Fernsehen 2.0 hat Web zum Vorbild
publiziert: Freitag, 8. Jun 2007 / 08:49 Uhr

Zürich - Das traditionelle Fernsehen hat heutzutage mit wachsender Konkurrenz von Internet-Videoservices zu kämpfen. Mit welchen Reformen traditionelle TV-Sender darauf reagieren sollen, bringt Expertenrunden auf der ganzen Welt ins Grübeln.

Immer mehr Zuschauer wollen sich laut SF aktiv am Programm beteiligen.
Immer mehr Zuschauer wollen sich laut SF aktiv am Programm beteiligen.
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Die BBC nimmt sich die Web-2.0-Idee der benutzerproduzierten Inhalte zum Vorbild und will bald Zuschauer zu Mitproduzenten machen und deren Beiträge für Lokalnachrichten und Meinungssendungen ausstrahlen.

Fachleute beim Schweizer Fernsehen SF gehen davon aus, dass man in Zukunft mit zwei unterschiedlichen Konsumentengruppen zu tun haben wird, wie die Schweizer Sonntagszeitung berichtet.

Die Mehrheit wird zwar weiterhin passiv ihr Programm vom Sofa aus konsumieren, es wird jedoch auch eine nicht zu unterschätzende Zahl geben, die ihr Programm aktiv mitgestalten wollen.

Neuen Lösungen gesucht

«Das Internet und seine Möglichkeiten beeinflussen zunehmend die Bedürfnisse des Fernsehpublikums», meint Walter Bachmann, Leiter des Deutschschweizer Multimedia-Zentrums von SF. Dadurch stellen innovative internetbasierte Projekte für die Weiterentwicklung des Fernsehens nicht nur Konkurrenz, sondern auch Ansporn und Inspiration dar. Das Konzept des «linearen Programms» mit festen Sendezeiten wird zunehmend hinterfragt und nach neuen Lösungen gesucht.

Es zeigt sich jedoch immer wieder, dass sich das Interesse für die Mitgestaltung des laufenden Programms in Wirklichkeit in Grenzen hält. Das lässt sich aus den geringen Beteiligungszahlen bei SMS-Abstimmungen und Handy-TV oder aus der Zahl der nachträglich aus dem Internet geladenen TV-Sendungen herauslesen.

Interaktiver Kontakt

Es gibt jedoch auch andere Wege, das Fernsehprogramm interaktiv zu gestalten. Der Kontakt zwischen Publikum und Sendungsverantwortlichen kann auch über Webforen, Online-Diskussionen, Spielkonsolen oder Mobiltelefone erfolgen.

«Die BBC hat hier in Europa die Führungsrolle übernommen», meint Hansruedi Schoch, Programmentwickler bei SF. In Onlineforen können Zuschauer nach der Sendung Kontakt mit den Moderatoren aufnehmen und ihre Wünsche, Anregungen und Kritik darlegen. Neben der BBC wird diese Idee auch bei SF sowie ARD und ZDF umgesetzt.

(bert/pte)

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