Felskopf wird scharf gemacht
publiziert: Donnerstag, 22. Jun 2006 / 14:38 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 22. Jun 2006 / 14:58 Uhr

Bern - Der labile Felskopf bei Gurtnellen ist mit 1,5 Tonnen Sprengstoff gefüllt worden. Am Freitag um 11 Uhr wird das explosive Material gezündet und mehrere tausend Kubikmeter Gestein stürzen ins Tal.

Die A2 nach dem Felssturz. (Archivbild)
Die A2 nach dem Felssturz. (Archivbild)
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Am 31. Mai waren unterhalb des Felskopfes grössere Blöcke abgebrochen und bis auf die 700 Meter tiefer liegende Autobahn A2 gedonnert. Zwei Reisende wurden getötet. Seither ist der Felskopf instabil und die Autobahn geschlossen.

Seit dem 5. Juni waren die Spezialisten der Gasser Felstechnik Lungern auf dem Felskopf und bereiteten die Sicherheitssprengung vor. Die 40 mal 15 Meter grosse Plattform des Felskopfes ist inzwischen mit 88 Bohrlöchern von 95 Millimeter Durchmesser gespickt. Jedes Loch erhält neben Zündmaterial eine individuell errechnete Sprengladung.

Sprengung nach Sonnenaufgang

Die Sprengladungen würden erst am Freitag ab Sonnenaufgang für die Zündung angeschlossen, sagte Hanspeter Bonetti von der Gasser Felstechnik auf der Baustelle gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Der Sprengmeister wird die Explosion aus unmittelbarer Nähe auslösen.

Drei Stunden vor der Sprengung wird bei Gurtnellen die Kantonsstrasse, die ohnehin nur mit Sonderbewilligung befahren werden darf, für jeden Verkehr gesperrt. 31 Personen, die in der Nähe der Strasse wohnen, müssen zudem die Häuser verlassen. Mit der Sprengung sollen rund 5500 Kubikmeter Fels abgebaut werden. Es ist nicht auszuschliessen, dass auch grössere Brocken bis ins Tal fallen und die Autobahn erneut beschädigen. Über den Erfolg der Sprengung kann nur spekuliert werden.

Beschädigung der A2 möglich

Sicher ist, dass die Transitachse über den Gotthard auch im besten Fall nicht sofort nach der Sprengung freigegeben wird. Die A2 bleibe noch mindestens drei bis vier Tage gesperrt, sagte Adrian Zurfluh, Sprecher der Koordinationsgruppe Felssturz. Eine erfolgreiche Sprengung des Felses bei Gurtnellen am Freitag ist für die Alpenländer von grosser Bedeutung. Bleibt der Gotthard- Tunnel während der Ferien gesperrt, wird die Solidarität unter den Ländern auf eine harte Probe gestellt.

Öffnung nächste Woche?

Im günstigsten Fall könne das Urner Teilstück zwischen Erstfeld und Wassen nächste Woche wieder geöffnet werden, sagte der Sprecher der Koordinationsgruppe in Uri, Adrian Zurfluh, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass die Autobahn bei der Sprengung stark beschädigt werde.

Im schlimmsten Fall müsste die A2 - die neuralgische Transitachse während des Sommerferienverkehrs - bis im September geschlossen bleiben. Die 40 000 bis 50 000 Autos, die im Juli und August täglich den Gotthard queren, müssten auf andere Routen ausweichen.

Wenige Optionen

Es gebe nur wenige Optionen, räumt der Sprecher des Bundesamtes für Strassen (ASTRA), Thomas Rohrbach, ein. Die Kapazität der Kantonsstrasse in Uri sei viel zu gering. Nach Ansicht von Zurfluh könnte bei einer Schliessung über die Ferienzeit eine Regelung auf der Basis von Ausnahmebewilligungen kaum vermieden werden.

Seit dem 31. Mai, als der Fels auf die Autobahn stürzte und zwei Menschen tötete, sind täglich bis zu 30 Personen mit der Erarbeitung und Evaluation verschiedener Szenarien beschäftigt. Was den Schwerverkehr betrifft, ist die Situation derzeit unter Kontrolle.

Über Österreich und Frankreich

Jährlich fahren 1,3 Millionen Lastwagen durch die Schweiz, davon 1 Million durch den Gotthard. Seit der Schliessung des Gotthards hat der Transit-Schwerverkehr um die Hälfte abgenommen: Viele Camionneure fahren über Österreich oder Frankreich.

Es bleiben 2000 bis 3000 Lastwagen, die täglich die Schweiz queren - der grösste Teil via die San-Bernardino-Route, die übrigen via Simplon oder Grossen St. Bernhard.

(ht/sda)

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