Festnahmen nach Schiffsunglück in Hongkong
publiziert: Dienstag, 2. Okt 2012 / 13:09 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 2. Okt 2012 / 18:12 Uhr

Hongkong - Beim schwersten Schiffsunglück in Hongkong seit mehr als 40 Jahren sind mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt in Spitäler eingeliefert. Die Behörden nahmen sechs Besatzungsmitglieder der beiden Schiffe fest.

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Eine Fähre und ein Schiff mit mehr als 120 Menschen an Bord, die ein Feuerwerk zum chinesischen Nationalfeiertag sehen wollten, waren am Montagabend (Ortszeit) kollidiert. Nach dem Zusammenprall sank das Schiff innerhalb weniger Minuten, die Fähre kam sicher am Hafen von Lamma an.

"Wir hatten keine Zeit, unsere Rettungswesten anzuziehen oder festzumachen", berichtete eine Überlebende. "Wir haben versucht, uns an irgendetwas festzuhalten, aber es ging nicht und wir sind abgerutscht."

Auch auf der Fähre brach Panik aus. "Die Leute vorne haben angefangen zu schreien und gesagt, dass Wasser eindringt und das Schiff Schlagseite bekommt", sagte eine Passagierin. "Es war die totale Panik. Niemand erklärte uns irgendetwas." Die Besatzung habe nur unnütz herumgestanden.

Taucher suchen nach Überlebenden

Auf dem Schiff, das dem Energieunternehmen Hongkong Electric gehört, waren Angestellte des Konzerns und ihre Angehörigen unterwegs. Die Hongkonger Regierung teilte mit, 28 Menschen seien noch am Unfallort gestorben, acht weitere seien im Spital für tot erklärt worden.

An einer Medienkonferenz am Dienstag sagte Regierungschef Leung Chun Ying, dass es ein weiteres Todesopfer gegeben habe. Mindestens vier der Todesopfer waren laut Behördenangaben Kinder. Rettungstaucher suchten weiter nach Überlebenden.

Hongkong Electric machte die Fähre für den Unfall verantwortlich. Sie habe das Ausflugsboot an der Seite gerammt und sei dann einfach weitergefahren, sagte ein Vertreter des Unternehmens der Zeitung.

Weitere Verhaftungen möglich

Wegen Gefährdung des Lebens anderer wurden je drei Besatzungsmitglieder der beiden Schiffe festgenommen, wie Hongkongs Sicherheitsminister Lai Tung Kwok an der Medienkonferenz sagte. "Wir vermuten, dass jemand seiner Verantwortung nicht gerecht wurde", sagte Polizeichef Tsang Wai Hung. Er schloss weitere Festnahmen nicht aus.

Regierungschef Leung besuchte Überlebende im Spital und kündigte eine Untersuchung des Unfalls an. Zugleich hob er hervor, dass es sich bei dem Unfall um einen Einzelfall gehandelt habe. "Hongkongs Gewässer sind sicher", sagte er.

Es war das schwerste Schiffsunglück in Hongkong seit 1971. Damals waren beim Untergang einer Fähre während eines Taifuns 88 Menschen ums Leben gekommen.

Der Hongkonger Victoria-Hafen gehört zu den wichtigsten Handelshäfen der Welt. 2010 wurde hier die Ankunft und das Auslaufen von mehr als 425'000 Schiffen registriert. Unfälle in dem betriebsamen Hafen sind selten.

 

(fest/sda)

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