück und Gesundheit haben.

Christliche und heidnische Tradition

Der Brauch ist sowohl mit christlichen als auch mit heidnischen Traditionen verbunden. In der Tradition Zyperns und Griechenlands kommen die bösen Geister, die «Kalikantzaroi» (Kobolde), in den letzten Dezembertagen auf die Erde, weil das Christuskind noch nicht geboren ist.

Auch nach seiner Geburt, solange es nicht getauft ist, ärgern sie die Menschen, indem sie sie in der Dunkelheit überfallen und schlagen, sie bestehlen und das Essen beschmutzen.

Das Treiben der Kobolde nimmt am 6. Januar ein Ende: Nach der Segnung und Reinigung der Gewässer durch Kreuz und Gebete werden die Dämonen zurück in die Unterwelt geschickt. Das Brauchtum geht auf die gemeinsame Überlieferung der indogermanischen Völker zurück, die unter dem Begriff «Rauhnächte» bekannt ist.

(nat/sda)

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