Felsstück bei Gurtnellen UR gesprengt
publiziert: Montag, 18. Jun 2012 / 13:14 Uhr / aktualisiert: Montag, 18. Jun 2012 / 16:24 Uhr
2000 Kubikmeter Felsmasse bei Gurtnellen UR weggesprengt.
2000 Kubikmeter Felsmasse bei Gurtnellen UR weggesprengt.

Gurtnellen UR - Die Sprengung des labilen, rund 2000 Kubikmeter grossen Felsbrockens oberhalb der Gotthard-Bahnlinie in Gurtnellen UR vom Montagmittag ist erfolgreich verlaufen. Läuft nun alles nach Plan, können die Züge am 2. Juli wieder normal über die Gotthardstrecke rollen.

6 Meldungen im Zusammenhang
Sein Puls, der sei normal. Marc Hauser, Geologe der SBB, lächelte. Seine Anspannung wenige Sekunden vor der Sprengung in Gurtnellen UR war dennoch unübersehbar. Das Ereignis verfolgte er gemeinsam mit rund 60 Medienvertretern von der anderen Seite des Sprenggebiets aus. Mit dabei waren auch der Urner Baudirektor Markus Züst und sein Kollege Beat Arnold, Vorsteher der Sicherheitsdirektion.

Dann knallte es. Punkt 12.30 Uhr. Grosse und kleine Felsbrocken donnerten in die Tiefe. 2000 Kubikmeter insgesamt. Eine grosse Staubwolke verdeckte die Sicht auf die Felswand, von der bereits am 5. Juni 2012 zwischen 2000 und 3000 Kubikmeter Gestein auf die Geleise der Gotthard-Bahn gestürzt waren. Drei Personen wurden damals verschüttet, ein Arbeiter starb.

Nur wenige Meter neben dieser Stelle ging bereits im März 2012 ein Felssturz nieder und verschüttete die Geleise. Auch dann mussten Felsbrocken weggesprengt werden. Seit April waren Arbeiter daran, diese Stelle zu sichern und zu räumen.

Weitere Felsstürze drohten

Die Sprengung am Montag war nötig, weil nach dem Felssturz vom 5. Juni weiterhin loses Gestein abzustürzen drohte und die weiteren Aufräumarbeiten blockierte.

Der Geologe Marc Hauser stieg mit anderen Geologen in den Helikopter, um sich aus der Luft ein erstes Bild von der Sprengung machen zu können. Nach 15 Minuten waren sie zurück. «Alles bestens», sagte Hauser. Die Felspartie sei so abgebrochen, wie sie es geplant hätten.

300 Kilogramm Sprengstoff

Damit sich die richtigen Teile der Felswand lösten, mussten Experten rund 300 Kilogramm Sprengstoff in 25 Sprenglöchern im Fels anbringen. Insgesamt koste die Sprengung einen zweistelligen Millionenbetrag, sagte ein SBB-Sprecher. Wer sich wieviel an den Kosten beteiligen müsse, werde juristisch abgeklärt.

