Feierstunde für Alonso und Sauber
publiziert: Sonntag, 22. Jul 2012 / 16:22 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 22. Jul 2012 / 19:44 Uhr

Fernando Alonso baute mit seinem dritten Saisonsieg beim Grand Prix von Deutschland die Führung in der WM-Wertung weiter aus. Feiern durfte in Hockenheim auch das Team Sauber, das sich so viele Punkte wie nie zuvor in dieser Saison gutschreiben lassen durfte.

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Nach einem enttäuschenden Qualifying im strömenden Regen zeigten sich Kamui Kobayashi und Sergio Perez im zehnten Rennen in diesem Jahr von ihrer Sonnenseite. Dank den Rängen 4 und 6 schloss die Hinwiler Equipe die erste Saisonhälfte äusserst positiv ab und zementierte mit 20 gewonnenen Punkten den wichtigen 6. Platz in der Team-Wertung. Der Vorsprung auf Williams beträgt nun 33 Punkte, Force India liegt gegenüber Sauber gar noch einen Zähler mehr im Hintertreffen. "Ich glaube, wir dürfen sagen, dass wir eine herausragende Leistung geboten haben", brachte Teamchef Peter Sauber die Vorstellung seiner Equipe auf den Punkt.

Die grösste Aufholjagd im badischen Motodrom lieferte nicht unerwartet Sergio Perez. Der 22-jährige Mexikaner, der im Qualifying sowohl Alonso als auch Kimi Räikkönen behindert hatte und deshalb mit einer Rückversetzung um fünf Positionen bestraft worden war, kämpfte sich bereits nach einem Drittel des Rennens vom 17. in den 7. Zwischenrang nach vorne und wurde schliesslich Sechster.

Noch besser als Perez schnitt der an zwölfter Stelle losgefahrene Kamui Kobayashi ab. Der 25-jährige Japaner, der in dieser Saison mehrmals im Schatten des Mittelamerikaners gestanden hatte, wurde Vierter. Er übertraf damit sein bisheriges Bestergebnis in der Königsklasse, das er vor einem Jahr in Monaco mit Rang 5 aufgestellt und heuer in Montmeló bei Barcelona egalisiert hatte. "Unser Auto ist wirklich stark, vor allem auf trockener Strecke", freute sich Kobayashi, der sich mit der härteren Reifenmischung zu Beginn seines 50. Formel-1-Rennens etwas schwer tat.

Bei der besten Punktausbeute in diesem Jahr wurde einmal mehr offensichtlich, dass dem Hinwiler Rennstall mit dem diesjährigen Auto ein ganz grosser Wurf gelungen ist. Bei besserer Ausgangslage wären Kobayashi und Perez im Sauber C31 auf dem Hockenheimring um den Sieg mitgefahren. Um den dritten Podestplatz in der laufenden Saison kam Sauber wohl nur deshalb, weil die Intermediate-Reifen im Qualifying nicht wie gewünscht auf Temperatur gebracht werden konnten.

Alonsos starke Serie

Zum 30. Mal in seiner Karriere zuoberst auf dem Podest stand Fernando Alonso. Der am kommenden Sonntag 31 Jahre alt werdende Spanier baute die Führung in der WM-Wertung um 21 auf nunmehr 34 Punkte aus, da sein erster Verfolger Mark Webber im Red Bull-Renault lediglich als Achter abgewinkt wurde. Die Bilanz Alonsos in den letzten drei Rennen ist beachtlich, gingen doch 68 von maximal möglichen 75 Zähler auf sein Konto.

Anders als vor zwei Jahren beim letzten Formel-1-Gastspiel in Hockenheim war Alonsos Triumph mit keinem unsportlichen Beigeschmack verbunden. 2010 hatten die Ferrari-Verantwortlichen von der Box aus einen verbotenen "Platztausch" zwischen dem in Führung liegenden Felipe Massa und Alonso anordnen müssen, ehe der Asturier als Erster die Ziellinie überfahren konnte.

Er habe das Rennen genossen, gab Alonso sichtlich zufrieden zu Protokoll. "Von der Pole-Position zu starten war der Schlüsselfaktor, denn es war schwierig zu überholen." Er sei vielleicht nicht im schnellsten Auto auf der Strecke gewesen, habe seine Position jedoch behaupten können. Zu einem direkten Duell zwischen Alonso und Sauber wie in Malaysia kam es aus Schweizer Sicht leider nicht.

Nach zuletzt nur sieben gewonnenen Zählern in den letzten sechs Rennen eroberte Jenson Button zum dritten Mal in dieser Saison einen Podestplatz und wurde Zweiter, während sein McLaren-Teamkollege Lewis Hamilton im 100. Grand Prix als einziger Fahrer vorzeitig aufgeben musste. Platz 3 ging an den Finnen Kimi Räikkönen im Lotus-Renault.

Resultate:
Hockenheim. Grand Prix von Deutschland (67 Runden à 4,574 km/306,458 km): 1. Fernando Alonso (Sp), Ferrari, 1:31:05,862(201,843 km/h). 2. Jenson Button (Gb), McLaren-Mercedes, 6,949 Sekunden zurück. 3. Kimi Räikkönen (Fi), Lotus-Renault, 16,409. 4. Kamui Kobayashi (Jap), Sauber-Ferrari, 21,925. 5.* Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault, 23,732. 6. Sergio Perez (Mex), Sauber-Ferrari, 27,896. 7. Michael Schumacher (De), Mercedes, 28,970. 8. Mark Webber (Au), Red Bull-Renault, 46,941. 9. Nico Hülkenberg (De), Force India-Mercedes, 48,162. 10. Nico Rosberg (De), Mercedes, 48,889. Ferner: 18. eine Runde zurück: Romain Grosjean (Fr/Sz), Lotus-Renault. - * = 20-Sekunden-Strafe (unkorrektes Überholmanöver gegen Button). -24 Fahrer gestartet, 23 klassiert und am Ziel. - Schnellste Runde: Schumacher (57.) mit 1:18,725 (209,163 km/h).

WM-Stand (10/20). Fahrer: 1. Alonso 154. 2. Webber 120. 3. Vettel 110. 4. Räikkönen 98. 5. Hamilton 92. 6. Rosberg 76. 7. Button 68. 8. Grosjean 61. 9. Perez 47. 10. Kobayashi 33. 11. Maldonado 29. 12. Schumacher 29. 13. Di Resta 27. 14. Massa 23. 15. Hülkenberg 19. 16. Senna 18. 17. Vergne 4. 18. Ricciardo 2. - Teams: 1. Red Bull-Renault 230. 2. Ferrari 177. 3. McLaren-Mercedes 160. 4. Lotus-Renault 159. 5. Mercedes 105. 6. Sauber-Ferrari 80. 7. Williams-Renault 47. 8. Force India-Mercedes 46. 9. Toro Rosso-Ferrari 6.

 

(fest/Si)

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