Ferrari-Jäger mit gesteigerter Zuversicht
publiziert: Dienstag, 1. Mrz 2005 / 12:05 Uhr

Mit dem drastisch veränderten Reglement ist die Hoffnung in die Formel 1 zurückgekehrt. In der am Sonntag in Australien beginnenden WM scheinen primär McLaren-Mercedes und Renault in der Lage, einen erneuten Alleingang von Ferrari zu verhindern.

Wird Michael Schumacher die Formel 1 wieder dominieren?
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Die Prognostiker sind vorsichtiger geworden; das vergangene Jahr ist noch in bester Erinnerung.

Ferrari und Michael Schumacher führten in der Saison 2004, die als die "ausgeglichenste WM seit Jahren" proklamiert worden war, die Voraussagen ad absurdum und fuhren die Konkurrenz von Beginn weg in Grund und Boden.

Die für einmal zögerliche Haltung der Fachleute liegt aber auch im überarbeiteten Reglement begründet, das unter anderem vorschreibt, dass ein Satz Reifen für das zweigeteilte Qualifying und das Rennen respektive ein Motor zwei Grand-Prix-Wochenenden halten muss.

Prognosen schwierig

Auch Fahrer, Techniker und Teamchefs tun sich schwer mit der Beurteilung der aktuellen Lage in der Formel 1.

Am ehesten ist davon auszugehen, dass der Weg zum Titel abermals über den siebenfachen Weltmeister Michael Schumacher und Ferrari führen wird.

Allerdings käme es einer Überraschung gleich, wenn sich die Stärkeverhältnisse in ähnlich krassem Masse erneut Richtung Maranello verschieben würden.

Die in den vorsaisonalen Testfahrten erreichten Rundenzeiten, mit denen Schumacher und Rubens Barrichello vielfach hinter den Besten zurücklagen, wurden den "Roten" vielenorts als Bluff ausgelegt.

Anzunehmen ist indes, dass ihnen der Entscheid, in den ersten Grands Prix wie 2002 und 2003 mit dem modifizierten Vorjahresauto anzutreten, eher zum Nachteil gereichen wird.

"Vielleicht bedeutet das, dass wir am Anfang eine etwas geringere Siegchance haben. Doch wir haben mit 19 Rennen eine sehr lange Saison vor uns", sagte Michael Schumacher.

F2004M als guter Kompromiss

Dass die Lösung mit dem Übergangsauto F2004M (M steht für modificato) nicht die beste ist, weiss auch Ross Brawn. "Wir haben für vier Rennen einen guten Kompromiss und für fünfzehn Rennen ein optimales Auto", glaubt der Technische Direktor.

Und Chefdesigner Rory Byrne hofft, dass "sich die zusätzliche Entwicklungszeit für uns auszahlen wird. Wir haben im Windkanal nun einen Monat mehr zur Verfügung."

Byrne war beim Bau des neuen Autos nicht an vorderster Front dabei; für den F2005 trug erstmals Byrnes potenzieller Nachfolger Aldo Costa die Verantwortung.

Ferrari unter Druck?

Als erste Herausforderer von Ferrari werden McLaren-Mercedes und Renault betrachtet - auch wenn die beiden Rennställe wie die Weltmeister lange Zeit mit der Standfestigkeit ihrer Autos zu kämpfen hatten.

Die "Silbernen" sind trotzdem ungleich besser vorbereitet als in den Vorsaisons. Das für 2003 vorgesehene Auto, der MP4-18, landete ohne einen Rennkilometer absolviert zu haben direkt im Museum, das letztjährige Modell, der MP4-19, war erst als überarbeitete Version konkurrenzfähig.

Diesmal scheint das Team von Ron Dennis die Hausaufgaben besser gemacht zu haben.

Kimi Räikkönen und Juan Montoya warteten im Rahmen der Testfahrten jedenfalls regelmässog mit Spitzenzeiten auf.

Starke Fahrer-Duos

Neben Ferrari und McLaren-Mercedes hat Renault mit Fernando Alonso und Giancarlo Fisichella das wohl stärkste Fahrer-Duo in seinen Reihen.

Würde der "Zeitplan" eingehalten, den die Führungsetage einst aufgestellt hatte, müsste der Spanier oder der von Sauber abgeworbene Italiener Weltmeister werden.

"In fünf Jahren wollen wir den Titel holen", hatte Teamchef Flavio Briatore einst von sich gegeben. Das war vor der Saison 2001. Laut Fisichella verfügen die Franzosen mit dem R25 über ein "WM-taugliches" Fahrzeug.

"Das ist beste Auto, das ich je gefahren habe", lobte der Römer seinen Dienstwagen in den höchsten Tönen.

Williams wieder mit Aerodynamik-Manko

Mit den neu verpflichteten Mark Webber und Nick Heidfeld will BMW-Williams die vergangene Saison, die bisher schlechteste in der seit 2000 dauernden Partnerschaft, vergessen machen. "Wir wollen wieder zu den Siegern zählen", gibt sich BMW-Motorsportchef Mario Theissen optimistisch.

Zumindest im Moment scheint der FW27 allerdings noch nicht reif für Siege zu sein. Der Motor aus Bayern zählt traditionsgemäss zu den stärksten der Branche, als Achillesferse hat sich zuletzt aber einmal mehr die Aerodynamik entpuppt.

Teamchef Frank Williams sprach Klartext: "Wir sind nicht schnell genug. Wir wissen, wo das Problem liegt, können es aber bis zum Saisonstart nicht lösen."

(Fast) alles neu bei BAR

Bei BAR ist einiges neu. Nick Fry hat die Nachfolge von David Richards als Teamchef angetreten, und Honda hat seinen Anteil am Rennstall auf 45 Prozent aufgestockt.

Dank erhöhtem Einfluss des japanischen Motorenpartners hofft der überraschende WM-Zweite des Vorjahrs einen weiteren Schritt nach vorne tun zu können. "Jetzt muss der erste Sieg her", sagte Jenson Button unmissverständlich.

Der Brite stand 2004 zehnmal auf dem Podest, zu Platz 1 hat es ihm wie auch dem Team jedoch nie gereicht. Platzierungen unter den ersten drei hat sich auch Toyota zum Ziel gesetzt.

Für den japanischen Rennstall mit Sitz in Köln-Marsdorf, der 2002 in die Formel 1 eingestiegen war, ist die Schonzeit abgelaufen. An Ralf Schumacher und Jarno Trulli liegt es zu beweisen, dass das grösste Budget in der Formel 1 gerechtfertigt ist.

Jaguar mit Erfahrung

Mit David Coulthard hat Red Bull, der Nachfolger von Jaguar, einen der erfahrensten Fahrer unter Vertrag. Gleichwohl hat Teambesitzer Dietrich Mateschitz die erste Saison als Lehr- beziehungsweise Übergangsjahr bezeichnet.

Das grösste Handicap dürfte im Motor liegen; der Cosworth war schon im letzten Jahr nicht ganz konkurrenzfähig. Ganz unten in der Hierarchie sind einmal mehr Jordan und Minardi anzusiedeln.

Jordan, das vom aus Russland stammenden Kanadier Alex Shnaider übernommen wurde und ab 2006 als "Team Midland" firmieren wird, hat sich zumindest im Motorenbereich verbessert; das veraltete Ford-Aggregat wurde durch Toyota ersetzt. WM-Punkte dürften trotzdem nur "unter besonderen Umständen" drinliegen.

(rr/Si)

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