Der gesprengte Hang muss nun etwas ruhen. Dann werden Geologen ihn erneut inspizieren, und erst wenn sie ihn als sicher freigeben, können die Aufräumarbeiten starten. In einer weiteren Phase stehen die Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten an Geleise und Fahrleitung an. Dann wird eine neue Stützmauer erstellt.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Vier Wochen nach dem Felssturz bei Gurtnellen ist die Gotthardnordrampe für den Zugsverkehr wieder durchgängig ... mehr lesen
Erste Güterzüge rollen gegen Abend wieder über Gotthard-Linie.
Bern - Alpen-Initiative, WWF, Greenpeace, VCS, Pro Natura und Dutzende andere Organisationen reagieren auf die jüngsten Forderungen nach einer zweiten Tunnelröhre am Gotthard. Sie verlangen, dass die Sanierungszeit mit einem Ersatzangebot auf der Schiene überbrückt wird. mehr lesen 
Bern - Unter strengen Auflagen darf ein Teil der Gefahrguttransporte ausnahmsweise und zu bestimmten Zeiten durch den Gotthard-Strassentunnel und über den Gotthardpass erfolgen. Mit dieser Ausnahmeregelung reagiert das Bundesamt für Strassen (ASTRA) auf Engpässe infolge der gesperrten Gotthard-Bahnstrecke. mehr lesen 
Kein Camionstau vor dem Gotthard-Tunnel.
Gurtnellen UR - Die befürchtete Lastwagen-Lawine ist trotz der Sperrung der ... mehr lesen
Gurtnellen UR - Nach dem Felssturz in Gurtnellen UR droht weiteres Gestein abzustürzen. Heute um 12.30 Uhr werden deshalb aus Sicherheitsgründen 2500 Kubikmeter Gestein weggesprengt. Die Polizei sperrt das Gebiet inklusive Autobahn A2 weiträumig ab. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Luzern - Um das Trassee der Gotthardbahn vor neuen Felsstürzen zu schützen, müssen bei Gurtnellen 2500 Kubikmeter Gestein weggesprengt werden. Die Sprengung findet am Montagmittag statt, wie die SBB am Mittwoch mitteilte. Das Gebiet wird aus Sicherheitsgründen weiträumig abgesperrt. mehr lesen 
Was ist passiert? (Symbolbild)
Was ist passiert? (Symbolbild)
Polizei ermittelt weiter  Bern - Zwei Tage nach dem Carunglück mit vier Toten und 13 Verletzten in Norwegen hat die Polizei erstmals den deutschen Busfahrer vernommen. Viel Neues zur Unfallursache kam dabei nicht heraus, denn der Mann konnte sich nicht mehr an den Unfall erinnern. 
Eine formelle Befragung habe noch nicht stattgefunden. (Symbolbild)
Norwegische Polizei beschuldigt Car-Chauffeur Windisch AG/Trøndelag NO - Einen Tag nach dem tödlichen Carunglück in Norwegen ist der Fahrer wegen unvorsichtigen Fahrens ...
Vierter Schweizer stirbt nach Car-Drama Windisch AG/Trøndelag NO - Einen Tag nach dem Car-Unglück in Norwegen ist ein ...
Schweizer Reisecar war auf Rückreise aus Norwegen Bern/Kopenhagen - In Norwegen ist am Dienstag ein Schweizer Reisecar ...
Swiss-Jumbolino muss durchstarten  Zürich - Weil sich ein Ambulanz-Helikopter des TCS am Dienstagvormittag unerlaubterweise ...
Ein Jumbolino der Swiss musste durchstarten. (Archivbild)
Absturzstelle des Flugzeuges
80 MH17-Leichen noch nicht geborgen?  Sydney - Auf Bitten der Vereinten Nationen hat die ukrainische Armee am Donnerstag eine eintägige Feuerpause für den umkämpften Osten des Landes ...  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2507
    Der einzige, der hier Propaganda... ...verbreitet, ist die Giftnatter Kobra. Der offenbar, wie auch die ... gestern 23:51
  • kubra aus Port Arthur 3010
    Ebola Ich bin froh, dass sich das Virus (noch?) nicht durch die Luft ... gestern 23:03
  • Midas aus Dubai 3397
    Ja und Ja Gleicher Meinung. Wobei mir die Propaganda aller Seiten gewaltig ... gestern 22:50
  • kubra aus Port Arthur 3010
    Ja und nein 2 Fingerzeigen hilft in diesem Fall nicht weiter. Die Ukrainer wollen ... gestern 21:57
  • Midas aus Dubai 3397
    Zwei Ellen Dagegen halte ich Folgendes: Ja Sie erklären die Situation in der ... gestern 21:47
  • kubra aus Port Arthur 3010
    Ja und nein 1 Ich erinnere mich, als der EU Gesandte im Überschwang der Gefühle im ... gestern 18:26
  • keinschaf aus Wladiwostok 2507
    Nanu... Die TV-Soaps schaue ich zwar nicht, aber alles andere kann ich auch ... gestern 18:10
  • Midas aus Dubai 3397
    Die EU Die EU ist eine scheindemokratisierte, zentralistische, ideologische ... gestern 01:23
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 14°C 19°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Basel 12°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
St.Gallen 14°C 20°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Bern 16°C 25°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 17°C 25°C bewölkt, Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Genf 14°C 26°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 16°C 30°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten